Folge 166 - Führung_ Was tun, wenn ein_e Mitarbeiter_in mich fertig macht_
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'Energievampire' binden enorme Energie und Kraft der Führungskraft
Mitarbeiter, die als "Energievampire" agieren, binden enorme Mengen an Energie und Kraft der Führungskraft. Sie ziehen den Führungskräften den letzten Nerv und erfordern übermäßige Aufmerksamkeit. Diese gebundene Energie könnte stattdessen produktiver eingesetzt werden.
“wie viel Energie und Kraft diese Menschen binden, die dir den letzten Nerv ziehen.”
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Was, wenn mich eine Mitarbeiterin, ein Mitarbeiter fertig macht? Ich komme quasi direkt aus einer Beratungssession, wo mich ein Unternehmen engagiert hat, um mich mit seinen Führungskräften regelmäßig auszutauschen, ihnen als Sparring Partner zur Verfügung zu stehen. Und kam gestern folgende Situation. Eine Führungskraft hat berichtet, dass sie einen Mitarbeiter hat, der sie wirklich fertig macht.
Sie hat sogar gesagt, der Mensch bringt mich so weit, dass sie auf eine Art und Weise Weise mich verhalte, die mir eigentlich gar nicht entspricht, Aber der treibt mich wirklich an die Grenze. Er provoziert mich jedes Mal in einem Meeting. Er ist so fordernd und treibt mich vor sich her und ist wirklich auf unverschämte Art und Weise unangenehm, dass es wirklich kaum mehr zu ertragen ist.
Was soll ich tun? Und die Antwort Es gibt immer wieder Menschen in unserem Team, die uns, ich sage jetzt bewusst einmal testen das Führungsprinzip und die Führungsphilosophie, die ich verfolge und die ich auch gelernt habe von meinem Mentor Professor Manfred Winterheller. Kontinuum basierende Führung geht ja davon aus, dass Teams und Unternehmen auf ein funktionierendes Kontinuum bauen, also einen sicheren Rahmen, in dem Menschen sich sicher bewegen können, weil sie einfach darauf vertrauen können, dass bestimmte Werte, Regeln und Essencen eingehalten werden und sie deswegen entspannen können, weil sie nicht dauernd Angs haben müssen, dass irgendwas passiert.
Und es ist eine natürliche Verhaltensweise von Menschen, wie im Übrigen auch von Rudeltieren, denen wir am ähnlichsten sind. Es ist ein übliches Verhalten von Menschen, am Anfang einer Zusammenarbeit oder auch im Verlauf einer Zusammenarbeit immer wieder mal die Führungskraft zu testen. Zu testen heißt zu schauen, kann ich mich auf die Person verlassen?
Und testen passiert im Regelfall so, dass die Person zum Beispiel mal respektlose Bemerkung fallen lässt und dann schaut, passiert da jetzt was, wäre ich da korrigiert, wäre ich da zurechtgewiesen? Und das sind natürlich keine bewussten Prozesse, sondern über Jahrmillionen evolutionär bedingte Prozesse. Und die Person ist einfach einmal schnippisch und schaut dann, was passiert.
Und wenn sie dann zurechtgewiesen wird, dann weiß sie, das ist offenbar in diesem Rahmen nicht gewünscht und kann sich darauf verlassen, dass respektloses Verhalten geahndet wird. Oder vielleicht jemand macht einen unpassenden Witz, dann ist es auch ein Testen, ob das hier erlaubt und gangbar ist. Und ihr könnt es vergleichen wie mit Kinder. Ihr werdet schon mal gemerkt haben, wenn ihr mit Kindern wo spazieren gegangen seid und gesagt Geh da nicht so nahe zum Straßenrand, dann probieren die das vielleicht aus. Oder das Feuer. Du sagst dem Kind Geh nicht nahe zum Feuer und das Kind dappelt schon hin und schaut dich an mit großen Augen.
Es ist ein Testen. Es ist ein Testen, ob das, was du als Führungskraft von dir gibst, wirklich ernst gemeint ist. Und das heißt grundsätzlich einmal ist das, dass uns unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer wieder mal herausfordern, um zu schauen, ob sie sich auf uns als starke Führungskraft verlassen können. Völlig normal. Und jetzt kommt der zweite Teil. Bei manchen Personen geht es über das Testen hinaus, nämlich manche Personen sind in ihrer Respektlosigkeit in ihrem Leben offenbar so lange geduldet worden, dass sie glauben, das wäre normal.
