Folge 164 - Unternehmertum_ Wann kann ich mein Business übergeben (und weiterziehen)_
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Ab wann kann man loslassen?
This question asks at what point an entrepreneur can confidently delegate control and step back from their business. It specifically refers to a business founded three years ago with several employees, including a key contributor, indicating a desire to transition leadership to pursue new ideas.
“Heute komme ich mit einer Frage und zwar ab wann kann man loslassen? Konkret geht es darum, wir haben vor drei Jahren Business gegründet, es läuft jetzt, wir haben einige Mitarbeiter.”
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Wann ist mein Business so weit, dass ich es übergebe und weiterziehe? Ja, wann ist der richtige Zeitpunkt, dass ich mein Business jemand anderes übergeben kann und selber weiterziehe zur nächsten neuen Idee? Ich glaube, so viele Unternehmerinnen, Unternehmer, vor allem von der visionären Sorte, können ein Lied davon singen. Man hat dauernd die Lust, schon wieder was Neues zu machen, das nächste anzugehen, aber irgendwie denkt man sich ist das doch schon der richtige Zeitpunkt, um weiterzuziehen? Ist mein Business schon so weit, dass sie wirklich es jemandem übergeben kann?
Und genauso eine Frage Wir erhalten über meine Podcast WhatsApp Line unter drei hundert drei und dreiig ein und dreiig tausend fünf hundert fünf und fünfzig und da hören wir jetzt gemeinsam kurz rein. Ja, servus Philipp, Hallo seit Jahreswechsel her dein Podcast und bin mega begeistert über deine Echtheit, über die Motivation, was du immer gibst und vor allem auch die Infos, was du gibst. Heute komme ich mit einer Frage und zwar ab wann kann man loslassen? Konkret geht es darum, wir haben vor drei Jahren Business gegründet, es läuft jetzt, wir haben einige Mitarbeiter, vor allem einen haben wir mit dabei, der voll mitzirkt. Und für mich stellt sich jetzt die Frage, nachdem ich eher der Abenteurer bin und es irgendwie nicht aushalte, wann immer das Gleiche passiert, ab wann kann ich loslassen? Ab wann kann ich vielleicht Geschäftsführer einsetzen und die Zügel in andere Hände legen, um wieder was Neues zu beginnen?
Meines Wissens nach hast du das gemacht und darum die Welche Tipps, welche Parameter würdest du da beachten? Ich freue mich auf deine Antwort. Tschüss. Vielen Dank für die fantastische Frage.
Du nennst es Abenteurer, das mag ich. Klingt gefährlich, weil die erste Sache, die ich dir sagen will, ist die Wahrscheinlichkeit, dass du dir und du das bist jetzt jede und jeder, der heute und die heute hier zuhört, die Wahrscheinlichkeit, dass du dir diese Frage zu früh stellst, ist extrem hoch. Und jetzt kenne ich dein Business nicht. Ich weiß nicht, wo es steht genau, Ich weiß nicht, wie weit es ist. Ich sag nur meine persönliche Erfahrung ist Die Wahrscheinlichkeit, dass du dir diese Frage zu früh stellst, ist extrem hoch. Warum ist es so? Naja, weil der Abenteurer in dir, der Visionär, die Visionärin in dir natürlich sofort schon Lust verspürt, auf das nächste Abenteuer loszugehen. Und dann tut unser Gehirn das, was es immer tut es redet sich die Dinge zurecht.
Na, das geht schon, na, das Business ist schon so weit. Nein, das ist kein Problem. Wir sind gut aufgestellt. All diese Dinge. Und ganz ehrlich, es muss ja nicht immer nur darum gehen, ein neues Business aufzubauen.
Das kann auch heißen, bist du bereit fürs nächste Angebot, fürs nächste Produkt. Also diejenigen, die permanent, so wie ich, ich bin ja schuldig im Sinne der Anklage, so wie ich auch, jeden Tag neue Ideen, neue Vision produzieren, sind immer davon gefährdet, zu früh weiterzuziehen und ihre Sache noch nicht gut genug aufgestellt zu haben und schon gar nicht zu Ende gebracht zu haben. Das heißt, der Disclaimer vorneweg ist, die Wahrscheinlichkeit, dass du dir diese Frage, ob du schon weiterziehen kannst, zu früh stellst, ist extrem hoch. Danach drei Punkte für alle, die es bewegt und für alle, die in einer ähnlichen Situation sind oder schon ein bisschen das Kribbeln spüren, dass sie vielleicht früher oder später mal in diese Situation kommen könnten. Drei Punkte dazu. Erstens, wenn du jemanden hast, den du in die Verantwortung bringen kannst, grandios, mach es.
