Folge 186 - Mindset_ Wie bereite ich mich auf einen Auftritt vor_
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Anfänger sollten Auftritte komplett skripten
Redner mit wenig Erfahrung sollten ihre Auftritte komplett skripten. Dies dient nicht dem Ablesen, sondern der Verinnerlichung des Inhalts und bietet ein Sicherheitsnetz, falls man den Faden verliert. Es hilft, Unsicherheit zu überwinden und eine solide Basis für den Vortrag zu schaffen.
“Und wenn du noch nicht so viel Erfahrung hast beim Reden, dann wirst du das wahrscheinlich tun müssen, weil du du kannst dich nicht nur an den Stichworten entlanghandeln, da bist du unsicher und dann brauchst du was, wo du vielleicht wieder zurückkommen kannst.”
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Wie bereite ich mich auf einen Auftritt vor? Willkommen zu dieser neuen Folge von Business Gladiators unplugged aus einer sehr ungewöhnlichen Location. Wir filmen im Auto auf dem Rückweg aus Villach, wo ich gerade bei einer Konferenz aufgetreten bin, eine Keynote gehalten hab. Gestern in links bei einer Keynote, heute in Villach und jetzt gerade am Weg retour.
Da haben wir uns gedacht, das wäre eigentlich eine super Frage zu beantworten. Wie bereite ich mich eigentlich auf Auftritte vor? Ich kriege die Frage immer wieder, ehrlicherweise jetzt gerade nach der Keynote, wenn immer sehr viel mit mir noch quatschen wollen, eine Frage stellen wollen und mit mir einsteigen wollen, kommt immer wieder die Philipp, wie bereitest du dich eigentlich darauf vor?
Und zwar hat gerade eine junge Dame zu mir gesagt, naja, man muss halt so reden können, wie du reden kannst. Und da habe ich mir gedacht, das ist mein Trigger. Es ist Zeit, eine Folge aufzunehmen, weil das möchte ich unbedingt korrigieren, nicht den Glauben zu haben, es gibt wieder Leute, die reden können und die anderen Leute, die nicht reden können. Das ist ein Irrglaube.
Am Ende sind die Dinge Übung und ich möchte heute in der Folge was beitragen zum Thema üben, was das Thema Auftritt betrifft. Wir haben alle immer wieder Auftritte, große Auftritte, kleine Auftritte, sei das bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterveranstaltungen, beim Kundenevent, vielleicht auf einer Bühne mit einer Keynote oder mit einer Rede bei einer größeren Veranstaltung. Es gibt immer wieder größere oder kleinere Bühnen, wo man sich vorher die Frage stellen Wie bereite ich mich richtig darauf vor?
Und ich möchte einfach die Folge nutzen, auch wenn sie gerade im Auto aufgenommen wird. Also falls du Lust hast, schau auf YouTube vorbei, dann siehst du das entsprechende Video dazu. Ich möchte die Fahrt einfach nutzen, um dir möglichst hautnah mitzugeben, meine Insights und meine Tipps für dich für deinen gelungenen Auftritt.
Und ich möchte beim wichtigsten Punkt beginnen, der ist lange vor dem Auftritt eigentlich. Das ist mein erster Input an dich. Es geht um Erwartungsmanagement.
Einer der wichtigsten Punkte, wenn ich Keynotes zusage, ist die Was wird in der Einladung drinnen stehen? Was ist der Titel meiner Keynote? Was steht bei meiner Keynote dabei?
Dass die Erwartungshaltung von den Menschen formt, die bei einer Konferenz dabei sind. Das bestimmt schon mal, auf welche Erwartungshaltung ich dort vor Ort treffen werde und es bestimmt damit direkt meine Chancen, ob ich die erfüllen oder übertreffen kann. Das heißt, wenn ich mich damit überhaupt nicht beschäftige und das einfach dem Zufall überlasse, was steht dort im Programm? Dann kann es sein, dass die Leute Vorfreude haben auf die Keynote und dann kommt komplett was anderes und sie sind enttäuscht. Also der erste und wichtigste Punkt ist die Erwartungshaltung. Und wenn du die Möglichkeit hast, in einem Programm festzuschreiben, was ist von dir zu erwarten, dann hilft es schon mal, diese Erwartungshaltung und dieses Erwartungsmanagement zu betreiben. Es macht einen Unterschied, ob dort steht, es hält jemand eine Rede oder es hält jemand eine Präsentation. Es kann dort stehen, du hältst eine Keynote oder es ist ein Interview, ein Impuls oder einfach nur ein Grußwort oder Begrüßung. All die Dinge machen schon mal einen Unterschied in der Was ist von dir dort zu erwarten?
