Folge 160 - Führung_ Wie viel Transparenz ist bei den Finanzen gut_
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Die Wahrheit ist Menschen zumutbar
Der Spruch "Die Wahrheit ist Menschen zumutbar" betont, dass Mitarbeiter in der Lage sind, auch unangenehme oder herausfordernde Wahrheiten über das Unternehmen zu verarbeiten. Diese Erkenntnis ermutigt Führungskräfte, ehrlich und offen zu kommunizieren, anstatt Informationen aus Angst vor negativen Reaktionen zurückzuhalten.
“Die Wahrheit ist Menschen zumutbar ist ein schöner Spruch.”
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Wie viel Transparenz bei den Finanzen ist gut? Heute reden wir wirklich mal über das Eingemachte bei Business Gladiators unplugged. Wie viel Transparenz ist denn gut? Fragt die Hannah.
Die Hannah hat mir eine Frage geschickt über WhatsApp und sie Sollen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Einblick in die Finanzwelt des Unternehmens bekommen oder nur die Managementebene? Und die Frage Hannah ist fantastisch, weil sie so aus der unternehmerischen Realität kommt.
Glaubt mir das. Ich habe mir das auch so oft überlegt und in meinen Unternehmen mit meinem Management Team und breit auf diskutiert und ich kann dir eine Sache wirklich ans Herz legen. Die Leute, dein Team bei allen Höhen und Tiefen mitzunehmen, ist extrem empfehlenswert. Was meine ich damit? Ich möchte das kurz ein bisschen übersetzen. Es geht weniger um die Transparenz von Finanzen oder dass man irgendwas zu verheimlichen hätte. Es geht um die Wie ehrlich bist du mit deinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wie das Unternehmen dasteht? Ich würde die Frage gerne so formulieren, weil es geht nicht darum, dass du die Buchhaltung zur freien Einsicht hinlegst, Kannst du machen. Die Frage Was ist der Mehrwert? Sondern es geht darum, dass sie in den zentralen Punkten, die auch ein bisschen Einordnung geben, nämlich vielleicht wie viel Umsatz machen wir? Wie viel bleibt am Ende übrig? Was tun wir mit dem, was übrig bleibt? Was ist unsere Kostenstruktur? Also die wesentlichen Dinge, dass das schon einen großen Anreiz hat, aus meiner Sicht transparent im Unternehmen auch zu teilen. Warum? Weil es einfach ein Ausdruck oder eine Antwort ist auf die Frage Wie geht es uns? Wie geht es uns als Unternehmen? Und die Frage Wie geht es uns, hat einen enormen Impact auf das, wie Leute sich in einem Unternehmen bewegen. Ich bringe da ein Beispiel. Wenn du jetzt nichts teilst und ganz verschlossen bist, dann werden wahrscheinlich alle mal davon ausgehen, na bitte, die Firma verdient eh goldenen Nasen und du bist vielleicht im Hintergrund besorgt, weil alles so knapp ist und das Verhalten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird diese Realität, in der du lebst, nicht widerspiegeln. Warum? Weil ja nie wer was gesagt hat. Wenn es eigentlich schon darum gehen wird, dass wir den Gürtel enger schneien und ein bisschen sparen oder vorsichtiger sind mit den Ressourcen, Wie soll jemand sein Verhalten darauf anpassen, wenn er davon keine Kenntnis hat? Und das heißt, aus dem Grund ist es extrem empfehlenswert, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur bei den Höhen mitzunehmen, was man meistens eh tun Ja, wir haben einen neuen Umsatzrekord und Wahnsinn, das beste Jahr aller Zeiten und Champagner für alle oder Prämie. Also da sind wir meistens dabei. Beim Abfeiern sind wir ja meistens sehr transparent. Wenn es dann ins Downhill Race geht, dann schaut es mit der Transparenz schon anders aus, Aber da ist sie mindestens genauso wichtig. Du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereit sind, ihren Beitrag zu leisten, zusammenzurücken, nochmal ein zusätzliches Schauferl reinzulegen, wenn sie merken, es ist jetzt notwendig. Aber das braucht einfach diese Ehrlichkeit in der Antwort auf die Wie geht es uns? Und Zahlen sind eine Möglichkeit, das auszudrücken. Und da ist jetzt die Finanzen des Unternehmens nur ein Aspekt.
Nä wie viel Umsatz machen wir? Was verdienen wir? Was bleibt eigentlich übrig? Das sind auch Dinge wie Wie zufrieden sind unsere Kundinnen und Kunden? Wie viele Leute sind in der Sales Pipeline drinnen? Kommen spannende Projekte auf uns zu, haben einen Kunden verloren?
