Folge 39 - Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Entities
20
Relationen
39
Chunks
13
Themen
21
headphonesAudio
hubWissensgraph
Abhängigkeit von äußeren Umständen durch Warten
Wer darauf spekuliert, dass sich das Umfeld oder äußere Umstände ideal anpassen, riskiert, ewig zu warten. Diese Strategie führt dazu, dass man sich von externen Faktoren abhängig macht und die Kontrolle über den eigenen Handlungsplan verliert. Statt aktiv zu gestalten, wird man zum passiven Beobachter, der auf eine perfekte Konstellation hofft.
“Wenn wir damit spekulieren, dass unser Umfeld, dass die äußeren Umstände sich anpassen und für uns als ideal herausstellen, dann kann es sein, dass wir in der Situation landen, dass wir ewig warten.”
segmentQuellmaterial (13)
Wann ist der richtige Zeitpunkt für etwas? Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Business Gladiators Unplugged, dem Podcast für Unternehmerinnen und Unternehmer rund um die Fragen, die sie bewegen. Die heutige Frage mutet vielleicht etwas komisch Wann ist der richtige Zeitpunkt für etwas?
Wie kann man darüber überhaupt sprechen? Ist das nicht für jeden individuell und für jeden anders? Das stimmt sicherlich und doch möchte ich heute auf ein paar Aspekte eingehen rund um die Entscheidung, wann ich aktiv werde. Ihr habt den Eindruck, gerade die Corona Krise ist die Zeit, wo wir viel taktieren, wo wir viel überlegen, wann der richtige Moment für etwas gekommen ist. Soll ich diese Investition tätigen oder soll ich noch warten, bis die Zeiten wieder besser werden? Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um einen Urlaub zu buchen oder nicht Ist Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um eine bestimmte Maßnahme in meinem Team zu setzen? Oder soll ich warten, bis die Dinge wieder anders sind oder zurück in der Normalität? Und genau in dieser Frage liegt aus meiner Sicht die Herausforderung. Wenn wir damit spekulieren, dass unser Umfeld, dass die äußeren Umstände sich anpassen und für uns als ideal herausstellen, dann kann es sein, dass wir in der Situation landen, dass wir ewig warten, dass wir ewig warten und uns damit abhängig machen, damit nicht unserem eigenen Plan, unserer eigenen Aktivität folgen, sondern uns abhängig machen von äußeren Umständen.
Und eines müssen wir bei allem Unternehmergeist ja vermutlich schon Wir haben vieles unter Kontrolle, Wie wir unser Unternehmen führen, was wir anbieten, wie wir unsere Produkte oder Angebote gestalten, welchen Führungsstil wir an den Tag legen, welche Kunden wir adressieren, wie wir unseren Betrieb organisieren und managen, welche Werbung wir schalten, was wir in unserem Außenauftritt darstellen. Das sind alles Dinge, die wir unter Kontrolle haben. Es gibt aber daneben unendlich viele Dinge, die wir nicht unter Kontrolle haben.
Wie kommt etwas an? Wie entwickelt sich die globale Wirtschaft weiter? Ist der nächste Monat oder das nächste Jahr ein guter konjunktureller Boden für unser Angebot oder nicht? Wie entwickelt sich die Stimmung unter Konsumentinnen und Konsumenten?
Es gibt unendlich viel, das wir nicht unter Kontrolle haben. Und deswegen ist die Strategie, darauf zu warten, bis sich die äußeren Umstände perfekt einstellen auf unsere optimale Situation? Vermutlich nicht immer die beste Strategie.
Ich möchte das gerne festmachen an einem Beispiel. Es ist ja gerade für diejenigen, die etwas Geld zu veranlagen haben, die Herausforderung, das heute zu tun in einem Umfeld, wo es keine Zinsen gibt, wo das Sparbuch ausgeht, gedient hat und wo es am Ende wahrscheinlich nur eine Möglichkeit gibt, Geld sinnvoll zu veranlagen. Und das ist auf den Kapitalmärkten oder für die, wo es möglich ist, vielleicht in Immobilien. Und da spekulieren die meisten immer mit dem richtigen Einstiegszeitpunkt. Das heißt, dieses Phänomen zu taktieren, wann der richtige Moment ist, wo man dann optimal die Welle surfen kann, ist im Bereich der Veranlagungen und der Finanzwelt gang und gäbe. Ich habe das selber erlebt.
