Folge 25 - Wie verdaue ich einen beruflichen Fehler?
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Abgrenzung von 'Fail fast' und Silicon Valley Buzzwords
Philipp Maderthaner distanziert sich von gängigen Silicon Valley Buzzwords wie 'Fail fast', 'Fehlerkultur' oder 'Kultur des Scheiterns'. Er betont, dass es ihm nicht darum geht, diese Phrasen zu bemühen, sondern um einen ehrlichen und pragmatischen Umgang mit der Realität von Fehlern.
“Ich möchte gar nicht bemühen, diese ewigen Silicon Valley Legenden Fail fast und eine Fehlerkultur und Kultur des Scheiterns und all diese Buzzword Geschichten...”
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Willkommen zu einer neuen Folge von Business Gladiators Unplugged, dem Podcast für Unternehmerinnen und Unternehmer.
Wir beschäftigen uns hier jede Woche mit Fragen, die Unternehmerinnen und Unternehmer bewegen, Fragen, die sie nachts wachhalten, Fragen, die sie beschäftigen, Fragen, auf die man nur zu gerne antworten hätte. Es geht um ein buntes Potpourri an Themen hier jede Woche. Fragen der Führung, Fragen der Kommunikation, des Marketing, der Unternehmensstruktur, aber manchmal eben auch ganz persönliche Fragen, so wie die heutige Frage, die uns von einem Mitglied unserer Business Gladiators Unplugged Community erreicht hat.
Die Frage Wie verdaue ich eigentlich einen beruflichen Fehler? Ich glaube, es geht uns allen gleich Wenn Fehler passieren, wenn große Fehler passieren, dann ist das was Unangenehmes, dann ärgern wir uns, dann versinken wir, dann belastet uns das auch oft emotional. Neben all den Aspekten, die Fehler sonst noch mit sich bringen, finanzielle Belastung vielleicht, wenn man Geld in den Sand gesetzt hat oder einmal einfach irgendwo strategisch falsch abgebogen ist und nur mühsam wieder das Ruder herausreißen kann oder den Karren aus dem Dreck bringen kann. Also es ist unangenehm, daran besteht überhaupt kein Zweifel. Und doch stellt sich ja immer wieder die Wie kommen wir aus dieser Haltung wieder heraus? Wie kommen wir aus der Haltung wieder heraus, dass wir in unserem Fehler versinken, dass wir in Ärger versinken und damit uns eigentlich die Chance nehmen, wieder den Blick nach vorne zu wenden.
Genau mit der Frage wollen wir uns heute beschäftigen. Und ich kann dir eines Mit dieser Frage habe ich mich schon oft beschä Fehler pflastern meinen Weg. Egal an welcher beruflichen Station ich war, ob in jungen Jahren, in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit, in meinen ersten Jobs, wo ich mich als Pressesprecher oder Marketingmann verdient habe, als ich Kampagnen dann verantwortet habe, als ich mein Unternehmen gegründet habe und auch jetzt wieder mit meiner neuen Firma Business Gladiators. Fehler pflastern meinen Weg.
Ich habe unendlich viel falsch gemacht. Ich habe Geld versenkt, ich habe falsche strategische Entscheidungen getroffen, ich habe mich selbst übertrippelt und immer wieder hat mich wirklich Geld und graue oder weiße Haare gekostet. Ich habe als Marketingchef Fehler gemacht, indem ich durch Schlampigkeit Dinge übersehen habe, die große Auswirkungen gehabt haben. Also mir sind immer wieder Fehler passiert und jedes Mal habe ich gewusst, auf einer logischen Ebene, dass es wichtig ist, schnell wieder herauszukommen. Aber ich gestehe auch, mich hat es jedes Mal Überwindung gekostet. Und ich habe über die Jahre für mich drei Strategien oder drei Gedanken entwickelt, die ich dir gerne heute mitgeben möchte. Drei Strategien oder Gedanken, die mir persönlich dabei geholfen haben, mit meinen Fehlern besser umzugehen, mit dieser Belastung, die ein Fehler auslöst, besser umzugehen.
Der erste Gedanke Erst durch Fehler machen wir Erfahrung. Ich möchte gar nicht bemühen, diese ewigen Silicon Valley Legenden Fail fast und eine Fehlerkultur und Kultur des Scheiterns und all diese Buzzword Geschichten, die hier immer durch die Gegend geistern. Nein, darum geht es mir nicht. Fehler sind immer anstrengend, Fehler sind immer mühsam und keiner von uns wünscht sie sich. Aber wenn sie passieren, dann müssen wir eines letzten Endes führen uns erst Fehler zu wahrhaftigen Erfahrungen. Was meine ich damit?
Es laufen da draußen unendlich viele Menschen rum mit Bücherwissen oder noch schlimmer mit Social Media Wissen. Wir alle werden ja jeden Tag vollgepumpt mit irgendwelchen Weisheiten, die Menschen weitergeben, die irgendwann mal irgendwo irgendwas gelesen haben. Aber all das sind keine wahrhaftigen Erfahrungen.
Wahrhaftige Erfahrungen passieren so wie in der Wissenschaft durch Versuch und Irrtum. Versuch und Irrtum ist das einzig validierte Verfahren, um zu wahrhaftigen Erkenntnissen zu kommen. Der ganze Fortschritt unserer Menschheit in der Wissenschaft hängt von Versuch und Irrtum ab.
Das heißt, der Irrtum, der Fehler ist integrativer Bestandteil des Fortschritts. Er ist integrativer Bestandteil des Fortschritts und er produziert wahre Erfahrung, Erfahrung, die du hast. Und jemand, der diesen Fehler noch nicht gemacht hat, nicht.