Aber mach es nicht gleich alles über Kopf, dass du jemanden sofort die Geschäftsführung umhängst und sagst, viel Spaß, Papa, ich bin beim nächsten Projekt, sondern gib Menschen die Möglichkeit, in eine Verantwortung reinzuwachsen. Ich bin ein großer Fan davon, dass jede und jeder von uns, die wir unternehmerisch aktiv sind, immer und zu jedem Zeitpunkt ganz klar eine Nummer zwei haben sollte und muss. Und die Frage darfst du dir hast du eine Nummer zwei?
Und diese Nummer zwei, die darfst du natürlich auch in eine adäquate Position bringen. Das kann jetzt sein von der Position des COO oder jemand, der das operative Geschäft verantwortet oder eine Bereichsleitung oder eine Stellvertretung oder eine Assistenz der Geschäftsführung. Es gibt eine Stabsstelle, whatever.
Es gibt ja so viele Möglichkeiten für diese Menschen, einen richtigen Rahmen zu schaffen. Aber wenn du hier jemanden hast, bring diese Person in Position, ohne dass du deine eigene Position verlässt und deine eigene Verantwortung aufgibst und gib der Person Chance zu wachsen, in Verantwortung reinzukommen. Erster Punkt. Zweiter Punkt ist, egal wie weit du weiterziehst, ob nur ein bisschen am Anfang mit jemandem, den du vielleicht in einer Stabsstelle hast, der dir immer mehr abnimmt oder du übergibst sogar die Geschäftsführung unternehmerisch bleibst du immer in charge und zwar so lange, bis du deine Firma verkaufst.
Das heißt, es gibt Aufgaben des Unternehmers, der Unternehmerin, die bleiben dir. Das heißt, du kannst gar nicht so weit weiterziehen, außer du verkaufst die Firma, als dass dir diese Aufgaben nicht bleiben würden. Du bist verantwortlich für die Richtung, die Strategie, die Energie im Unternehmen, Vision, Mission, Werte. Dafür verantwortlich, dass die richtigen Leute da sind, dafür verantwortlich, dass die Systeme da sind. Und ich werde über die Systeme gleich noch sprechen. Das ist deine unternehmerische Verantwortung. Wenn du dir also aus deiner unternehmerischen Verantwortung zurückziehst, ohne dass du einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin hast als Unternehmer, als Unternehmerin hast, also im Wesentlichen eine Käuferin, einen Käufer, also wenn du dich da zurückziehst und eigentlich nicht ersetzt bist, dann wird dein Unternehmen das spüren.
Du hast mit deiner unternehmerischen Energie, so viel darf ich dir aus eigener Erfahrung sagen, Unternehmerische Energie ist eine Urgewalt. Es ist unfassbar. Also wenn unternehmerische Energie detoniert, dann kommt Himmel und Hölle in Bewegung und es entstehen große Dinge aus dem.
Das ist die Kraft, die es braucht, um Dinge aus dem Nichts zu erschaffen. Das ist ja so ein schöpferischer Prozess, der ist ja extrem viel Energie in Bewegung. Und genau diese Kraft braucht es.
Und diese Kraft braucht es, um einen Schwungrad einmal anzuschieben. Und wenn du dir das vorstellen willst, dann schau dir ein YouTube Video an, da gibt es Menschen, die schieben einen LKW an und dann wirst du merken, am Anfang hängen die sich mit einer Kraft dagegen, Es ist unfassbar. Und dann kommt genau nichts.
Es passiert gar nichts. Die drucken dagegen, es passiert nichts. Und irgendwann führt die Kraft dazu, dass er sich einen Millimeter bewegt, einen Millimeter, ein Zentimeter.
Und dann passiert das, was man Momentum nennt man ein Schwungrad fahrt aufgenommen hat auf einmal schaut aus, als würde der locker den LKW schieben. Was passiert aber jetzt, wenn der sagt, na jetzt ziehe ich zu meinem nächsten Projekt weiter, da gibt's einen anderen LKW, der ist pink und der ist lustiger und den möchte als nächstes anschieben. Was passiert, wenn der aufhört? Nein, der LKW bleibt nicht stehen, er rollt ne Zeit. Warum?
Weil das ein Schwungrad so an sich hat man diese höchste notwendige Kraft einmal vollbracht wurde, um was in Bewegung zu versetzen, dann hat das Schwung aufgenommen und dann rollt es noch ein bisschen. Das heißt, es wird dir am Anfang gar nicht auffallen, dass du da vielleicht zu früh dich zurückgezogen hast, aber irgendwann wird es langsamer werden und irgendwann wird es stehen bleiben und spätestens dann hast du ein Thema. Und deswegen sei dir bewusster, du brauchst zu jedem Zeitpunkt in jeder deiner Rollen eine Nachfolge.
