Folge 111 - Mindset_ Was tue ich, wenn ich nicht mehr kann (aber muss)_
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Bei akuter Überlastung ist eine Pause zwingend notwendig
Sollte man trotz aller Prävention in eine Situation akuter Überlastung geraten, in der man nicht mehr kann, ist eine zwingende Pause unerlässlich. Ohne diese Auszeit drohen körperliche oder psychische Zusammenbrüche, die einen handlungsunfähig machen. Eine kurze Pause ist besser als ein erzwungener, langer Ausfall.
“Und sollte es doch einmal sein, dass du in die Situation kommst, wo du sagst, du kannst nicht mehr und es geht einfach nicht mehr, dann kennst du die Du musst eine Pause machen.”
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Was tue ich, wenn ich nicht mehr kann, aber muss? Ja, was tue ich, wenn ich nicht mehr kann, aber muss? Das ist eine Frage, in die du hoffentlich noch nicht viel investieren musstest als Unternehmerin, Unternehmer. Die Wahrheit ist aber, ich vermute, viele von uns kommen immer wieder mal an diesen Punkt.
Unternehmertum ist wirklich Hochleistungssport im Kopf. Es fordert uns manchmal bis an die Grenze. Es ist echtes Psychogame, habe ich den Eindruck manchmal.
Es ist vor allem dann ein Psychogame, wenn du das Gefühl hast, du kommst an deine Grenze, aber du stehst gefühlt auf offener Bühne und alle schauen dir zu. Du hast Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, du hast vielleicht ein größeres Unternehmen und alle warten darauf, dass du performst, aber du hast gerade die Kräfte nicht. Oder du bist völlig alleine als APU. Alles lastet auf dir und du denkst, um Gottes willen, wenn ich jetzt aufhöre, dann bricht alles zusammen, aber du hast die Kraft nicht. Und ich möchte heute mal darüber sprechen, weil ich habe das Gefühl, darüber wird sehr wenig gesprochen. Wir reden ja alle immer nur über High Performance und wie wir rein buddeln und wie wir Gas geben.
Die Wahrheit ist aber, alle von uns, und das ist mein Eindruck, kommen immer wieder mal an ihre Grenzen. Ich tue das auch. Es ist überhaupt ein Wunder, dass ich über solche Themen sprechen darf. Authentisch.
Ich bin wirklich nicht der Meister in diesen Dingen. Ich bin nicht der Meister, meine Balance stetig und konstant so gut zu wahren, dass ich immer perfekt im High Performance Mode bin. Ganz im Gegenteil, so viel in dem Bereich gelernt und lernen müssen, weil es mich immer wieder mal auf meinem Weg aus der Bahn geworfen hat. Ich hab vor vielen, vielen Jahren, als ich eine extrem stressige Phase hatte als Unternehmer, wo ich sehr tief drin war im Unternehmen, gleichzeitig privat einen Umzug gemacht habe für das Unternehmen, ein neues Büro gesucht habe und aufgebaut habe, eine neue Eventserie geplant habe, also extrem viel gemacht habe, bin ich auf einmal eines Morgens wach geworden und habe eine einseitige Gesichtslähmung gehabt, weil sich durch eine übergangene Grippe einen Gesichtsnerv entzündet hat. Und plötzlich bin ich da gestanden mit einer halbgelähmten Gesichtshälfte und war de facto fast nicht mehr handlungsfähig, weil ich nicht einmal mehr ordentlich hab sprechen können, weil einfach die Hälfte im Einsatz gefehlt hat.
Daraufhin habe ich mich regenerieren müssen, schonen müssen, also der Arzt damals hat zu mir gesagt, was kann ich tun? Hat er gemeint, Logopädie zum Antrag, trainieren wieder der Gesichtsmuskulatur und Stressvermeidung ist die einzige Therapie. Und ich hab mir Super, das kommt mir gelegen. Ich habe einiges zu tun, wie mache ich das? Und habe ihn dann natürlich rausgenommen, weil es notwendig war und weil es keine Alternative gab. Und das war nicht das Einzige.
Ich hab nach sehr intensiven Arbeitsmonaten, die damals in Wahlkämpfen verbracht habe, auf einmal massive Schlafstörungen ausgefasst, bis hin zu kleineren Panikattacken, die mich dann übermannt haben. Also war wieder außer Gefecht, hab mich dann wieder rausgenommen einen Monat, um wieder zu regenerieren. Also mir kommt vor, ich habe immer wieder diese Wellen, vergiss dann wieder mein Learning, gebe wieder Vollgas und dann wirft es mich wieder aus der Bahn.