Das heißt, der erste Punkt ist eigentlich lang vor deinem Auftritt das Erwartungsmanagement zu betreiben. Danach passiert bei mir etwas, das natürlich mit zunehmender Übung immer kurzfristiger bei mir passiert. Also ich sage es jetzt, wie es bei mir aktuell stattfindet. Ich bereite mir auf eine Keynote auf eine sehr spezielle Weise vor, nämlich im Wesentlichen am Vortag, meistens am Vorabend habe ich das erste Eingrooven, wie ich es nenne, auf die Keynote. Das hat am zweiten Teil dann am Tag in der Früh, am nächsten Tag, also am Tag der Keynote in der Früh, also bei mir schon sehr kurzfristig, weil ich mehr Übung habe.
Wenn du das nicht hast, dann würde ich das natürlich deutlich weiter voranstellen, Wochen vorher, paar Wochen vorher mich damit beschäftigen, mich einzugrooven. Was meine ich mit eingrooven? Ich versuche wirklich ein Gefühl dafür zu kriegen, wer sind die Menschen dort, wer sind die Leute, was kann die beschäftigen, wie werden die drauf sein und was können die von mir erwarten? Also ich übe mich in Empathie. Das heißt, ich schaue mir natürlich sehr genau an, für welche Zielgruppe ist diese Tagung oder wenn es eine Veranstaltung ist, welche Menschen sind bei dieser Veranstaltung und versuche dann ein Gefühl dafür zu kriegen, was kann diese Menschen bewegen? Ich schaue mir an, wer spricht vor mir, wer spricht nach mir, was haben die schon gehört, was werden die noch hören? Und ich werde wirklich versuchen, Empathie zu kriegen.
Wie wird es denen in dem Moment, wo ich auf die Bühne komme gehen. Zum Beispiel fahre ich jetzt gerade von einer Keynote nach Hause, da war die erste Keynote des Tages bei einer zweitägigen Konferenz, wo gestern am Abend eine Party war, also einer der beliebtesten Slots, die man haben kann als Speaker, entweder nach dem Mittagessen oder am Tag in der Früh nach einer Party. Das heißt, ich versuche schon mal in die Stimmung reinzugehen und mir zu denken, okay, da werden ein paar jetzt vielleicht müde sein, die werden einmal drinnen hängen in ihrem Sessel und sich einmal anschauen, ob da jetzt jemand kommt, der sie entertaint. Also aufrütteln am Anfang meiner Keynote und sie abholen ist umso wichtiger. Dann weiß ich, dort sitzen Unternehmerinnen und Unternehmer, Dann frage ich mich, was kann ich für Empathie da aufbauen, was beschäftigt mich da gerade Und versuche am Anfang meines Auftritts immer eine Form von Rapport herzustellen, also eine Art Connection herzustellen, dass ich was Gleiches, was Gemeinsames schaffe zwischen uns beiden in einer gemeinsamen Emotion, einer gemeinsamen Sichtweise, einer gemeinsamen Erinnerung.
Also ich versuche sie abzuholen dort wo sie sind. Das ist das, was ich das Eingrufen nenne. Also ich versuche wirklich für mich herauszufiltern, was ist meine Annahme, dass mein Job dort ist, Was ist der Job, den ich dort zu leisten habe?
Ist es einfach nur ein Aufrütteln? Ist es ein Inspiration geben, Motivation geben? Ist es der Job eines Problemlösers, der eine Antwort auf eine ganz drängende Frage geben muss? Ist es ein Mutmarker? Also was ist meine Rolle dort?