Dem kannst du als Führungskraft nur damit begegnen, dass du diesen Personen ihre Grenzen aufzeigst, manchmal sogar sehr hart und sehr scharf in der Wortwahl, weil je extremer jemand schon da drinnen ist, umso klarer musst du es ihm vermitteln, dieser Person die Grenzen aufzeigst und im besten Fall in einem Zweischritt ganz klar vermittelst, was bei dir geduldet ist und was nicht geduldet ist. Und der Zweischritt lautet in einem ersten Schritt die Korrektur. Du sagst, das ist bei mir hier nicht erwünscht, dieses Verhalten und ich würde dich bitten, in Zukunft das nicht mehr zu tun. Und beim zweiten Mal wirst du vielleicht schon eine Konsequenz androhen. Und du Ich sag dir ehrlich, ich hab dir einmal gesagt, ich will das nicht in meinem Team. Wenn du das nicht hinkriegst, dann befürchte ich, wird es für uns da keine Zusammenarbeit Arbeit geben. Und der dritte Schritt ist dann die Konsequenz zu ziehen. Das heißt die einfache Antwort auf die Wie gehe ich mit jemandem um, der mich fertig macht?
Ist zunächst einmal dieser Person klar, die Grenze aufzuzeigen und zu sagen, was für dich akzeptabel ist und was nicht akzeptabel ist. Es gibt diesen wunderbaren you get what you tolerate. Den solltet ihr euch alle aufschreiben und wohin picken.
Ich habe ihn tatsächlich auf einem Spruchkalender auf meinem Schreibtisch stehen. You get what you tolerate. Also beschwer dich nicht von deinem Mitarbeiter, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Grenzen überschreiten. You get what you tolerate.
Du kriegst das, was du tolerierst. Wenn du Grenzen nicht siehst als Führungskraft, dann wirst du auch das ernten. Das heißt, die erste und ganz klare Rat ist, du wirst die Grenze aufzeigen.
Und wenn das nicht funktioniert, dann wirst du Konsequenzen auch in den Raum stellen und im dritten Schritt diese Konsequenzen auch ziehen. Wenn jemand aber jetzt schon so weit ist, wie das bei der Kollegin gestern der Fall war und wirklich sagte, der macht mich über Monate fertig, dann möchte dir schon noch eine Dimension mitgeben. Wahrscheinlich wirst du, weil du ein netter Mensch bist, trotzdem diesen Zweischritt machen.
Die Wahrheit ist aber, ich möchte dich daran erinnern, wie viel Energie und Kraft diese Menschen binden, die dir den letzten Nerv ziehen. Ich möchte daran erinnern, wie viel Aufmerksamkeit, Energie und Kraft die Menschen, die dir das Blut aus den Adern saugen, bei sich binden und was du mit dieser Kraft und Energie tun kannst. Es ist nicht ohne Grund, dass diese Menschen oft als Energievampire bezeichnet werden und ich weiß, dass der Begriff polarisiert. Sei es drum, weil sie den Menschen wirklich das Blut aus den Adern saugen.
Das sind die Menschen, wo du nach einem Meeting einmal eine Stunde Erholung brauchst, weil du fertig bist, weil sie dich einfach ausgesaugt haben und du dir wirklich die Frage stellen darfst, was tun diese Menschen mit dir, deiner Energie und damit auch für dein Unternehmen? Was könntest du mit dieser Kraft alles Positives bewegen? Wie könntest du diese Kraft den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern widmen, die wirklich proaktiv dabei sind, die du unterstützen willst, die du fördern willst?
Weil eines ist klar, wir unterstützen im Reg oder wir widmen unsere Zeit in den meisten Fällen den Falschen, nämlich immer den Problemfällen und nicht denen, die uns wirklich herausragend unterstützen. Und deswegen wirklich an der Stelle die Frage, wenn du so jemanden hast, wo du sagst, die Person zieht mir den letzten Nerv und es können manchmal auch Kundinnen und Kunden sein, dann stell dir die Frage, was der Preis ist, dass du weiter zuschaust und wie lange du wirklich noch bereit bist, dir das anzuschauen. Und ich meine das nicht sprichwörtlich, ich meine das wörtlich. Stell dir die Frage, wie lange du noch bereit bist, dir das anzuschauen. Noch einen Tag, noch eine Woche, noch einen Monat, noch ein Jahr, was auch immer es ist.
Entscheide dieses Datum und sei es dir selbst schuldig, dass wenn du es bis zu dem Zeitpunkt nicht geändert hat, dass du die Konsequenzen ziehst. Der kleine Hinweis von vorhin war, wenn du nicht die Konsequenzen in den Raum stellst, dann hast du auch keine Chance auf Veränderung. Weil das ist am Ende das, was die Energievampire von nur unter Anführungszeichen respektlosen Personen unterscheidet.