Und ich glaube, der entscheidende Punkt darin ist, dass wir mal alle für uns erkennen, was ist unsere Achillesferse? Also was ist eigentlich unser Schwachpunkt? Und jede und jeder von uns hat den an unterschiedlichsten Stellen. Du darfst in dich mal reinhören und schauen, wo macht sich es bei dir bemerkbar, wenn es zu viel ist, du nicht auf dich schaust, wo sind die Frühwarnsignale?
Und das ist bei jedem anders und bei jeder anders. Bei mir ist es so, das erste Einfallstor ist der Schlaf. Wenn ich auf den nicht schau, dann mündet es irgendwann einmal in irgendeiner Panikattacke oder sonstiges. Das Nervensystem ist mein Einfallstor.
Bei anderen schlägt es auf den Magen, bei wieder anderen, die kriegen brutale Verspannungen und Rückenschmerzen. Also es sind unterschiedlichste Dinge, wie wir merken, dass es zu viel ist oder wie wir Frühwarnsignale erkennen dürfen, dass es zu viel ist. Aber es lohnt sich hinzuhören und ich möchte heute mal darüber sprechen, wie wir mit dem umgehen, wie wir damit umgehen, dass wir das Gefühl haben, als Unternehmerinnen und Unternehmer immer zu müssen, selbst dann, wenn wir nicht mehr können.
Ich kann da wirklich ein Lied davon singen. Ich habe erst vor einigen Wochen wieder die Situation gehabt, wo ich unglaublich Gas gegeben habe und dann gemerkt habe, okay, wenn ich das Gas jetzt noch ein bisschen mehr durchtrete, dann weiß ich schon wieder, in welche Kurve ich einbiegen werde. Und ich habe dann entschieden, ich werde jetzt mal eine Folge dazu machen und werde ein paar Dinge teilen, die ich für entscheidend halte, wie wir mit diesen Situationen umgehen. Das erste ist, wir müssen einmal schauen, wie kommen wir überhaupt in diese Ecke? Welche Haltung bringt uns dorthin? Und ich habe eine Erfahrung. Die entscheidende Haltung dafür, dass wir immer wieder an unsere Grenze oder darüber hinausgehen, ist, dass wir glauben, die Frage, ob wir erfolgreich sind, ob unser Unternehmen erfolgreich ist, hätten wir unter Kontrolle. Es wird von uns abhängen. Das heißt, die Last, die wir uns aufbauen, in dem Sinn, wo wir sagen, wie sehr hängt es von uns ab, wie sehr kontrollieren wir den Erfolg, führt oft dazu, dass wir uns zu sehr unter Druck setzen. Nur damit wir uns richtig verstehen. Ich bin als Unternehmer felsenfest davon überzeugt, dass wir zu den größten Einflussfaktoren für Erfolg oder Misserfolg unserer Unternehmen gehören. Aber die Wahrheit ist natürlich, unter Kontrolle haben wir weniger, als wir denken. Ob ein Unternehmen erfolgreich ist oder nicht, hängt von so vielen Dingen ab. Du wirst schon oft in der Situation gewesen sein, dass eine Kundin ein Kunde um die Ecke biegt, wo du es nie erwartet hättest, ein Projekt einmal vielleicht nichts wird, wo du das doch erwartet hättest. Wir sind von Marktgegebenheiten abhängig, wir sind vom Umfeld abhängig, wir sind von bestimmten Dynamiken abhängig. Die Wahrheit Kontrolle sieht anders aus. Und je früher wir das erkennen, dass es nicht unter unserer Kontrolle liegt, umso früher dürfen wir auch gewisse Entspannung an den Tag legen. Und OK, wenn ich mal eine Woche raus bin oder wenn ich mal zwei Wochen raus bin.
Die Wahrheit ist, es bricht nicht zusammen. Ich bin der größte Einflussfaktor für mein Unternehmen. Aber zu glauben, es hängt alles an uns und ohne uns bricht alles zusammen, ist ein Irrglaube. Ich habe schon oft erzählt die Geschichte. Ich bin damals zwei tausend siebzehn als ich die Verantwortung für einen Wahlkampf übernommen habe, fünf Monate aus meinem eigenen Unternehmen ausgeschieden und mein Unternehmen ist wunderbar weitergelaufen. Die Leute sind endlich einmal in die Situation gekommen, Verantwortung für die Dinge zu übernehmen, wo ich mich vielleicht davor zu viel eingemischt habe, ist es gut, dass ich dann auch wieder zurückgekommen bin und mitgewirkt habe an der Entwicklung des Unternehmens, an der Strategie, an der Weiterentwicklung.