Das ist der zweite Teil, den ich beim Eingrooven versuche für mich herauszuarbeiten. Und der dritte Teil ist dann eigentlich sehr geradeaus. Ich mache mir eine klare Struktur, in der ich sprechen möchte. Und da wirst du vielleicht, wenn du meinen Podcast schon das eine oder andere Mal gehört hast, wird dir aufgefallen sein, meistens sind es drei Punkte, die ich berichte. Und das hat mehrere Gründe. Einerseits, weil es eine Anzahl ist, die Menschen gut nehmen können, die eine gewisse Kontakt signalisiert, aber trotzdem ausreichend breit ist, dass es sich lohnt, länger dran zu bleiben und dass es auch in meinem Kopf natürlich einfacher ist, dass ich drei Punkte mir merke, als ich würde jetzt sieben und zwanzig Punkte dir da nennen. Das heißt, ich gehe in der Struktur so ran, dass ich sage, was ist der zentrale Job, den ich leisten kann. Also was ist meine Kernaussage, die ich machen will dort und was sind drei Punkte, die ich beisteuern kann, um diese Kernaussage zu untermauern. Und dann notiere ich mir die drei Punkte und dann mache ich mir dort vielleicht ein paar Subpunkte darunter. Aber ich mache mir eine Struktur, die im Wesentlichen immer heiß Es gibt eine Einleitung, eine Eröffnung, es gibt einen Kern, der aus drei Punkten besteht und es gibt sowas wie Schlusszusammenfassung, Auflösung, einen Schlussappell.
Ich bin mit diesem Dreiklang sehr gut gefahren und du kannst natürlich, wenn du dich mit Rhetorik beschäftigst und all den Dramaturgischen, die man in solche Auftritte einbauen kann, da gibt es ja unendlich viel Material, Schau dir das an, da sind spannende Dinge dabei. Aber ich bin in diesem Podcast ja der Mensch für Hands on. Ich komme jetzt nicht mit der Heldenreise zu dir und welche Etappen du durchmobst, dass du dein Publikum von A nach B führst. Wenn du irgendwann einmal auf der Ebene bist, dass du dich damit beschäftigst, dann tu das. Aber bis dorthin, wann du übend bist, dann würde ich sagen, halt es schlicht.
Und ich bin ein Freund von schlicht. Und deswegen gibt es bei mir eigentlich fast immer schlichte Struktur. Es gibt ein Intro, wo ich versuche, die Leute abzuholen, den Rapport herzustellen, vielleicht einmal einen Schmäh zu machen oder sie einfach nur mehr aufzurütteln. Es gibt einen Hauptteil mit drei Key Messages, die meine zentrale Botschaft unterstützen und es gibt einen Schlussappell, Zusammenfassung am Ende, wo ich sage okay, das ist das, was ich den Leuten am Ende mitgeben will. Und so strukturiere ich mir das runter.
Und das ist das, was für mich dann auch reicht bei so einer Keynote, weil ich natürlich aus der Erfahrung heraus, ich hab hunderte Keynotes gehalten, in jedem der Punkte auf unzählige Beispiele in meinem Kopf zurückgreifen kann, die ausreichen, um problemlos Stunden von der Bühne zu füllen und die mir natürlich ermöglichen, sehr locker da reinzugehen. Deshalb extrem wichtig zu Das war nicht immer so. Je früher meine Auftritte, was für mich einfach wichtig war, komplett durchgescriptet und zwar weniger dafür, dass ich dann die Auftritte runtergelesen hätte, als ich durch das Skripten in der Vorbereitung einfach für mich gelernt habe, was ich sagen will. Ich habe da oft das Skript gar nicht gebraucht, sondern wirklich nur die Stichworte mitgenommen, aber ich habe es mir irgendwann einmal komplett ausformuliert, damit ich es im Geiste wirklich durchgegangen bin. Und wenn du noch nicht so viel Erfahrung hast beim Reden, dann wirst du das wahrscheinlich tun müssen, weil du du kannst dich nicht nur an den Stichworten entlanghandeln, da bist du unsicher und dann brauchst du was, wo du vielleicht wieder zurückkommen kannst. Das heißt, je weniger Erfahrung du hast, umso mehr Vorbereitung empfehle ich dir. Umso mehr empfehle ich dir einerseits in die Empathie reinzugehen, dir zu überlegen, wer sind die Leute dort, was brauchen die eine Struktur aufzubauen und auch wirklich in die Tiefe dann das Ganze zu formulieren, damit du ein Backup hast, auch wenn du es nicht brauchen wirst. Im besten Fall hast du mit ein bisschen Übung, wenn du ein paar Auftritte machst, gehst du einfach auf die Bühne mit deinen Stichworten und orientierst dich an der Struktur. Die Erfahrung zeigt dann Menschen frei von der Leber wegplaudern sind sie am besten. Und die Kombination von frei von der Leber wegplaudern mit einer Struktur, an die ich mich halten kann, ist eigentlich das Beste.
