Folge 178 - Strategie_ Wie klug sind mehrere Standbeine_
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Attila Dogotan und To Co's breite Diversifizierung
Attila Dogotan, ein bewunderter Unternehmer, hatte mit seinem Unternehmen To Co eine breite Diversifizierung über Airline Catering, Restaurants und Event Catering in verschiedenen Ländern. Diese strategische Aufstellung sollte das Risiko streuen und das Geschäft auf eine breite Basis stellen.
“Attila Dogotan mit To Co könnte man sagen, der hat richtig diversifiziert gehabt, oder? Also Airline Catering, Restaurants, Event Catering”
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Wie klug sind mehrere Standbeine? Die Isabel schreibt mir auf was hältst du davon, sich mehrere Standbeine aufzubauen? Und die Frage ist insofern grandios, weil es gibt so viele Unternehmerinnen, Unternehmer, Selbstständige epus, die gefühlt von Projekt zu Projekt hüpfen, das noch nicht einmal richtig angefangen sind sie schon beim nächsten und die Ausrede ist dann meistens ja, na sie wollen sie einfach mehrere Standbeine aufbauen und das kann schon sein. Ich möchte aber heute versuchen, wirklich einen klaren Blick auf diese Frage zu geben, weil mehrere Standbeine kann ja vieles heißen, ein neues Produkt zu entwickeln, eine neue Firma aufzubauen, in eine neue Branche zu gehen und so weiter und so fort.
Was auch immer auf dich zutrifft, möchte dir eines mitgeben. Der Grund, warum die weitaus meisten Menschen ein zusätzliches Standbein aufbauen oder in was zusätzliches Neues investieren, ist nicht ihre Weitsicht oder ihre Freude oder ihr strategisches Diversifizieren, sondern es ist ein Mangel an Disziplin. Die weitaus meisten Leute haben nicht die notwendige Disziplin, um eine Sache richtig durchzuziehen bis zum Schluss, um in einer Sache anzustreben richtig exzellent zu werden, um in einer Sache anzustreben, sie richtig groß zu machen. Den weitaus meisten Menschen fehlt die dafür notwendige Disziplin.
Und das ist weder Vorwurf noch sonst irgendwas, sondern es ist einfach eine Feststellung, dass sehr viel Menschen davon getrieben sind, dass sie Abwechslung suchen und Abwechslung aber natürlich nicht zwingend immer die beste Lösung ist, weil wir sind uns alle einig, wenn du was gerade mal angefangen hast und weit weg davon bist, es fertig gemacht zu haben und du Abwechslung suchst, dann kann es so weit enden, dass du nichts richtig gut machen wirst. Und deswegen möchte ich dir heute die zwei großen Konsequenzen vor Augen führen, die es hat, Wenn du zu beliebig, zu oft in neue Dinge reingehst, dir zu viele Standbeine aufbaust, zu breit diversifizierst, all die Dinge gibt es aus meiner Sicht zwei unmittelbare Konsequenzen, weil richtig oder falsch ist immer so eine Sache. Was aber jeder alles hat, ist eine Konsequenz und die möchte ich gerne mit dir teilen. Die erste Konsequenz ist, wenn du diversifizierst und bleiben wir mal so neutral, das heißt also, dir ein neues Standbein aufbaust, produktmässig, firmenmässig Die erste Konsequenz ist, es nimmt Fokus raus von allem Bisherigen.
Und das ist einfach eine Tatsache. Und wenn wir uns darüber unterhalten, wie schaffen wir Wirkung oder wie erhöhen wir die Wirkung, dann ist ganz klar, je mehr Druck wie ein Laser, je mehr Druck ganz gezielt auf einem Punkt stattfindet, umso wahrscheinlicher ist, dass sich was bewegt. Wie bringst du eine LKW in Bewegung, indem du die einfach dagegen lehnst und den Druck auf den immer gleichen Punkt stetig erh.
Die Definition von Momentum. Momentum heißt physikalischer Begriff, dass du die Geschwindigkeit oder den Druck erhöhst, dabei die Taktzahl steigerst und die Richtung nicht änderst. Was ist am Ende was Neues erfinden, neues Produkt machen. Es ist die Richtung ändern oder jedenfalls die Richtung zerstreuen.
Das heißt, es nimmt dir Schwung von deiner bisherigen Sache. Erinner dich, was hat Steve Jobs als erstes gemacht, als er damals zu Apple zurückgeholt worden ist? Er hat brutal das Produktportfolio gekürzt. Er hat Freunde, so kann man ja bitte nichts gewinnen. Das ist ja ein Wildwuchs an Dingen. Was wir brauchen ist Focus und er hat Kastl oder eine Matrix aufgezeichnet, nämlich Consumer und Business auf der einen Seite und dann glaube ich Einsteiger und Pro. Und das heißt, es hat vier Kastl gegeben und er hat gesagt, in Zukunft werden wir vier Produkte haben. Und jetzt diskutieren wir darüber, welche viere sind es Davor haben es glaube ich gehabt sechs und zwanzig Also er hat als erstes wieder Fokus reingebracht, weil die Wahrheit ist, wenn du richtig was voranbringen willst, wirst du Fokus brauchen und mehrere Standbeine nehmen. Fokus. Das ist eine Tatsache. Jetzt wirst du sagen, na gut, dann ist es ja eh eindeutig. Also es ist jedenfalls gescheit, nicht mehrere Standbeine zu machen. Ja, es hat eine weitere Konsequenz. Natürlich wirkt sich Verbreiterung auf dein Risiko aus. Das ist ja das, warum die meisten grundsätzlich davon überzeugt sind, dass Diversifizierung gescheit ist, weil es dein Risiko zerstreut. Weil wenn du auf mehrere Standbeine setzt und eines bricht dir weg, dann ist es wie beim Tisch mit vier Beinen. Du kannst beim Tisch mit vier Beinen ein beIN abschlagen und der steht noch, ist nicht sonderlich stabil, aber er steht. Ein Tisch, der angeblich auf zwei Beinen steht und dem du eines abhackst fällt um und auf einem sowieso.