Das heißt, eigentlich sind es unsere Fehler und die Erfahrungen, die dadurch produziert werden, die uns zu wahrer Überlegenheit führen. Ich habe allein in den letzten Monaten mit meinem neuen Unternehmen schon wieder so viele Dinge falsch gemacht, dass ich nicht nur einen eigenen Podcast, sondern eine ganze Podcast Serie damit füllen könnte. Die Wahrheit ist aber, ich lerne hier Dinge, die ich anschließend auch anderen weitergeben kann. Alleine der Podcast hier, den wir hier machen, Business Gladiators Unplugged, der Podcast ist letztlich eine Sammlung meiner Erfahrungen, die ich durch Fehler gemacht habe. Ich könnte hier nicht sitzen und diesen Podcast aufzeichnen, wenn ich nicht Fehler gemacht hätte.
Ich könnte hier nicht sitzen und aus tiefster Überzeugung einen Standpunkt, einen Ratschlag vertreten, wenn ich es nicht als wahrhaftige Erfahrung gemacht habe. Und diese wahrhaftige Erfahrung ist das Ergebnis eines Fehlers. Das heißt, Fehler stärken dich. Fehler stärken dich nicht direkt, aber die Erfahrungen, die aus Fehlern entstehen, die stärken dich.
Der zweite Gedanke bezieht sich auf eine andere Form der Stärke. Du musst erkennen, dass Fehler irgendwann auch deine Geschichte stärken, deine eigene Heldengeschichte stärken. Ganz ehrlich, erinnere dich an einen Stammtisch oder eine Runde voller vielleicht gleichgesinnter Unternehmerinnen und Unternehmer. Wem hören wir gespannt dazu? Der Person, die uns jedes Mal erzählt, wie alles, wie geschmiert läuft und alles so toll und alles so super und alles so einfach und alles so großartig. Oder der Person, die wirklich ehrlich über ihre Fehler, über ihr Scheitern auch spricht. Das sind die Menschen, von denen haben wir wirklich den Eindruck, dass wir von ihnen was lernen können. Nicht die, die uns da die eitle und die heile Welt versprechen. Es sind die Menschen mit ihren Fehlern, zu denen wir aufschauen. Es sind die Fehler, die Menschen groß machen.
Und deswegen, jeder Fehler macht auch deine eigene Geschichte und ja auch deine Glaubwürdigkeit stärker. Das ist der zweite Punkt, den du dir ins Stammbuch schreiben solltest. Der dritte Gedanke, den ich dir gerne mitgeben möchte, ist, dass du am Ende nicht vergisst, dass die Auseinandersetzung mit dem, was war, dich auch in der Vergangenheit hält.
Die entscheidende Frage als Unternehmer ist, als Unternehmerin ist, ob du in der Vergangenheit lebst oder in der Zukunft. Und ich würde jedem Unternehmer, jeder Unternehmerin raten, zumindest zu einem guten Teil in der Zukunft zu leben und immer mit einem beIN in der Gegenwart zu bleiben, aber nicht in der Vergangenheit. Die Menschen, die sich nur damit beschäftigen, was irgendwann war, die in Fehlern hängen bleiben, die da nie emotional loskommen, die binden nach wie vor wertvolle Energie, wertvolle Energie, die sie eigentlich brauchen, um voranzukommen. Ich erinnere mich, ich hatte vor Jahren mal einen Rechtsstreit, wo ich mich wirklich ungerecht behandelt gefühlt hatte, weil jemand aus meinem Dafürhalten mich übers Ohr gehauen hat und ich da zu leichtgläubig war und dann einen Rechtsanwalt bemüht habe und dann aber irgendwann festgestellt habe, dass mich die Auseinandersetzung in der Vergangenheit hält, dass mich die Auseinandersetzung damit davon abhält, aufzubrechen zu neuen Ufern, aufzubrechen zu den Dingen, die mir wirklich wichtig sind, wo ich meine eigene Zukunft proaktiv gestalten will. Und ich habe dann beschlossen, den Rechtsstreit nicht weiter zu verfolgen, weil ich mir gedacht habe, wenn ich die Energie, die ich in diesen Rechtsstreit investiere, in meine eigene Zukunft, in den Aufbau meines Unternehmens investiere, dann wird der Wert das um ein Vielfaches übersteigen.
Das sind drei Gedanken, die ich dir mitgeben will, wenn es um den Umgang mit dem Scheitern, mit den eigenen Fehlern auch geht. Heute kann ich über viele meiner Fehler lachen. Das ändert nichts daran, dass in dem Moment, wo sie mir passieren, es mir furchtbar auf die Nerven geht. Das ist mir noch nicht gelungen, das in dem Moment schon in meinem Mindset umzukehren. Aber das ist eine Übung, die wahrscheinlich mich noch lange beschäftigen wird. Aber eines könnte ich dir Ich wäre heute nicht dort, wo ich bin, wenn ich die Fehler nicht gemacht hätte.
Letzten Endes glaube ich sogar, es sind die Fehler, die mich dorthin gebracht haben, weil die Fehler mir so wertvolle Erkenntnisse beschert haben, die so einzigartig sind, dass diese jetzt Wert für andere entfalten, Wert für den andere sogar bereit sind zu bezahlen. Ich möchte dir das mitgeben und hoffe sehr, dass dir das hilft im Umgang mit deinen Fehlern und deinem Scheitern und dass wir mit dieser Folge dich weiterbringen können, dass ich dich mit dieser Folge weiterbringen konnte. Wenn ja, dann freue ich mich sehr, wenn du meinen Podcast abonnierst.
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Ich freue mich sehr, wenn du nächste Woche wieder dran bleibst bei Business Gladiators Unplugged. Bis bald und mach's gut.