289_ Der Experten-Irrtum_ Warum keiner deinen Content ernst nimmt – und wie du in 30 Tagen Autorität wirst
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10-20% Aufmerksamkeits-Content mit Viralitätspotenzial
Ein kleinerer Teil des Content Mix, etwa 10 bis 20 Prozent, sollte bewusst darauf ausgelegt sein, Aufmerksamkeit zu generieren und Viralitätspotenzial zu haben. Diese Inhalte können dazu dienen, die Komfortzone zu verlassen und ein breiteres Publikum zu erreichen, das die Marke oder Person bisher nicht kannte.
“bei zehn bis zwanzig Prozent spiele ich das Aufmerksamkeitsgame mit und mache Dinge, die Viralitätspotenzial haben.”
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Sie versuchen einen Beweis abzuliefern auf Social Media, dass sie eine perfekte Strategie exekutieren. Was du gestern gemacht hast auf Social Media ist wurscht. Du kannst heute alles ausprobieren, weil es ist nächste Woche wurscht. Wenn dir diese ganzen Internet Pseudo Gurus die Haare zu Berge steigen lassen, wenn du das unendlich peinlich und furchtbar findest, dann bist du in der Folge jetzt genau richtig.
Wir reden darüber, wie kann ich einen authentischen Auftritt als Expertin, als Experte mir entwickeln? Wie tief muss ich gehen und was sind die goldenen Regeln dafür? Darüber reden wir jetzt in dieser Folge von Philipp Maderthaner Unplug.
Wir haben die Julia aus dem Ländle dabei, aus Dornbirn zugeschalten. Freue ich mich sehr. Julia, schöne Grüße, schön, dass du dabei bist. Freue mich wirklich. Philipp, Wann bist du auf den Podcast gestoßen?
Ich folge dir schon seit vielen Jahren. Das ist schön. Umso mehr freue ich mich, dass du live dabei bist heute. Was beschäftigt dich, Julia?
Ja, Philipp, vielen Dank. Ich freue mich echt total, dass ich heute meine Frage stellen darf. Wie du weißt, beschäftige ich mich schon seit circa zwanzig Jahren mit Immobilien.
Am liebsten berate ich Käuferinnen, die sich ihre erste eigene Immobilie kaufen wollen, damit sie keine Fehler machen. Also ich kaufe die durch den gesamten Prozess hindurch, vom Finden einer profitablen Wohnung über die Finanzierung und bis zum Finden eines perfekten Mieters. Und seit einiger Zeit habe ich selber einen Podcast und bin auch auf Social Media aktiv, vor allem auf Instagram.
Aber anders als viele meinen, dass ich vielleicht mehr Storytelling machen soll oder Persönliches erzählen soll, glaube ich eher, dass meine Zielgruppe Fakten wissen will. Und das würde mir als Juristin und Immobilienexpertin in die Hände spielen. Aber wie du das Philipp wie viel Inhalt kann ich Menschen zutrauen, damit sie ihren größtmöglichen Nutzen daraus ziehen und ihr Interesse beibehalten?
Ja, also die Frage ist deswegen genial natürlich, weil sie uns allen ja blüht, wenn wir über inhaltliches Fachwissen verfügen und trotzdem gefühlt ja auf Kanälen unterwegs sind, wo du das Gefühl hast, du musst nur einen verrückten Tanz aufführen und dann kriegst du Reichweite. Aber das scheint uns beiden ja jetzt nicht unbedingt als die richtige Strategie. Insofern kann ich die Frage verstehen Ich sag dir ein paar Dinge, Julia.
Das eine, die richtige Antwort, habe ich nicht für dich. Und bevor du jetzt gleich die ausschaltest und alle wegschalten vom Podcast, die richtige Antwort ist immer das Ergebnis von der Haltung und Intention, Mehrwert stiften zu wollen, dem Bekenntnis auf Konsistenz und dem Mut zum Experiment. Das sind die ersten drei Zutaten, weil die Wahrheit ist, ich kann es dir nicht sagen, wie es für deine Zielgruppe ist.
Du weißt das nicht. Ich weiß es nicht. Niemand weiß es. Es ist nur herausfindbar, wann du unter dieser Prämisse dieser drei Punkte, nämlich Mehrwert, Konsistenz und Experiment reingehst, um es rauszufinden. Die Leute, die um die Ecken birnen und sagen, ich weiß, wie es für dich ist, da musst du gleich die Füße in die Hand nehmen und davonrennen. Niemand weiß irgendwas.