Das heißt, das Risiko mit einem Standbein ist natürlich höher. Ist gleichzeitig aber trotzdem Diversifizierung eine Garantie dafür, dass du risikofrei bist? Nein, ein wunderbares Beispiel und deswegen glaube ich mittlerweile schön zu erzählen, weil es ja mittlerweile wieder extrem am Erfolgskurs ist und ein Unternehmer ist, den ich zutiefst bewundere, einer der beeindruckendsten, grandiosesten Unternehmer, den dieses Land hat, Attila Dogotan mit To Co könnte man sagen, der hat richtig diversifiziert gehabt, oder?
Also Airline Catering, Restaurants, Event Catering, unterschiedliche, unterschiedlichste Themen in allen möglichen Ländern, also geografisch diversifiziert und so weiter. Und auf einmal ist die Pandemie gekommen und dann hat trotz Diversifizierung geografischer Natur und auch in der Produktpalette das Geschäft von Eindruck auf anderen auf Null gestellt. Von einer Milliarde Umsatz auf Null innerhalb von einer Woche.
Also das heißt, die ganze Diversifizierung hat jetzt nicht unbedingt das Risiko genommen, sondern der hat das vollends gespürt und hat es aber jetzt auf beeindruckende Weise wieder hochgebracht und aufgebaut. Also eine echte Erfolgsgeschichte, wirklich Hut ab. Aber was ich damit sagen will, ist, die zweite Konsequenz ist natürlich Risiko.
Je mehr du streust, umso mehr ist das Risiko zerstreut. Umgekehrt lernen wir natürlich auch die großen Gewinne oder die großen Payoffs machen diejenigen, die die Bold Bets machen. Das heißt diejenigen, die sie trauen, alles auf Akquarten zu setzen. Das heißt, du kannst alles verlieren, aber du kannst auch den maximalen Gewinn aussteuern.
Du wirst viele große, beeindruckende Unternehmen sehen. Oft sind es die Hidden Champions, deutsche Mittelständler, Milliardenbetriebe, von denen noch niemand was gehört hat, weil sie das eine Rohr oder Scharnier produzieren, mit dem man ein bestimmtes Rohr verbindet oder sonstiges und das weltweit skaliert haben. Oder das eine Konzept für eine recycelbare Kiste, das jetzt weltweit aktiv ist.
Also die haben eine Sache gefunden und haben das Aufblasen noch und nöcher und haben das damit zu Milliardenunternehmen gemacht. Also die zweite Auswirkung ist einfach aufs Risiko. Es ist eine Abwägung.
Neue Standbeine sind attraktiv, das verstehe ich. Und wenn du sie aus einer Intention der Risikostreuung machst, dann ist das legitim und ist sicher eine Strategie, die viele unterschreiben würden, aber es hat einfach zwei Konsequenzen, derer du dir bewusst sein musst. Erstens, es nimmt Fokus.
Zweitens, der potenzielle Outcome ist im Regelfall höher, wenn du die Dinge mehr konzentrierst und damit mehr ins Risiko gehst. Und umgekehrt ist, glaube ich, die wichtigste Frage, die du dir stellen sollst, was ist der Grund, warum du jetzt ins Neue reingehst?
Und da darf ich dir sagen, aus Erfahrung, mich eingeschlossen, der Grund, warum die weitaus meisten Menschen in was Neues reingehen, das nächste Standbein aufbauen, ist ein Mangel an Disziplin. Und jetzt geh zu denen, die wollen ich nicht immer die Disziplin an den Tag legen. Deswegen liebe ich es auch in meinen Unternehmen Partnerinnen und Partner drinnen zu haben, die deutlich disziplinierter sind, als ich das bin. Weil wenn du nur mit einem Visionär Unternehmen regierst, dann ist das echt eine gefährliche Geschichte. Du brauchst Menschen, die wie Dampflokomotive einfach dann das Ding durchziehen. Wenn du in solchen Pairings drinnen bist, dann dann ist das möglich. Dann kann es sein, dass du zum nächsten Standbein weiterziehst und die andere Geschichte fährt weiter. Aber wenn es einfach nur Mangel an Disziplin ist, dann überprüfe es kritisch und sei dir zumindest dessen bewusst. Also lange Rede, kurzer Sinn, bin ich ein Freund mehrerer Standbeine. Wenn du das richtige Setting hast und wenn du dir der Konsequenzen bewusst bist, dann kann es für dich richtig sein. Ich wünschte mir manchmal, ich würde zu denjenigen gehören, die einfach sich auf eine Sache festbeißen und versteifen und dort ihr Ding durchziehen. Leider. Und ich sage leider, weil ich nicht zu denen gehöre auch immer. Es sind leider diejenigen, die wirklich die großen Erfolgsgeschichten dieser Welt schreiben.
Und wenn du also dich hinreißen lassen kannst zu dieser Disziplin, dann würde ich sagen, im Zweifel würde so probieren. In diesem Sinne, Disziplin nächste Woche wieder einschalten hier bei Business Gladiators unplugged. Ich freue mich auf dich, alles Liebe und bye bye.