Ja, keine Frage. Aber ich sage dir das zu glauben, das Unternehmen bricht zusammen, weil du einmal einen Tag flach liegst, ist ein absoluter Irrwitz, weil wir sind uns alle einig, Wenn du völlig knocked out, wir wünschen das niemandem, im Krankenhaus liegst oder schwere Grippe ausgefasst hast oder sonst irgendwie außer Gefecht bist, dann wirst du nichts tun können und die Welt steht trotzdem noch. Und ich glaube, das ist der entscheidende Punkt, den wir uns einmal vor Augen führen müssen. Wir haben großen Einfluss auf das, wie die Dinge passieren, aber es ist nicht unter unserer Kontrolle. Es ist auch nicht nur von uns abhängig.
Und in der Folge, und das ist mein zweiter Punkt, ist es wichtig, dass du für dich einen Rhythmus findest, wie du Pausen setzt. Es hat jeder, und ich habe das auch schon mal erwähnt, einen unterschiedlichen Rhythmus, was das angeht. Ich komme immer mehr zu dem Punkt, ich bräuchte, glaube ich, so einmal im Monat eine Woche Urlaub. Das glaube ich, wird sich gerade gut für mich anfühlen und im Sommer dann vielleicht ein bisschen mehr. Das ist ein Rhythmus, der scheint mir für mich ganz gut. Andere wiederum nein, jedes Wochenende muss ich auf den Berg marschieren. Oder andere nein, ich kann durcharbeiten, Hauptsache ich hab im Sommer zwei Monate frei. Oder wieder. Andere nein, ich habe eine Taktung, alle zwei Wochen brauche ich ein verlängertes Wochenende. Was auch immer es ist, finde deinen Rhythmus für Pausen. Und vor allem, wenn du in eine Situation kommst, wo du eigentlich nicht mehr kannst, aber müsstest, dann führt kein Weg dran vorbei.
Dann brauchst du einen stabilisierenden Mechanismus. Ich mache im Regelfall dann immer in diesen Situationen irgendwelche Auszeiten, kürzere Auszeiten von einer Woche, zwei Wochen, drei Wochen, manchmal sogar einen Monat. Dann begebe ich mich auf irgendwelche Kuren, Ayurveda Kuren, Detox Kuren, FX Meyer Kuren, was auch immer es mir ermöglicht, wieder zu mir zu finden und in die Stabilisierung zu kommen, wird gemacht, um danach wieder mit Kräften am Werk zu sein. Das heißt, der korrekte Einsatz von Pausen ist neben der richtigen Haltung aus meiner Sicht der zweite wichtige und entscheidende Punkt.
Und der dritte Punkt ist sicher der schwierigste. Der dritte Punkt ist, du brauchst eine stärkende Routine. Das ist wirklich der Teil, muss ich gestehen, an dem ich auch bis jetzt immer wieder gescheitert bin und wo ich jetzt wieder einen neuen Anlauf unternehme, ein System zu entwickeln, das nicht darauf beruht, ständig in die Ausbeute zu gehen, um dann alle paar Monate wieder einen Emergency Plan hervorzurufen sondern ein System zu etablieren, das wirklich so aufgebaut ist, dass es nachhaltig ist. Ich arbeite an dem Jetzt aktuell versuche ich es gerade mit morgendlichen Spaziergängen, die ich mache, wo ich dann ein bisschen später ins Büro komme, ein bisschen frische Luft kriege davor. Meine nicht vorhandene sportliche Leidenschaft ist ja bekannt. Das versuche ich mit Spaziergängen, versuche es mit kürzeren Mini Auszeiten, auch schon unter der Woche, Frischluft, bisschen Bewegung, all die Dinge.
Du brauchst was, womit du eine stärkende Routine entwickelst, damit du wirklich nachhaltig das Ganze betreiben kannst. Du musst dir immer die Frage stellen, so wie du es jetzt machst, hältst du es wie lange durch? Drei Monate, sechs Monate, ein Jahr, zwei Jahre, fünf, zehn. Wenn du es zehn Jahre so durchhältst, muss ich sagen, dann hast du eigentlich schon einen ziemlich guten Modus gefunden.