Ich gehöre zu jener Spezies, die konservativ wären, Hilfsausdruck in ihrer eigenen Veranlagung ist. Ich habe also Jahre oder jahrzehntelang mein Geld nicht veranlagt und erst sehr zögerlich damit begonnen. Und eine Statistik hat sich bei mir tatsächlich eingebrannt. Es war jene Statistik, die gezeigt hat, dass wenn wir auf langfristigen Erfolg abzielen, der Einstiegszeitpunkt eigentlich nachrangig ist, dass es dann eigentlich egal ist, ob ich zum besten, zum mittleren oder zum schlechtesten Zeitpunkt einsteige, weil sich diese Taktik über die Jahre ausgleicht, über den langfristigen Anlagehorizont wieder ausgleicht. Und das fand ich eigentlich eine sehr motivierende Statistik.
Ich habe eines daraus Wenn meine Ziele, die ich verfolge, langfristig sind, dann ist das kurzfristige Taktieren von nachrangiger Bedeutung. Und ich habe den Eindruck, da können wir viel für unsere täglichen Entscheidungen mitnehmen. Wenn wir den Blick auf die Langfristigkeit legen, dann ist unser kurzfristiges Taktieren, ob jetzt die richtige Woche ist, um was Spezielles zu tun, vielleicht nicht mehr von so hoher Bedeutung. Das ist die eine Facette. Die andere Facette, die ich dir unbedingt mitgeben will Es kann passieren, dass sich die Umstände nie nach deinen Vorstellungen einstellen. Um es in der Börsensprache wiederum zu Es kann sein, dass dieser günstige Einstiegszeitpunkt, der Einbruch der Märkte in diesem Ausmaß nicht mehr stattfindet.
Dann wirst du nicht einsteigen, dann wirst du einfach passiv verharren und nichts tun und es wird die Gelegenheit an dir vorüberziehen. Das kannst du auf viele Entscheidungen anwenden. Soll ich dieses Seminar jetzt besuchen oder nicht? Oder warte ich, bis Seminare wieder live stattfinden können? Ich komme gerade, während ich diese Folge aufzeichne, von einem fünftägigen Seminar, das ich online besucht habe. Und ich gehe davon aus, viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben das Seminar verschoben, in der Hoffnung, dass es nächstes Frühjahr wieder live stattfinden wird.
Vielleicht wird es das nicht. Und lohnt es wirklich, die eigene Weiterentwicklung von den äußeren Umständen abhängig zu machen? Lohnt es wirklich, das, um ein weiteres halbes Jahr zu vertagen und damit sich selbst eigentlich auf die lange Bank zu schieben? Diese Frage kannst du dir stellen bei deinen eigenen Entscheidungen. Ist der Moment vielleicht in vielen Bereichen gekommen, wo es einfach gilt zu Die Umstände sind, wie sie sind. Was mache ich daraus? Ist jetzt der Moment, um zu taktieren und zu schauen, ob die öffentlichen Rahmenbedingungen, die Regulierungsrahmenbedingungen irgendwann wieder besser werden? Oder ist jetzt der richtige Zeitpunkt, das eigene Geschäft zu transformieren, anzupassen, neue Wege zu gehen? Es kann sein, dass sich der beste Zeitpunkt für dich als schon vor einigen Jahren herausgestellt hat, um einen bestimmten Schritt zu setzen.
Vergiss dabei aber nie der zweitbeste Zeitpunkt, um was zu tun ist immer jetzt. Ich möchte dich mit dieser Folge warten. Muss nicht immer die beste Strategie sein. Manchmal ist es einfach die richtige Strategie, die Rahmenbedingungen so zu nehmen, wie sie sind und das Beste daraus zu machen. Manchmal ist es einfach die richtige Strategie, denn ersten Schritt zu setzen und ins Tun zu kommen und danach zu optimieren.
Wer ewig wartet, vertut auch die Chance auf jeden Gewinn. In diesem Sinne freue ich mich sehr, wenn diese Folge für dich vielleicht einen Impuls bietet, aktiv zu werden. Und ich freue mich noch mehr, wenn die nächste Frage für diesen Podcast vielleicht von dir kommt.
Verlink dich mit mir auf unseren unterschiedlichsten Plattformen, auf Spotify, auf itunes oder geh direkt auf meine Seite, registriere dich dort für unsere Podcast Community. Ich freue mich sehr auf nächste Woche und freue mich, wenn du wieder dabei bist. Bis bald.