Folge 56 - Wie gehe ich mit neuen Ideen um?
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Anziehungskraft einer Idee als Indikator für Potenzial
Eine spürbare Anziehungskraft, die eine Idee auf einen ausübt, ist ein wichtiger Indikator für ihr tatsächliches Potenzial. Diese innere Motivation zeigt, welche Ideen es wert sind, weiterverfolgt zu werden.
“Das ist dann schon ein Indikator für eine gewisse Anziehungskraft, die eine Idee auch hat.”
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Wie gehe ich eigentlich mit neuen Ideen um? Willkommen hier zu einer neuen Folge von Business Gladiators Unplugged, dem Podcast für Unternehmerinnen und Unternehmer rund um jene Fragen, die sie bewegen. Hier geht es jede Woche um eine neue Frage und ich versuche diese Fragen immer sehr praktisch zu gestalten. Ich nehme viele Fragen aus der Community, die mir direkt zugetragen werden und ich schnapp auch immer wieder Fragen aus Gesprächen auf.
So in diesem Fall, wo ich vor einiger Zeit mit einem Unternehmer zusammensaß und der hat mir sein Leid geschildert. Er hat so viele Ideen und weiß oft gar nicht, wo er beginnen soll und habe mich Wie gehst du eigentlich damit um? Philipp, was tust du? Ich muss sagen, ich kann dieses Problem tatsächlich nachvollziehen. Ein visionärer Geist, und das sind ja viele Unternehmerinnen und Unternehmer, sprudelt ja jeden Tag nur so vor Ideen und mir geht es genauso. Ich habe jeden Tag unzählige Ideen.
Ich bin wirklich da von Impulsen getrieben. Ich Ich schaue mir eine Website an, ich schaue mir einen Clip an, ein Video, einen Zeitungsbeitrag, Ich führe ein Gespräch und immer führt das zu einer inneren Reaktion bei mir. Eine Reaktion, die neue Ideen entstehen lässt, die sich okay, was könnte man daraus machen? Das wäre ja gescheit oder was bedeutet das für mein Business?
Also ich bin eigentlich permanent damit konfrontiert, dass ich neue Ideen produziere. Das ist wie ein verlässlicher Brunnen, ein verlässlicher Quell an Ideen, der jeden Tag sprudelt und sprießt und und es ist aber nicht nur ein Segen, weil einerseits ist natürlich der visionäre Geist eine Grundlage vom Unternehmertum und notwendig dafür, um was Neues zu erschaffen. Auf der anderen Seite kann es aber extrem ablenkend sein, wenn wir jeden Tag einer neuen Idee hinterherhasten, weil wir eigentlich einfach nicht dranbleiben bei dem, was uns wirklich bewegt.
Und genau deswegen habe ich für mich eine Methode entwickelt, um diesen Ideen einerseits Platz zu geben, aber andererseits dafür zu sorgen, dass sie mir nicht im Weg stehen. Und diese Idee ist eine ganz schlichte und ich möchte sie mit dir teilen. Diese Idee heiß Notizbuch. Das kann digital sein, das kann analog sein, das kann ein Büchlein sein, das du mit dir rumträgst oder einer der digitalen Anbieter. Ich nutze hier zum Beispiel Evernote als digitales Notizbuch und ich habe hier meine Dokumente, wo ich einfach diese Ideen sammle. Und ich hab für mich festgestellt, diesen Parkplatz zu schaffen, diesen Zwischenparkplatz zu schaffen, wo eine Idee erstmal rasten darf, wo eine Idee mal gut abliegen darf, wie das ja ein guter Wein tut oder ein guter Käse tut, bevor er wirklich zur Reife kommt. Das ist ein extrem vernünftiger Ansatz, weil es bewahrt mich davor, jeden Tag einer neuen Idee hinterherzulaufen. Und wir wissen ja eines, die erfolgreichsten Unternehmerinnen und Unternehmer, das sind diejenigen, die Fokus haben, die sich wirklich auf eine Sache konzentrieren und dort dranbleiben, sich nicht ablenken lassen.
Und gleichzeitig ist es aber absolut erfreulich, wenn ja immer wieder neue Ideen dazukommen und dieser Parkplatz, wie ich ihn nenne, dieser Parkplatz in Form eines digitalen Notizbuchs, wo ich Ideen einmal zwischenpacke und einfach ablade und damit sicherstelle, dass ich sie nicht vergesse, das beruhigt mich innerlich wahnsinnig und auch dafür sorge, dass sie dort auch liegen bleiben dürfen und ich mal in den nächsten Wochen, Monaten und ja oft sogar Jahren schauen darf, ob diese Idee ein Keimling ist, ob diese Idee die Saat ist für was, wo was Großes daraus erwachsen darf. Und das schaue ich mir an über die Zeit, weil es passiert dann oft, dass ich wieder mal an die Idee denke und mir fällt was Neues ein, dann ergänzt sich das an dieser Stelle im Notizbuch. Deswegen ist das digitale Notizbuch aus meiner Sicht auch so hilfreich, weil du dort wirklich die Ideen fortschreiben kannst am selben Platz, was bei einem analogen Notizbuch vielleicht dann oft nicht funktioniert, weil die Seiten schon vollgeschrieben sind.