Und jetzt kommt das Schwierige dazu, Es kann sich auch am Weg ändern, weil die Plattformen sich ändern. Also das heißt, das Erste, was ich dir raten möchte, ist wirklich zu sagen, neutral reinzugehen und zu sagen, ich bin bereit, was auszuprobieren. Ich bin bereit, unterschiedliche Dinge zu machen und mir anzuschauen, wie funktioniert es und was für Resonanz bringt es. Und wenn du jetzt sagst, du hast das Gefühl, es kommt mehr zurück, wenn du unter Anführungszeichen jetzt da inhaltlicher wirst, probier das aus, probier auch das andere aus. Also sei so offen und geh rein und verabschiede dich von der Vorstellung.
Es muss niemand, es hat irgendwann einmal ein Schmäh geben. Guter, schlechter Schmäh darf jeder für sich selber beurteilen. Wo ist der beste Platz, eine Leiche zu verstecken.
Seite zwei auf Google schaut nämlich keiner hin. Das gleiche Beispiel könntest du bringen und sagen, am besten irgendwo im unteren Drittel von deinem Social Media Feedback. Da schaut nämlich auch keiner hin. Das heißt also, was du gestern gemacht hast auf Social Media ist wurscht. Und trotzdem sind so viele Leute dahinter, dass sie versuchen, ich weiß nicht, an Beweis abzuliefern auf Social Media, dass sie eine perfekte Strategie exekutieren.
Weißt du, was ich meine? Als würde jetzt jemand hergehen und würde sagen, schauen wir mal, ob der Marathon wirklich eine Strategie hat und scrollt dadurch und sagt, na bitte, da ist ja Zickzack. Und über das Machen nur Vollidioten.
Niemand tut das. Das heißt, es ist belanglos, was du gestern, letzte Woche oder vor drei Monaten gemacht hast. Und damit ist das Schöne, du kannst heute alles ausprobieren, weil es ist nächste Woche wurscht. Aber es wird dir helfen, das heute ausprobieren, damit du nächste Woche noch mehr weißt.
Die besten Comedians der Welt, wenn die auf Tournee gehen und dann ist alle dreiig Sekunden ein verlässlicher Lacher. Was die machen im Vorfeld einer Tournee ist, die touren durch alle unbedeutenden Comedy Clubs, probieren ein tausend Schmähs aus, von denen neun hundert fünfzig nicht funktionieren und die fünfzig die funktionieren. Pocken sind ein Programm, ist genau das gleiche.
Das heißt, es braucht es Bekenntnis, Mehrwert liefern zu wollen, Konsistenz, also stetig zu tun und permanent im Experimentiermodus zu sein. Ich probiere so viel aus, da heute beim Podcast, im Hintergrund, im Vordergrund, überall. Also das ist mein erster Punkt. Nur so wirst du die Antwort auf deine Frage finden. Was will meine Zielgruppe? Und da musst du natürlich hinschauen und hinhören. Hinschauen auf die Zahlen, hinhören auf die Kommentare, auf die Feedbacks, die du kriegst. Mein zweiter Punkt ist Julia und der ist schon aus meiner eigenen Lernkurve jetzt wieder heraus. Der zweite Punkt ist, wir glauben, ich sage jetzt einmal, wenn ich diese zwei Pole Attention auf der einen Seite und Education auf der anderen, also quasi das Haschen um Aufmerksamkeit oder das Edukative, das Informative auf der anderen Seite, Wir glauben, wir müssten uns entscheiden.
Die Wahrheit ist, es ist eine Reihenfolge. Es ist kein Entweder oder, Es ist eine Reihenfolge. Und ich sage dir, ich lerne das auch, Weil mir stellt es wirklich, wenn ich teilweise in den Feed reinschau auf Instagram, mir stellt es die Haare auf, da steigt die Krausbirne. Es ist furchtbar. Es ist Fremdschämen, was Leute da teilweise aufführen.
Ich will nie einer und wollte nie einer von diesem Pseudo Gurus sein. Ich finde es wirklich eine Katastrophe. Und gleichzeitig muss ich aber anerkennen und du auch und alle, die zuhören, die Aufmerksamkeitsökonomie funktioniert nach bestimmten Gesichtspunkten. Das heißt, ich muss ein bestimmtes Handwerk umsetzen, damit ich Aufmerksamkeit kriege. Ein Handwerk zum Beispiel ist, wenn ich ein Video poste, braucht es vorn an Hook.
Die Erzählweise auf Social Media ist nicht wie ein Geschichtenerzähler der Gute Nacht Geschichte erzählt, quasi klein an. Jetzt tue ich doch schau, jetzt machen wir Weltpremiere, jetzt tue ich zeichnen. Zack, schauen wir mal, ob ich das jetzt hinkriege. Für alle, die zuhören, ihr müsst euch jetzt kurz gedulden. Philipp tut was zeichnen und wenn ihr auf Spotify schaut oder den Podcast auf YouTube, dann könnt ihr sogar sehen, was ich zeichne. Wenn nicht, dann darf ich jetzt vorstellen, aber ich werde es auch kommentieren. Also die frühere Erzählweise, wie wir sie gelernt haben, ist da sehen wir schon, schaut tadellos ist ich fange langsam an, bau mich auf, zack und dann geht es wieder runter.