Das wirklich Wichtige ist, dass wir lernen, die Leute wirklich auf der ganzen Reise mitzunehmen und einfach nicht in die Falle zu tappen, wo viele Leute reintappen.
Dass wir immer nur sagen immer wenn es was zu feiern gibt, sind wir groß da. Aber bei den Sorgen, da sperren wir uns dann ein. Allein ich in unser Büro und müssen es alleine schultern. Du glaubst nicht, was für einen Impact es hat, wenn du Menschen in deinem Unternehmen zugestehst, auch Sorgen gemeinsam zu schultern. Sie werden sie eh nie so fertig machen, wie du dich fertig machst. Das ist das Gute wirklich an der Sache, wo du oft schlaflose Nächte hast und vielleicht Existenzängste hast, denken sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das machen wir schon, da backen wir jetzt zusammen. Und ich glaube, das kann auch unendlich Kraft geben. Also die Stimmen in deinem Kopf als Unternehmerin, als Unternehmer, die sind eh nicht vergleichbar mit den Stimmen, die vielleicht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die werden da meistens sehr pragmatisch OK, dann läuft jetzt einmal nicht so gut, dann hast du jetzt einmal anpacken oder zusammenhöfen oder ich weiß nicht was. Und gönn dir auch das. Das möchte ich dir wirklich sagen. Hol nicht nur den Applaus ab, sondern geh auch diese Phasen gemeinsam mit deinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und gib eine ehrliche Antwort auf die Wie geht es uns? Und dann haben natürlich viele immer die Moment, wenn ich dann teile, wie es der Firma geht und dann teile ich die Finanzen, dann sehen die ja, was da Gewinn übrig bleibt. Naja, bitte Freund, wenn man halbwegs gut drauf ist, kann das jeder Mensch im Firmenbuch nachschauen. Wenn du ein gmbh bist. Wenn du Einzelunternehmen bist, nicht OK. Aber wenn du gmbh bist, wie viele? Dann kann das jeder im Firmenbuch nachschauen.
Da steht, wie viel Gewinn du machst. Also was reden wir da? Aber das ist ja die Sorge der meisten, die um Gott, was denken Sie die Leute, wenn die sehen, dass da was übrig bleibt? Naja, dann vielleicht erklärst du ihnen, warum das wichtig ist, dass was übrig bleibt.
Ich bin da immer sehr offensiv in meinen Firmen. Ich sage immer, ich habe das Ziel, dass da solid was hängen bleibt am Ende vom Jahr. Und zwar nicht aus dem Grund, damit ich kann das Geld nicht essen, nicht aus dem Grund, dass ich mir den Magen vollstopfe, so aus dem schlichten Grund, dass jedes erfolgreiche Jahr auch ein Sicherheitspolster ist, dass uns dann der Sturm vielleicht ein bisschen eisiger weht, uns nicht vom Platz fegt. Im Übrigen eine Qualität, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr zu schätzen wissen, ein vernünftiges Wirtschaften. Und ich erkläre ihnen dann Ich kann gern da jetzt den Krösus spülen und Gehaltserhöhungen nach und nöcher machen und über ein Ja sagen. Und dann irgendwann sagen wir jetzt haben wir vor über ein Jahr gesagt zu den Gehaltserhöhungen, aber wir können es uns nicht mehr leisten, deswegen müssen wir jetzt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abbauen. Da werden alle Danke sagen. Also du merkst, was ich dir sagen will. Es geht immer darum, ehrlich zu sein in der Wie geht es uns?
Und da brauchst du dich auch nicht davor fürchten, dass deine Firma Gewinn macht. Genau dazu ist sie da.
