Folge 34 - Was macht meine Marke erlebbar?
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Agentur im Großraumbüro auf Turmetage zur Vermittlung von 'Weltformat'.
Eine andere Agentur, die Philipp Maderthaner besuchte, befand sich in einem weitläufigen Großraumbüro auf einer Turmetage mit weitem Ausblick. Diese Gestaltung sollte das "Weltformat" und die Größe der Agentur vermitteln und signalisierte Weite und Weitblick.
“Eine andere Agentur, die ich besucht habe, wollte offenbar ihr Weltformat vermitteln. Sie hat auf einer Turmetage logiert im Großraumbüro. Mächtig weit und mit großem Weitblick ausgestattet, wollte sie mir zeigen, dass sie Format hat.”
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Willkommen zu einer neuen Folge von Business Gladiators Unplugged, dem Podcast für Unternehmerinnen und Unternehmer.
Heute geht es um die Wie mache ich meine Marke eigentlich erlebbar? Über Marken wird ja unendlich viel geschrieben und ich gestehe ganz ehrlich, ich habe mich weder wissenschaftlich darin vertieft noch sonst irgendwie das Handwerk von der Pike auf gelernt. Aber ich beschäftige mich dennoch seit zehn, fünfzehn Jahren mit der Wirkung von Marken, mit dem, wie sie erlebbar werden und wie sie Menschen letzten Endes begeistern und bewegen.
Und ich habe eines festgestellt, dass Marke oft sehr eng betrachtet wird, dass Marke sehr oft verengt wird auf Fragen des Designs, Fragen des eigenen Logos, Fragen der Farbwelt oder der Typografie. Zweifelsfrei sind das natürlich Aspekte, die eine Marke schärfen. Zweifelsfrei macht die Farbe einer Marke etwas mit deiner Marke, sie belebt oder sie beruhigt, sie vermittelt Sicherheit oder vermittelt andere Werte oder Emotionen. Und auch die Typografie kann ohne jeden Zweifel hier ihre Wirkung stiften. Aber die Wahrheit All das allein reicht nicht aus, um eine Marke erlebbar zu machen.
Und ich möchte dir das gerne am Beispiel meiner eigenen Unternehmen näher vermitteln. Eine Marke erlebbar zu machen bedeutet, eine Marke mit allen Sinnen erlebbar zu machen. Es bedeutet, dass du dir zunächst einmal die Frage Was sind die einzelnen Punkte, an denen deine Marke überhaupt erlebbar werden soll?
Die sogenannten Touchpoints, wie es so schön heißt. Das beginnt in vielen Unternehmen, gerade diejenigen, die vielleicht in Dienstleistungsbetrieben unterwegs sind, schon mal beim Empfang an der Tür oder am Telefon, beim Kundenkontakt, vor Ort, im Außendienst. Es beginnt bei anderen Unternehmen, vielleicht im Shop, im Laden, beim Betreten eines Geschäfts.
Und die Frage stellt sich dann Welche Emotionen, welche Gefühle werden hier vermittelt? Das ist die Schlüsselentscheidung, die es zunächst am Anfang zu treffen gilt. Was ist das Gefühl, das du eigentlich verkaufst?
Es gibt hier wunderbare Literatur und ich möchte dir ein Buch sehr ans Herzen legen, das mich sehr inspiriert hat und auch geprägt hat. Christian Mikunda, ein Meister der Inszenierung und der Dramaturgie, hat vor vielen Jahren mittlerweile ein Buch geschrieben, das sich Die sieben Hochgefühle nennt, Wie wir uns Gefühle kaufen. Er beschreibt sehr gut, wie unterschiedlich Inszenierung und Dramaturgie auf unsere Gefühlswelt wirken und genau darüber sprechen wir hier. Es macht einen Unterschied, ob du einen Raum betrittst. Und dieser Raum ist dunkel, finster, nicht einladend, eng und an einem kleinen Tischchen in der Ecke sitzt eine Empfangsperson, die sich nicht mal vom Stuhl erhebt, um dich zu begrüßen. Es macht einen Unterschied, als ob ich eine weite Empfangshalle betrete, eine weite Empfangshalle, die wunderbar episch dekoriert ist und vielleicht noch mit wohlriechenden Düften besprüht ist. Es macht einen Unterschied mit dem, wie wir uns fühlen. Es macht einen Unterschied, ob ich in einem Unternehmen am Telefon anrufe und die Warteschleifenmusik mich einschläfert oder mich belebt, mich animiert, mich unterhält, vielleicht sogar zum Schmunzeln bringt.
