Folge 32 - Wie schaffe ich eine Fehlerkultur in meinem Unternehmen?
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Akzeptanz der eigenen Unvollkommenheit befreit Energie für Produktivität
Die bewusste Akzeptanz der eigenen Unvollkommenheit und die Abkehr vom Zwang, perfekt sein zu müssen, setzt erhebliche Mengen an Energie frei. Diese Energie, die zuvor für das Aufrechterhalten eines Scheins oder für Selbstkritik gebunden war, kann nun produktiv eingesetzt werden. Sie ermöglicht es, sich auf tatsächliche Aufgaben und Ziele zu konzentrieren und effektiver zu arbeiten, anstatt sich mit unerreichbaren Idealen zu belasten.
“Wir sind nicht perfekt und ab dem Zeitpunkt, wo wir uns das zugestehen, brauchen wir nicht mehr so zu tun als ob. Das setzt wertvolle Energie frei.”
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Wie gehe ich mit Fehlern von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um? Oder anders Wie schaffe ich eine Fehlerkultur in meinem Unternehmen? Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Business Gladiators Unplugged, dem Podcast für Unternehmerinnen und Unternehmer, mit einer Frage, die viele von uns bewegt und viele von uns beschäftigt. Vor allem dann, wenn wir oft und gerne in die USA blicken, wo im Silicon Valley die vielbeschwörte Fehlerkultur herrscht.
Fail fast, fail forward. All diese tollen und flotten Sprüche, die so gut klingen, bis dann tatsächlich ein Fehler passiert. Dann ist es wie immer oder unangenehm, schmerzhaft, es nervt uns, es ärgert uns.
Und da stellen wir uns die Wollen wir eigentlich eine Fehlerkultur etablieren? Wollen wir eine Kultur, in der wir Fehler anstreben? Ist das wirklich unser Ziel? Oder ist es nicht vielmehr, dass wir eine Kultur der Eigenverantwortung anstreben? Eine Kultur der radikalen Ehrlichkeit und eine Kultur der Wachstumsorientierung im Unternehmen?
Genau darauf will ich heute eingehen. Ich möchte hier keine Wortklauberei betreiben, aber ich möchte dir drei Aspekte mitgeben, von denen ich überzeugt bin, dass sie eigentlich im Zentrum dieser Überlegungen stehen sollten. Wenn wir uns die Frage Wie gehen wir mit Fehlern im eigenen Unternehmen eigentlich um? Die erste Antwort ist aus meiner Sicht eine Kultur der Eigenverantwortung.
Das ist vor allem dann wichtig, wenn du mit deinem Unternehmen vorhast zu wachsen. Wenn du vorhast, mit deinem Unternehmen was zu schaffen, das größer ist als du selbst. Ganz in Abgrenzung zu vielen Systemen, die wir ja in gerade kleineren Unternehmen, aber leider oft in größeren Unternehmen erleben.
Ich nenne sie gerne die Sonne, Mond und Sterne Systeme, wo ein Vorgesetzter, eine Führungskraft, ein Chef, eine Chefin die Sonne ist, um die sich alles arrangiert, um die alle Sterne sich drehen und maximal ein Mond, eine rechte Hand, die hier unterstützt, aktiv ist, aber eigentlich das ganze System sich an der Sonne ausrichtet. Diese Führungskräfte machen sich selbst zum Flaschenhals und limitieren so das Wachstum ihrer Unternehmen. Wer so will, dass ein Unternehmen über ihn selbst oder über sich selbst hinauswächst, muss zunächst eine Kultur der Eigenverantwortung etablieren. Eine Kultur, in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch Verantwortung übernehmen sollen und müssen. Und die logische Konsequenz einer solchen Kultur der Eigenverantwortung ist natürlich auch, dass selbstverständlich Fehler passieren werden.
Du bist nicht dein Unternehmen und dein Unternehmen kann nicht das, was du kannst. Es ist aus fachlicher Sicht keine große Herausforderung, als Einzelunternehmen oder Ein Personen Unternehmen die fachliche Leistung abzuliefern. Wenn es nur an mir liegt und ich mein Handwerk beherrsche, ist das nicht die Herausforderung.