Das heißt, ich pflege meine Ideen wie Pflänzchen. Ich pflanze sie zunächst im Notizbuch, dann fällt mir was Neues ein, dann gieße ich diese Ideen damit und sie wachsen dann vielleicht sich größer aus. Manchmal habe ich wirklich einen Impuls und setze mich dann ran und arbeite eine Idee auch näher aus bis hin zu kleineren Konzepten und dann bleibt es wieder liegen und ich schaue dann wirklich, wie oft biegt eine solche Idee dann auch wirklich um die Ecke. War es wirklich nur eine Eintagsfliege, wo ich mir gedacht habe, das wäre ja eine tolle Sache, eigentlich sollte man dieses oder jenes machen. Übrigens gleich einmal ein verdächtiger Punkt oder Aspekt, man sollte machen. Das ist meistens nicht unbedingt der beste Indikator dafür, Dinge selber zu verfolgen. Und wenn eine Idee dann irgendwann vielleicht nicht mehr um die Ecke biegt und es war nur eine Eintagsfliege, dann versandet sie einfach in diesem Notizbuch. Und deswegen ist dieses Notizbuch, dieses Digitale für mich einerseits Friedhof für Ideen, aus denen nichts wurde und andererseits aber auch fruchtbarer Wachstumsboden für Ideen.
Viele meiner Unternehmen sind irgendwann einmal in diesem Notizbuch entstanden, Erst nur als einfache Idee, dann habe ich was ergänzt, dann habe ich immer wieder Gedanken hinzugefügt und irgendwann habe ich dann an einem Wochenende mich mal hingesetzt und ein paar Dinge ausformuliert und ich drehe und wende diese Ideen dann. Ich spiele mit ihnen förmlich und dann merke ich auch, wie viel Lust und Freude bereitet es mir, mit einer Idee zu spielen und merke dann auch, was sind die Ideen, die ich vielleicht nicht mehr angreife, was sind die Ideen, zu denen ich fast im Wochentakt hingreife. Und das ist dann schon ein Indikator für eine gewisse Anziehungskraft, die eine Idee auch hat.
Und dann darf sie sich auch ihren Platz nehmen. Und so habe ich für mich diesen natürlichen Selektionsmechanismus gefunden, den Impuls, den wir viele von uns Unternehmerinnen und Unternehmer jeden Tag haben, diesen Impuls zu trennen von der sofortigen Aktivität. Ich halte es wirklich für schwierig, wenn man als Unternehmerin, als Unternehmer jedem Impuls sofort hinterherhechelt.
Das ist wie das berühmte rosa Kaninchen, das wird dann abgelöst vom rosa Vögelchen, das um die Ecke fliegt und danach vom rosa Elefanten. Also du bist permanent abgelenkt, weil irgendwas um die Ecke biegt. So schaffst du keinen Fokus, so bleibst du nicht dran, so verfolgst du nicht kraftvoll deine Ideen.
Und deswegen ist für mich eigentlich das Wirkungsvollste, diesen Parkplatz zu schaffen, diesen fruchtbaren Acker der Ideen zu schaffen, wo ich eine Idee einfach mal wie ein Körnchen aussäe und dann schaue, was passiert. Will ich sie gießen, will ich sie nicht gießen, gehe ich wieder ran, pflege ich das Pflänzchen, pflege ich es nicht, bekommt Aufmerksamkeit, also das sprichwörtliche Sonnenlicht in dieser Metapher. Und so schaue ich mir über die Zeit einfach an, was passiert. Also ich lasse es kommen, ich mache nichts auf Druck, ich versuche mir das abzugewöhnen über die Jahre. Und ich weiß natürlich, Menschen sind unterschiedlich, aber meine Erfahrung zeigt eigentlich, dass dieses auf Druck was krampfhaft verfolgen, das hat bei mir selten gute Dinge produziert. Also ich schaue einfach einmal, was kommt. Wem das zu passiv klingt, den möchte ich korrigieren an dieser Stelle. Das ist ein hochgradig aktiver Prozess, Ein hochgradig aktiver Prozess, wo ich wirklich aufmerksam bin und schaue, was passiert und schaue, ob es mich zu einer Idee hinzieht. Also es ist sehr aktiv, aber ich tue es nicht krampfhaft anschieben. Dazu muss eine Idee eine kritische Schwelle überschreiten.
Nä ich muss sie oft in die Hand nehmen, ich muss sie täglich pflegen, ich muss das Gefühl haben, mich zieht es permanent in dieses Notizbuch hinein und ich will weiterschreiben. Ich will das konzipieren, ich will das ausdenken, zu Ende denken und ich will es eben letzten Endes auch tun. Das ist mein Rat an dich.
Wenn du jemand bist, der jeden Tag viele Ideen hat, schaff dir diesen Acker, wo du diese Ideen aussähst und sie aktiv beobachten kannst, diesen Parkplatz, wo du einfach Ideen auch mal ablegen kannst mit dem ruhigen Gewissen, dass sie nicht verloren gehen. Das ist meine Antwort auf die Frage, wie ich mit neuen Ideen umgehe, wie ich es schaffe, dann auch den Fokus zu wahren. Und ich hoffe sehr, dass dir diese Antwort dienlich war, weil genau das ist das Ziel dieses Podcast jede Woche hier bei Business Gladiators Unplugged. Und ich darf dich heute bitten, auch vielleicht was beizutragen, indem du diesen Podcast weiterempfiehlst. Wenn du Unternehmerinnen, Unternehmer in deinem Umfeld hast, in deinen sozialen Netzwerken, egal ob online oder offline, dann empfiehl diesen Podcast bitte weiter.
Mein Ziel ist, was beizutragen und je mehr Menschen ich das tun kann, umso erfolgreicher und wirkungsvoller bin ich. Deswegen danke ich dir sehr für deinen Beitrag und vor allem auch für dein Interesse. Ich freue mich, wenn du nächste Woche wieder dabei bist bei einer neuen Folge von Business Gladiators Unplugged. Bis dorthin, alles Liebe, viel Erfolg. Bye bye.