Aber darum geht es. Die Wahrscheinlichkeit, dass es dauern kann, bis dein Erfolg oder dein Durchbruch eintritt, ist extrem hoch. Die Wahrscheinlichkeit, dass es am Weg dorthin extrem anstrengend wird, ist auch hoch.
Das heißt, der einzige Weg durchzuhalten und ans Ziel zu kommen und nicht davor aus der Bahn zu kippen, ist die Kombination aus der richtigen Haltung, nämlich einer Haltung, die Ja, wir haben großen Einfluss, aber ehrlich gesagt, es hängt nicht alles an uns. Wir dürfen uns manchmal nicht so wichtig nehmen. Es hängt nicht alles unter unserer Kontrolle.
Wir sind nicht wir. Die einzigen entscheidenden Einflussfaktoren für unser Unternehmen. Ja, wir haben einen Einfluss, aber wir sind nicht der einzige.
Die Kombination aus der richtigen Haltung, dem richtigen Einsatz von echten Pausen in einem Rhythmus, der für dich der korrekte ist. Da hat jeder was anderes. Und drittens einer stärkenden Routine, die du so etablierst, dass du wirklich für die Langstrecke gerüstet bist.
Unternehmertum ist ein Marathon ein Marathon. Und das sagt jemand, der noch nicht einmal irgendwann ansatzweise mit einem Marathon in Berührung gekommen ist. Aber als Unternehmer würde ich mal sagen, bin ich schon Marathon tauglich.
Ich mache das seit zehn Jahren und bin seit zehn Jahren dran mit unterschiedlichsten Höhen und Tiefen, aber ich bin noch immer mein Unternehmen ist noch immer da, es sind neue dazugekommen, meine Unternehmen wachsen. Also ich würde mal sagen, ich bin vielleicht noch nicht für den unternehmerischen Ironman qualifiziert, aber für einen unternehmerischen Marathon, glaube ich, könnte ich mir langsam schon zutrauen. Und das sind die Learnings daraus, die ich mit dir geteilt habe, die Learnings, wie du in einer Situation oder wie du eine Situation vermeidest, wo du dastehst und sagst bitte, ich kann nicht mehr, aber ich muss.
Meine Mitarbeiter brauchen mich oder mein EPU braucht mich, meine Kunden brauchen mich und ich kann nicht mehr. Und das ist enormer psychischer Druck, den man sich dann noch mal zusätzlich auferlegt. Und deswegen ist wirklich aus meiner Sicht mehr als empfehlenswert, daran zu arbeiten, so eine Situation gar nicht erst entstehen zu lassen durch die richtige Haltung, den richtigen Einsatz von Pausen, den richtigen Einsatz oder das Etablieren einer stärkenden Routine.
Und sollte es doch einmal sein, dass du in die Situation kommst, wo du sagst, du kannst nicht mehr und es geht einfach nicht mehr, dann kennst du die Du musst eine Pause machen, du musst eine Pause machen, Du wirst ansonsten vom Sessel fallen. Es wird irgendwas sein, das dich jedenfalls aus der Bahn wirft und handlungsunfähig macht. Du musst eine Pause machen und glaub mir, in einer Woche ist dein Unternehmen nicht tot, in zwei Wochen auch nicht. Also nimm dir die Pause, stärke dich, kräftige dich und geh an, dass du danach durchhalten kannst. Das ist mein Rat an dich als jemand, der selber in diesem Bereich noch übender ist, aber der diese Frage unbedingt einmal adressieren will, weil es aus meiner Sicht wirklich wichtig ist, weil es uns Unternehmerinnen und Unternehmer jedenfalls fordert. Ich hoffe, der Ausflug in dieses etwas andere Thema war für dich jedenfalls anregend. Ich möchte da wirklich erreichen, weil wir werden nicht erfolgreich sein, wenn wir vorher vom Sessel fallen. Voraussetzung für den Erfolg ist, dass wir durchhalten, bis wir ins Ziel kommen.
Und deswegen nimm dir das zu Herzen. Ich freue mich sehr über dein Feedback. Schicks mir gern auf Instagram, LinkedIn, Facebook, auf WhatsApp unter drei hundert eins fünf hundert fünf und fünfzig und schreib mir deine Frage für die nächste Woche, wenn wir uns hoffentlich wieder hören. Bis dorthin alles Liebe und bye bye.