Wenn ich aber ein Unternehmen schaffe, das größer ist als ich, wo die Wertschöpfung von anderen Menschen geleistet wird, dann kann das schon mal zur Herausforderung werden und dann stehen Fehler natürlich an der Tagesordnung. Dann soll es aber auch so sein, dass jeder Fehler dir vor allem eines Du bist im Wachstum begriffen, du hast dich dafür entschieden, einen Weg zu gehen, was Großes aufzubauen und wer was Großes aufbaut, wird damit leben müssen, dass am Weg Menschen auch Fehler machen. Diese Fehler gehören dazu wie die Butter aufs Brot. Wer wachsen will, wird Fehler machen und entscheide dich für den Wachstumskurs. Und wisse dann, wer A sagt, muss auch B sagen.
Eigenverantwortung bringt auch Risiko mit sich, bringt Fehler mit sich, bringt einen Verlust an Kontrolle mit sich. Aber in diesen Verlust an Kontrolle solltest du dich freudig verlieben, Wenn du vorhast, ein großes Unternehmen aufzubauen. Was ebenso wichtig ist, ist der zweite Eine Kultur der radikalen Ehrlichkeit. Hier liegt es vor allem an dir als Führungskraft, diese Kultur zu schaffen. Ich habe in meinem Unternehmen eines Wenn Fehler passieren, dann geht es nicht um Schuld. Es geht darum, dass so rasch wie möglich aufgedeckt wird. Jeder, der hier bei uns in den beiden Unternehmen einen Fehler macht, hat eine rasch einen Fehler aufzudecken, rasch ihn transparent zu machen, so dass in der Sekunde auch eines im Vordergrund stehen Troubleshooting, Fehlerbehebung, Problemlösung, evaluiert wird danach und Schuld interessiert in meinem Unternehmen niemanden. Eine solche Kultur zu schaffen, eine Kultur der radikalen Ehrlichkeit zu schaffen, setzt voraus, dass du Schuld gänzlich als Konzept aus deinem Unternehmen verbannst. Solange die Möglichkeit im Raum steht, dass es am Ende bei allen Problemen und Fehlern immer einen oder eine Schuldige gibt, wird sich keine Offenheit einstellen, wird sich keine Transparenz im Umgang mit Fehlern einstellen. Das heißt, es liegt an dir, diesen Vertrauensrahmen zu schaffen. Es liegt an dir als Führungskraft, mit deinem Verhalten in Situationen, wo Fehler passieren, zu zeigen und zu demonstrieren, dass es in diesen Situationen nur darum geht, Fehler zu beheben und danach was daraus zu lernen. Wenn du es schaffst, hier nicht auf Schuld zu setzen, wird sich nach und nach ein Klima des Vertrauens bilden, wo auch Menschen bereit sind, ihre Fehler transparent zu machen und so lernende Systeme geschaffen werden. Der dritte Punkt, den ich dir mitgeben will, ist eine Kultur der Wachstumsorientierung. Das ist einer der Werte in meinen Unternehmen, die vermutlich zu den wichtigsten Werten gehören. Wachstumsorientierung auch einer der jüngsten Werte gleichzeitig, an denen wir noch nicht so lange arbeiten. Wir sprechen hier davon, dass wir uns vom Konzept der Perfektion verabschieden, dass wir uns von einem Konzept verabschieden, wo wir durchs Leben gehen und heucheln würden, dass wir perfekt wären. Und das gilt für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genauso wie für Führungskräfte und für Unternehmen als solches.