Das heißt, wir müssen uns bewusst sein, dass die Inszenierung unserer Marke letzten Endes bedeutet eine bewusste Entscheidung, wie wir Gefühle beim Gegenüber erwecken. Und die unterschiedlichen Ebenen haben wir hier schon angeschnitten. Neben der Ebene des Logos, der Typografie, der Farben, der Bilder gibt es noch ganz andere Ebenen. Es gibt die Ebene der Sprache etwa Denk zum Beispiel an IKEA. Dass du dort Wer du angesprochen wirst, ist Teil dieser Markenführung. Was es uns in der Marke vermitteln soll, ist wenig ü Nähe, Zugänglichkeit, Verbundenheit. Das ist nur eine Möglichkeit in der Sprache. Jedes E Mail deiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter drückt deine Marke aus. Ist es ein positiver, wertschätzender Spirit, in dem hier geschrieben wird? Oder ist es die pure Klarheit, die pure Leistungs und Ergebnisorientierung?
Mit jeder noch so großen Kleinigkeit hast du also Einfluss auf dein Markenerlebnis. Es kann der Sound sein, der dein Unternehmen prägt. Sounddesign ist ja eines der aufsteigenden Tätigkeitsfelder oder Wirkungsfelder im Bereich der Markeninszenierung. Das beginnt bei der Warteschleifenmusik und endet vielleicht bei den Klingeltönen deiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bei den Intro Sounds der Videos deines Unternehmens.
Die Wiedererkennbarkeit von Sounddesign ist extrem hoch und es vermittelt auch deine Marke. Es geht hin bis zu Gerüchen. Wenn du gerne in schönen Hotels unterwegs bist, dann wirst du festgestellt haben, dass viele dieser Hotels bereits ihren eigenen Signature Duft entwickelt haben.
Ein Duft, der dir in dem Moment, wo du ein Hotel betrittst, sagen Du bist wieder zu Hause. Du erinnerst dich an diesen Duft und fühlst dich in der Sekunde angekommen Über Düfte drückst du auch deine Marke aus. Immer mehr Büros setzen darauf, mit Duftkonzepten auch ihre Marke gegenüber ihren Kundinnen und Kunden zu vermitteln.
Das sind nur ein paar Beispiele, wie deine Marke wirkt. Es geht noch viel weiter. Es kann in deiner Serviceorientierung sich niederschlagen, wenn dein Anspruch ist, mit deiner Markenführung deinen Kundinnen und Kunden ein Königsgefühl zu verleihen, so wie das mein Anspruch ist mit meinem Unternehmen.
Dann wirst du dir gut überlegen, etwa wie du den Kaffee deinen Kunden servierst. Ist das der Kaffee im Pappbecher? Oder ist es das mundgeblasene Glas, in dem dieser Kaffee formvollendet mit Perfektem serviert wird, mit einer kleinen Köstlichkeit, die aus feinster Konfiserie stammt?
Dann ist das ein Erlebnis, das deinem Kunden ein Königsgefühl beschert und es ist Teil deiner Markeninszenierung. Die Gestaltung von Räumen hat unglaublichen Einfluss darauf, wie wird deine Marke wahrgenommen? Ist es Weite oder Enge, die du hier zeigst?
Ist es die Fülle oder ist es das Abenteuer, das du hier inszenierst? Komme ich in einen weiten Raum, der meinen Blick ausfüllt? Oder komme ich in ein kleines, fast spielerisches Labyrinth mit kleinen Räumen, das mir Kreativität signalisiert?