Das ist die klassische Geschichtenerzählweise. Heute brauche ich also ich fange vorne an und muss die Leute reinkriegen hoch schieb also alles an wichtiger Information, Ich schieb den Höhepunkt vorweg und der Rest kommt hinterher. Und die Wahrheit ist, die Videos nach hinten raus nehmen sie dann meistens ab in dem wie sie gesehen werden.
Aber ich brauch den Hook und den Höhepunkt brauche ich vorneweg. Und das ist einfach schlichtes Handwerk, Julia. Und so funktioniert die Aufmerksamkeitsökonomie und da kann der chatgpt helfen, Hooks zu machen. Deswegen sage ich beim Video am Anfang oder am Anfang von dem Podcast, das ist die eine Sache, die bei meiner Social Media Präsenz am Anfang völlig falsch gemacht habe, das ist ein Hook Und jetzt kann man sagen, ja, das ist irgendwie peinlich komisch irgendwas. Ja, aber es funktioniert.
Und wenn ich sage, es ist eine Reihenfolge, dann bezieht sich das nicht nur auf das Video an sich, wo ich sage eigentlich zuerst Attention, dann Education. Es bezieht sich auch auf deinen Content Mix insgesamt. Das heißt also, du kannst gern ich sage jetzt einmal Hausnummer und das wird ein Experiment.
Du kannst sagen, ich mach achtzig Prozent Content, der ist edukativ, das mache ich auch, aber du kannst sagen, bei zehn bis zwanzig Prozent spiele ich das Aufmerksamkeitsgame mit und mache Dinge, die Viralitätspotenzial haben. Werden das die informativsten Sachen sein der Welt? Nein, aber du musst auch manchmal dein Kreis verlassen. Fahren wir so schön beim Zeichnen, lasst mich noch mal weiter tun. Du musst auch manchmal deinen Kreis verlassen. Wenn du immer nur Education machst, dann bleibst du da in deinem Kreis deiner Community und da machst du Content, Education, Education, Education.
Da draußen sind aber Millionen Menschen. Damit du hin und wieder am Pfeil da rausschiesst, musst du das Aufmerksamkeitsgame hin und wieder mitspielen und an Stern setzen und sagen, so und jetzt verlasse ich einmal meine Komfortzone und mach was. Das ist nicht jetzt zwingend meine Kern Content Strategie, aber ich mache was. Das bringt Aufmerksamkeit und es wird dazu führen, dass Leute, die dich bis jetzt nicht gekannt haben, auf einmal auf dich aufmerksam werden und schrittweise deine Community erweitert wird, weil du manchmal Sachen machst, die eben über das hinauswirken. Macht das Sinn?
JULIA Ja, das macht absolut Sinn. Also das heißt, es ist kein Entweder oder Game, sondern es ist eine Reihenfolge. Wir brauchen Attention und Education innerhalb des Contents, aber auch in unserem Content Mix. Und der dritte Punkt ist, da bin ich kurz hellhörig geworden, ist, wie du gesagt hast, Fakten oder Information. Ich glaube wirklich, Julia, es ist extrem gefährlich, wenn du dich sozusagen auf Fakten aufbaust, deine Content Strategie oder auf Information, weil Information sind heute Commodity.
Das wird im Zeitalter von KI wird es noch schwieriger werden. Was die Leute brauchen, ist nicht Information, sie suchen nach Sicherheit. Das ist ein ganz anderes Bedürfnis. Wir glauben, was an der Oberfläche ausschaut. Wie ein Informationsbedürfnis ist eigentlich ein Sicherheitsbedürfnis. Gerade in deinem Fall und ehrlicherweise im Fall der meisten Beraterinnen und Berater ist es ein Sicherheitsbedürfnis.
Die Leute sind unsicher und Unsicherheit ist nicht zwingend mit Information zu bekämpfen, sondern mit Einordnung. In dem Podcast da, Julia Ich erzähle da nichts, was nicht man irgendwo finden könnte. Weißt du, was ich mein? Aber es gibt mir gegenüber offenbar Vertrauen aufgrund Track Record. Und was ich tun kann, ist einordnen. Ich kann sagen, du schau doch einmal so drauf auf die Sache.
Und das ist es, worauf man Content Strategie auch bauen kann. Also mit der Information wäre ich vorsichtig. Die Einordnung der Information, um Sicherheit zu geben, das kann was sein. Bei manchen anderen ist vielleicht das Bedürfnis nicht Sicherheit, sondern Vorsprung. Vorne sein.