Das heißt, du sprichst jetzt davon, die Geschäftsführung irgendwann zu übergeben. Das kann ein Ziel sein und das ein gutes Ziel. Ich habe das in all meinen Unternehmen gemacht und bin sehr froh darüber. Das heißt, das sind Menschen, die die Geschäfte führen, sind nicht die Unternehmerinnen und Unternehmer, sofern sie nicht beteiligt sind. Also Geschäfte führen heißt im Wesentlichen das operative Geschäft eigenverantwortlich steuern. Aber wenn du die komplett zurückziehen willst, brauchst du auch einen Nachfolger als Unternehmer, als Unternehmerin. Das heißt wahrscheinlich, du wirst deine Firma verkaufen müssen, weil wenn du dich sonst zurückziehst, wird irgendwann das Schwung gerade stehen bleiben und dann braucht es viel Kraft, um es wieder anzuschieben. Das ist also der zweite Punkt. Unternehmerisch bleibst du in charge, so lange bis du die Firma verkauft hast. Und der dritte Punkt ist, ich glaube, es gibt ein paar wesentliche Teile, wo ich gelernt habe, dass du wirklich Systeme geschaffen haben musst, damit so ein Rückzug überhaupt möglich wird.
Und es sind aus meiner Sicht die Schlüsselbereiche. Die Schlüsselbereiche eines Unternehmens. Das eine ist, du brauchst das System zur Kundengewinnung. Das zweite ist, du brauchst das System der Unternehmenskultur, also wie finden die Dinge dort statt. Und das dritte ist, du brauchst das System zur Kundenbegeisterung.
Also das sind die Prozesse und Wege, wie dort auch ein Output passiert, der Menschen begeistert. Das sind die drei Schlüsselsysteme, die du schaffen musst. Und da darfst du für dich bewerten, wie weit bist du. Da hast du ein System zur Kundengewinnung, das einfach läuft auf Autopilot. Und auf Autopilot heißt schon mal, es darf nicht an dir hängen, sondern hast du ein System geschaffen, wo du, egal mit wem und auch nicht nur, das hängt dann Mitarbeiterin A, weil wenn die weg ist, dann ist es kein System, wenn es dann zusammenbricht, sondern ein System, das theoretisch von jedem und jeder, die du an den Job setzt, betrieben werden kann, das dafür sorgt, dass ein kontinuierlicher Inflow an Kundinnen und Kunden kommt. Zweiter Hast du ein System, das sicherstellt, dass hier eine Unternehmenskultur am Leben erhalten und gepflegt wird, die den Werten entspricht, die du als Unternehmerin, als Unternehmer vorgegeben hast. Eine große Herausforderung, glaubt mir. Das also ist wirklich dafür gesorgt, dass die Unternehmenskultur so stark ist, dass sie alles, was nicht dazu passt, von selbst ausscheidet, Weil das ist ja die Stärke einer Unternehmenskultur. Also wenn jemand kommt in deine Firma oder die nicht passt zu euch, dass der oder die keine zwei Wochen aushalten, weil sie denkt, da pass ich nicht dazu.
Oder dass du ein System hast, auch in der Rekrutierung schon, das dafür sorgt, diese Menschen richtig auszuwählen. Und der dritte Punkt ist, hast du ein System zur Kundenbegeisterung, hast du also die Standards in deinem Unternehmen so definiert, dass sichergestellt ist, dass das, was rauskommt an Wertschöpfung, so begeistert ist, dass Menschen gerne wieder kaufen.
Und solange du diese drei Systeme nicht in place hast, brauchst du keine Sekunde darüber nachdenken, dich zurückzuziehen. Und deswegen sind meine drei Punkte für dich. Das erste ist, gratuliere, bring jemanden in Verantwortung. Jede und jeder von uns braucht eine Nummer. Zweiter Punkt ist, du bleibst, egal wie viel du übergibst, unternehmerisch immer in der Verantwortung. Das heißt, du bist nie ganz weg, außer du verkaufst deine Firma.
Dritter Punkt ist, du brauchst in drei entscheidenden Bereichen Systeme in place, damit du überhaupt über Rückzug nachdenken kannst. Das System zur Kundengewinnung, ein System zur Unternehmenskultur und ein System zur Kundenbegeisterung. Keines dieser Systeme darf von dir oder einer spezifischen Person abhängen.
Ich hoffe, das waren ein paar Maßstäbe für dich, ob du bereit bist für den Rückzug. Ich finde die Frage wirklich grandios, weil wir Unternehmerinnen, Unternehmer, wir sind einfach Leute, die gerne erschaffen. Und das ist unsere größte Stärke, aber gleichzeitig auch unsere größte Schwäche, wenn wir uns zu früh über den Acker hauen.
Und deswegen danke ich dir sehr für die Frage und hoffe sehr, sie war für viele Menschen da gewinnbringend und freue mich, wenn ihr nächste Woche wieder einschaltet, hier bei Business Gladiators unplugged. Mein Name ist Philipp Maderthaner und ich freue mich auf dich. Alles Liebe und bye bye.