Und das sind im Wesentlichen meine drei, wenn du so willst, Geheimnisse, die mich bewegen, wenn ich mich an einen Auftritt vorbereiten. Aber das Wichtigste und das ist, wenn du so willst, das one more thing, das ich dir mitgeben will für die Vorbereitung auf deinen Auftritt. Für das habe ich lange, lange Jahre gebraucht, bis ich es selber gecheckt habe, wann du dir meine erste Keynote anschaust. Die gibt es auf YouTube, die ist noch nicht sonderlich berauschend.
Jahre, Jahre später, also erst vor wenigen Jahren würde ich sagen. Ich glaube vor vier, fünf Jahren habe ich irgendwann gecheckt, dass ich eigentlich auf der Bühne nur ich selber sein brauch, mit einer ehrlichen Absicht, einer guten Intention was beizutragen, einen Nutzen stiften zu wollen, das Ganze kombiniert mit einer guten Struktur und dann einfach das zu sagen, was mir über die Lippen kommt und nicht nach Perfektion zu streben. Ich hab das strebt nach Perfektion bei Auftritten, macht Auftritte sehr geschliffen, manchmal sehr gekünstelt und vor allem extrem anfällig für Pannen und Störungen jeder Art.
Wenn du nach Perfektion im Auftritt strebst und irgendwas kommt dir dazwischen, bist du sofort vorher aus der Bahn. Wenn ich vorher aus der Bahn kommt beim Auftritt sage, opala, jetzt habe ich doch gerade den Faden verloren, was wollte man reden und schau ein bisschen verwirrt und renn zu meinem Zettel und schau nach oder ist mir komplett egal und die Leute finden es sympathisch und zu finden es natürlich. Also der wichtigste Tipp sozusagen die Klammer über allem. Verlass dich einfach auf deinen eigenen Instinkt und hab keinen Genierer damit, dass andere Leute dir beim Üben zuschauen, dass andere Leute auf offener Bühne beim Üben zuschauen und sehen, wie du lernst, wie du lernst, einen guten Auftritt zu machen.
Mein erster Auftritt war lange nicht so wie mein zweiter Auftritt, mein zweiter nicht wie mein dritter und mein dritter nicht wie mein drei hundertste Heute habe ich einen Spaß auf der Bühne, das war nicht immer so. Dazu hat es die Übung gebraucht, aber ich hoffe, die drei Tipps, die ich dir da mitgeben konnte, sind nutzenstiftend und helfen dir auch deinen Auftritt weiter zu optimieren. Wenn das für dich spannend war, dann hoffe, dass du nächste Woche wieder einschaltest bei Business Gladiators Unplugged.
Ich verspreche dir, die nächste Folge wird wieder aus dem Studio kommen. Für alle, die auf YouTube dabei sind, ihr seht, wir haben eine muntere Fahrt durch Tunnel. Es wird dunkel, es wird hell, aber es geht um den Content.
Das ist das Entscheidende und den wird es nächste Woche wieder geben bei Business Gladiators Unplugged. Mein Name ist Philipp Maradona und ich freue mich auf dich. Alles Liebe und Bye bye.