Nobody's perfect heißt dieser wunderbare Spruch und nichts könnte wahrer sein. Und ab dem Zeitpunkt, wo wir anerkennen, dass dem so ist, können wir uns darauf konzentrieren, das Beste aus jeder Situation zu machen, können wir uns darauf konzentrieren, was zu lernen, können wir uns darauf konzentrieren, uns weiterzuentwickeln. Wenn wir umgekehrt aber immer darauf setzen, Perfektion herrschen zu lassen oder den Eindruck von Perfektion im Raum stehen zu lassen, dann ist unsere Hauptaufgabe ja eines. Und das ist alles dafür zu tun, dass wir den Schein wahren. Menschen, die durch Perfektion streben oder die Perfektion als ihr Lebenskonzept auserwählt haben und auch Unternehmen, die Perfektion als ihr Lebenskonzept auserwählt haben, die müssen vor allem eines jeden Tag daran arbeiten, dass dieser Schein aufrecht bleibt. Das führt oft zu Intransparenz. Das führt oft dazu, dass man sich in Sicherheit wiegt und vielleicht nicht auf Innovation setzt. Das führt oft dazu, dass man neue Dinge nicht ausprobiert, weil sie das Risiko bergen, vielleicht nicht in Perfektion zu enden. Genau das hält uns davon ab zu wachsen. Umgekehrt sind es wachstumsorientierte Unternehmen, die wissen, dass alles im Leben Lernen und Übung ist, dass jeder Fehler uns auch in eine neue Lernerfahrung führt und dass jeder Fehler auch uns in neue Innovationen führen kann.
Das heißt nicht, dass wir diese Fehler lieben, dass wir sie gerne machen, dass sie Spaß machen, dass sie Freude bereiten, aber das heißt auch, dass uns unsere Niederlagen am Ende des Tages zu neuen Höhenflügen führen werden. Und genau das ist es, was wir mit dem Konzept der Wachstumsorientierung meinen. Wir sind nicht perfekt und ab dem Zeitpunkt, wo wir uns das zugestehen, brauchen wir nicht mehr so zu tun als ob. Das setzt wertvolle Energie frei. Energie, die wir dann einsetzen können, um wirklich was produktiv zu erreichen.
Das heißt also, aus meiner Sicht ist es nicht die Fehlerkultur, die wir zwingend beschwören müssen. Die Freude am Fehler, das Genießen von Fehlern, Fehler dürfen wehtun, das ist überhaupt kein Problem. Für mich zählt vielmehr, dass wir eine Kultur der Eigenverantwortung fördern, Eine Kultur, wo Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Verantwortung übernehmen und damit wir den Raum schaffen, etwas aufzubauen, das größer ist als wir selbst, weil die Last auf mehrere Schultern verteilt ist.
Dass wir eine Kultur der radikalen Ehrlichkeit schaffen, wo Schuld keinen Platz hat und dass wir zum Schluss eine Kultur schaffen, wo wir aufhören, Perfektion zu heucheln, wo wir aufhören, so zu tun, als wüssten wir alles und könnten wir alles und viel mehr eine Kultur der Wachstumsorientierung etablieren, wo wir wissen, dass wir alles lernende Geschöpfe sind, die jeden Tag unser Bestes geben, die jeden Tag nach dem Höchsten streben, selbstverständlich, aber die auch wissen, dass uns das nicht jeden Tag gelingt. Wenn wir diese drei Kulturaspekte etablieren, dann haben wir die beste Voraussetzung aus meiner Sicht, um als Organisation, als Unternehmen zu wachsen, gut voranzukommen, innovativ zu sein, Menschen zu begeistern, am Ende auch erfolgreich zu sein. So viel heute also zur Wie gehe ich mit Fehlern im eigenen Betrieb um? Wie schaffe ich eine Fehlerkultur?
Oder eben auch eine Kultur der Eigenverantwortung, der Ehrlichkeit und der Wachstumsorientierung. Wenn dir dieser Podcast gefallen hat, kurz und knackig, wie immer eine Antwort auf eine Frage, dann bleib dran mit mir gemeinsam bei Business Gladiators unplugged bei Fragen, die Unternehmerinnen und Unternehmer bewegen. Wenn du eine Frage hast, dann schick sie mir gerne auf philippmadertaner com Podcast.
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