Bedeutsam sein ist auch Bedürfnis. Also am Ende sind wir bei den ganz schlichten Bedürfnissen von Menschen. Menschen suchen nach Sicherheit auf der einen Seite. Das Pendant dazu ist Menschen suchen nach Abwechslung. Deswegen folgen sie zum Beispiel Koch Accounts. Ist ja nicht so, dass irgendwem Information fehlen würde, wie ein Handel mach. Es geht um Abwechslung, um Inspiration, also Sicherheit auf der einen Seite, Abwechslung auf der anderen Seite. Es geht um Bedeutsamkeit, was Menschen suchen. Manche suchen Zugehörigkeit und Bindung, manche suchen die Möglichkeit zu wachsen oder die Möglichkeit, was beizutragen. Das sind so sechs Grundbedürfnisse, die Menschen eigentlich haben.
Und was wir uns alle entscheiden dürfen, ist, welches dieser Bedürfnisse wollen wir servicieren. Und in deinem Fall, muss ich ehrlich sagen, ist es mir ist es sehr wahrscheinlich, es ist Sicherheit. Ich kaufe mir meine erste Immobilie, ich will bitte nichts falsch machen.
Und da ist es nicht die Information, sondern es ist die Qualität der Einordnung der Information. Und damit Julia, eben drei Sachen von mir. Das eine ist, du wirst das nur rausfinden über Konsistenz und Experiment bei Bekenntnis zu Mehrwert. Das zweite ist, Attention und Education sind weder ein Widerspruch noch ein Entweder oder. Sie sind eine Reihenfolge. Es hat mir sehr geholfen, weil ich würde nie im Leben mein Content Strategie auf so eine Kasperl Content Strategie umstellen wollen. Weißt, wo ich nur mehr lustig bin und hahaha und diese ganzen gekünstelten Videoformate, da muss ich kotze ich mich an wirklich.
Aber ich habe verstanden, ich wäre es immer noch nicht an die Spitze treiben, aber verstanden, ich wäre wahrscheinlich mit zehn Prozent meines Contents meinen Kreis verlassen, um Raketen zu schießen, ein Feuerwerk zu zünden, außerhalb meines Kreises, um meinen Kreis zu vergrößern. Der dritte und letzte Punkt ist, Fakten sind Commodity. Menschen haben andere Bedürfnisse.
In deinem Fall Sicherheit. Sicherheit erzeuge ich vor allem durch Einordnung. Julia was denkst du, wie landet das bei dir?
Super, vielen Dank, Philipp. Weil ja, ich wäre selber ja nicht auf das gekommen, aber du sprichst es an, was auch mein Bedürfnis ist, was ich meinen Kundinnen auch mitgeben möchte. Genau, Sicherheit. Aber ich hätte jetzt nie meine Content Strategie auf das irgendwie aufgebaut, weil ich nicht daran gedacht habe. Und einen Punkt hast du auch genannt, dass der Feed, der alte Feed ja schon Schnee von gestern. Und das muss mir auch noch mal bewusst werden, weil ich denke mir immer, ich muss so einen schönen Feed haben und alles muss perfekt sein und der Inhalt muss stimmen.
Aber ja, völlig wurscht, wenn du bei mir runterscrollst, da kriegst du Ganselhaut, das ist ein Wahnsinn, aber das tut eh Gott sei Dank fast niemand und die, die es tun, ist mir auch wurscht. Es ist ja meine dokumentierte Lernreise. So muss das sehen. Weißt du, was ich mein? Nicht die dokumentierte, perfekte Social Media Strategie. Es ist meine dokumentierte Lernreise. Was du?
Julia, ich danke dir sehr. Danke fürs Dabeisein. Ich wünsche dir echt viel Erfolg bei der Umsetzung. Große Freude. Fragen wie deine machen diesen Podcast aus. Also danke echt, dass du dabei warst.
Wenn jemand anderes eine Frage hat und du jetzt gerade zuhörst und dir denkst, oh, da ist noch was, schick mir deine Frage. Social Media oder über unsere WhatsApp Line unter drei hundert drei und dreiig Millionen fünf hundert fünf und fünfzig und dann geht es nächste Woche hier schon wieder bei bei Philipp Maderthaner am Plug. Alles Liebe, ciao, ciao, Wer bin ich und wenn ja, wie viele?
In der Social Media Positionierung oft gar nicht so einfach zu beantworten, wenn du viele Rollen innehast oder noch schlimmer viele Zielgruppen ansprechen willst. Wie bringe das unter einen Hut in eine saubere Positionierung für Social Media. Darüber reden wir mit der Kamella nächste Woche bei Philipp Maderthaner unplugged.