Ich kann mich gut erinnern, als ich mein Unternehmen gegründet habe, habe ich mir viel in den USA angeschaut. Ich habe mir angeschaut, was machen Unternehmen in meiner Branche. Ich erinnere mich an eine wirklich großartige Boutique Agentur, es so schön heißt, die sich auch räumlich als Boutique Agentur inszeniert hat.
Sie hat in einem Wohnhaus logiert und man ist wirklich durch kleine, verwinkelte, wohnlich eingerichtete Räume marschiert, wo die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihr tägliches Werk verrichtet haben. Eine andere Agentur, die ich besucht habe, wollte offenbar ihr Weltformat vermitteln. Sie hat auf einer Turmetage logiert im Großraumbüro.
Mächtig weit und mit großem Weitblick ausgestattet, wollte sie mir zeigen, dass sie Format hat. Das heißt, auch die Raumgestaltung wirkt auf deine Marke. Was ich dir zeigen will mit diesen Ausführungen ist, dass du verstehst, dass du weit mehr Hebel in der Hand hast in deiner Markenführung, als bloß die Entscheidung über die Farbe, das Logo oder die Schriftart deiner Marke. Viel wichtiger ist, wie du jeden Tag deine Marke lebst.
Das Verhalten deiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter drückt Marke aus. Der Umgang mit Kundinnen und Kunden in schwierigen Situationen drückt Marke aus, weil letztlich ist Marke nicht mehr oder weniger als der Ausdruck von Werten. Der Ausdruck von Werten, wofür du stehst, woran du glaubst, wovon du überzeugt bist. Diese Werte schlagen sich in deinen Produkten nieder. Diese Werte schlagen sich wahrscheinlich auch in deiner tatsächlichen Markengestaltung im engeren Sinn in Form des Designs nieder. Und sie sollen sich auch im Markenverhalten niederschlagen.
Aus meiner Sicht der größte Hebel fürs Aufladen deiner Marke. Mit dem Verhalten deines Unternehmens und allen Menschen, die dein Unternehmen ausmachen, werden Kundinnen und Kunden und die Öffentlichkeit jeden Tag unzählige Male konfrontiert. Das heißt, kleine Schräubchen, die du hier drehst, um das Bild deiner Marke zu adaptieren, können über Zeit unglaublich große Wirkung entfalten. Ich hoffe, das ist für dich eine kleine Inspiration, einen neuen Blick auf das Thema Markenerlebnis zu wagen. Und vielleicht gehst du heute mit einem anderen Blick durch dein Büro. Vielleicht fällt dir etwas in deiner Empfangssituation auf, wo du dir denkst, das vermittelt nicht das, was wir als Marke vermitteln wollen. Vielleicht nimmst du eine Verkaufsunterlage zur Hand und denkst, dieses Material ist nicht dazu angedacht, die Hochwertigkeit unserer Marke zu symbolisieren. Oder vielleicht hörst du einfach nur bei einem Gespräch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu und denkst, diese Interaktion mit unseren Kunden müssen wir im Sinne unserer Marke auf ein neues Level heben. Egal was es ist, dein Markenerlebnis hast du in der Hand. Du prägst es jeden Tag mit deinen Entscheidungen, deinem Verhalten und der Inszenierung deiner Marke, wie du sie jeden Tag erlebbar machst.
Ich hoffe, das war für dich eine kleine Inspiration in die Welt des Markenerlebnisses. Ich freue mich sehr, wenn du nächste Woche wieder dabei bist bei Business Gladiators Unplugged, dem Podcast für Unternehmerinnen und Unternehmer. Jede Woche geht es hier um eine Frage und diese Frage könnte deine sein. Gehe jetzt auf meine Website philippmadataner com Podcast und lass mich deine Frage wissen. Es wäre mir eine große Freude, sie zu beantworten. Vergiss nicht, den Podcast zu abonnieren, egal auf welcher Plattform, Spotify, itunes oder auch auf Amazon Music.
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