Und hab auch keinen Schenierer, dich vor den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hinzustellen und genau das zu sagen. Ja, eine Firma ist dazu da, um Gewinn zu machen. Das ist der Unterschied zu einer Non Profit Organisation. Die hat das Ziel, keinen Gewinn zu machen. Aber ein Unternehmen ist dazu da, einen Nutzen zu stiften, diesen Nutzen ökonomisch so abzubilden, dass er gewinnbringend managebar ist und Gewinne. Und da müssen wir mal aufhören. Und ich glaube, in einem Unternehmen darf man da ja geradeaus reden in den Medien ist das ja alles immer verpönt. Wenn Unternehmer Gewinne machen, bist du ja gleich, ist ja gleich Katastrophe und gleich verdächtig. In Österreich, in den USA wirst du gefeiert, in Österreich wirst du verdächtig oder in Deutschland ja ähnlich. Du darfst transparent sein bei dir im Unternehmen und dir einfach einmal hinstellen und das erklären und jawohl, es ist gut, wenn wir Gewinne machen. Und ich habe vor, mit den Gewinnen Folgendes zu machen, dort einmal zu investieren, dort eine Rücklage zu bilden. Einen Teil werde ich mir natürlich ausschütten, weil ich nehme ja auch das Risiko. Ich bin ja auch derjenige, der kein Geld kriegt, wenn es nicht gut läuft. Ich bin ja, gibt es ja den wunderbaren Spruch, Leaders eat last, wir kriegen als letztes was zum Essen. Wenn es der Firma nicht gut geht, bin ich derjenige, der Geld reinsteckt. Wenn es der Firma nicht gut geht, bin ich derjenige, der aufs Gehalt verzichtet. Also darf ich ja wohl sagen, dass es gut ist, dass was übrig bleibt. Also legen wir diesen Chenierer ab. Wir sind so sozialisiert, dass Gewinne was Böses sind. Unternehmen wahrscheinlich auch schon mittlerweile, aber spüren wir da nicht mit. In deinem Unternehmen kannst du es anders handhaben. Und wenn du Leute hast, die da sagen, das finde ich aber verwerflich, dass die Firma, ich sage jetzt mal irgendwas, eine Umsatzrendite von zwanzig Prozent hat. Vielleicht passt es dann eh nicht kulturell, weil es ist ja deine Aufgabe, die Verantwortung zu tragen dafür, dass das nachhaltig und dauerhaft funktioniert. Und da denkt vielleicht nicht jeder so weit und denkt, wenn du zwanzig Prozent Rendite hast, dann könntest du ja die Gehälter noch mehr zahlen. Naja, eh. Aber wenn es dann einmal reinraschelt und der Sturm intensiver wird, dann bist du froh, wenn du ein bisschen einen Puffer hast. Und zwanzig Prozent Marge haben ja die meisten nicht einmal. Aber auch das erkläre ich meinem Team. Zwanzig Prozent Marge ist nicht so viel. Es reichen zehn Prozent höhere Kosten und zehn Prozent der Kunden, die da wegfallen im Umsatz.
Und du bist auf null und zehn Prozent höhere Kosten brauchen wir mit der Inflation ja nicht einmal Luft holen. Ist schon soweit. Also scheu dich nicht davor, einfach zu den Dingen zu stehen, die Sachen zu erklären, einfach dahin zu stehen und sagen, was ist das hat überhaupt nichts zu tun mit Überzeugung oder Emotion. Ganz um klare Sachen.
Du hast eine Geschäftsphilosophie und die sollst du vertreten. Und manchmal ist es so, und das vielleicht noch am Schluss, dass Leute sich davor scheuen, da Transparenz walten zu lassen, weil sie ihre Geschäftsphilosophie nicht gegenüber ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vertreten können oder wollen. Das ist eine blöde Geschichte. Das liegt aber dann nicht an der Transparenz, sondern an deiner Philosophie. Wenn du deine Leute ausbeutest, dann verstehe, dass du keine Transparenz walten lassen willst, weil dann sind die dahin. Aber das Problem ist dann nicht die Transparenz, sondern es ist vielleicht eine Geschäftspraktik, dass du vielleicht das nicht fair genug machst.
Wenn du es fair genug machst, dann kannst du es erklären und dann kannst du hinstellen und sagen, so denke ich, so läuft es bei uns und wem es taugt super, wem nicht auch, OK. Und so praktiziere ich das. Du musst als Unternehmerin, als Unternehmer am Abend in den Spiegel schauen können. Wenn du das kannst, dich in den Spiegel schauen, dann ist es auch kein Problem, dich vor deinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hinzustellen. Die Wahrheit ist Menschen zumutbar ist ein schöner Spruch. Das gilt insbesondere auch für die Finanzen, wo ich dir wirklich empfehle, nicht nur die Höhen zu feiern, sondern auch, wenn es einmal enger wird, die Leute ins Boot zu holen, weil die gemeinsame Kraftanstrengung wirklich was bewirken kann. Ich hoffe, das war eine sinnvolle, gute Antwort auf die Frage und für alle, die zuhören, auch nutzenstiftende Antwort, die dich in deinem unternehmerischen oder selbstständigen Wirken oder im Business Kontext weiterbringt.
Ich freue mich sehr, wenn du nächste Woche wieder dabei bist, hier bei Business Gladiators Unplugged. Schick mir deine Frage, mich extrem freuen und schalt nächste Woche wieder ein. Bis dorthin alles Liebe und bye bye.