Respektlose Personen lenken irgendwann ein, wenn sie merken, es ist Führung vorhanden. Respektlosigkeit ist manchmal einfach nur ein Ausdruck von fehlender Führung. Respektlosigkeit ist einfach nur ein Ausdruck, dass niemand in dem Team ist, der einfach Freunde, so tun wir nicht. So reden wir nicht miteinander oder wir kommen nicht zu spät, weil es respektlos ist. So ist das hier bei uns. Also weil es einfach niemanden gibt, der einen sicheren Rahmen zieht. Das produziert Respektlosigkeit bei Menschen. Und nur respektlose Menschen reagieren auf die Zurechtweisung und auf das, was ich Redirect nenne. Da gibt es eine eigene Folge dazu, die heißt was ist die kleinste Einheit von Führung?
Nur respektlose Menschen reagieren auf diesen Redirect, wo du sagst du, das ist bei uns hier nicht geduldet, ich will das nicht. Stell dieses Verhalten ab. Und beim zweiten Mal sagst wenn du dieses Verhalten nicht abstellst, dann werden wir nicht zusammenarbeiten können und beim dritten Mal diese Konsequenz auch einlöst.
Also eigentlich ist ein Dreischritt, aber wenn du es mit einem sogenannten Energievampir zu tun hast, dann werden diese Menschen nicht aufhören. Energievampire lassen sich davon nicht beeindrucken. Energievampire sind Menschen, deren ich würde fast sagen, Vertrauen ins große Ganze, deren Vertrauen in ein Team, in Miteinander so geschädigt worden ist, aus früheren Erlebnissen, aus familiären Kontexten, aus der Kindheit, wo auch immer. Das kannst du gar nicht beeinflussen, dass sie einfach nicht sich einfügen können, dass sie einfach nicht vertrauen können, dass sie einfach damit auch nicht den Respekt zeigen können und das Vertrauen darauf, dass du als Führungskraft den richtigen Rahmen setzt. Und deswegen wirst du bei Energievampiren dir die Zähne ausbeißen. Sie werden am Ende sich nicht ändern.
Und deswegen ist die klare Antwort auf die Wie gehe ich mit jemandem um, der mich wirklich fertig macht? Variante eins ist, du bist ganz ehrlich zu dir und erkennst, das wird sowieso nichts mehr und ziehst die Konsequenz und machst die Energie frei, um sie produktiv vorwärts zu investieren. Variante zwei ist, und ich finde es absolut in Ordnung und ich würde es wahrscheinlich so tun, du gehst sehr konsequent diesen zwei Schritt, also zwei eins, nämlich du intervenierst und sagst, ich will das nicht. Beim zweiten Mal, wenn es wieder vorkommt und es wird verlässlich wieder vorkommen, weil beim ersten Mal ändert sich es nicht, traust du die Konsequenz an und beim dritten Mal trennst du dich von der Person. Das sind die Dinge, die du tun kannst und ich möchte es dir wirklich nur empfehlen, weil ehrlich gesagt, jede und jeder von uns hat in seinem Leben schon mal Menschen um sich gehabt, wo du dir gedacht hast, bist du narisch, zieht man einfach den letzten Nerv und nochmal, ob das Kundinnen und Kunden dort oder da sein können oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kolleginnen und Kollegen bis hin leider zu Geschäftspartner und Geschäftspartnern. Am Ende führt nur ein Weg dadurch, nämlich entweder es ändert sich oder du musst es lösen. Und wer da wirklich der Opportunitätskosten bewusst an dieser Stelle der Opportunitätskosten, was es dich kostet nichts zu ändern, die Kraft und Energie, die frei werden würde, wenn du die Person nicht mehr um dich hättest. Und kleiner Hinweis am Rande, das gilt für uns alle, nicht nur für diese Personen, sondern auch für dich und für mich. Der Fluss fließt weiter. Du glaubst, die Welt geht unter, wenn du die von der Person trennst, sie wird es nicht verlässlich nicht Meistens sind die Personen sehr gut drin, Mordszirkus, um ihre eigene Person zu machen, dass sie unersetzlich sind und ohne sie wird ja alles den Bach hinuntergehen. Die Antwort ist, die Geschichte läuft weiter, sie wird auch ohne dich weiterlaufen, sie wird auch ohne mich weiterlaufen. Niemand von uns ist unersetzlich, auch diese Personen nicht. Also werde der kostenbewusst, triff Entscheidung und zieh sie durch. Ich wünsche dir alles Gute dabei, weil das ist taff. Nur die Harten kommen in den Garten und das ist Führung, dazu bist du da, das ist deine Aufgabe. Wenn es nicht hart wäre, wird man dich nicht brauchen.
In diesem Sinne freue mich sehr, wenn du nächste Woche wieder einschaltest, wenn dir diese Folge Nutzen gestiftet hat Und wenn du wieder dabei bist, hier bei Business Gladiators Unplugged. Bis nächste Woche, ich freue mich auf dich. Alles Liebe und bye bye.