312_ Nach dem Exit_ Die 3 Dinge, die ich bei der Gründung heute komplett anders machen würde
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Abhängigkeit durch große Unternehmensstrukturen
Der Aufbau großer Unternehmensstrukturen führt zu massiver Abhängigkeit, sowohl von den Mitarbeitern als auch von den damit verbundenen Prozessen und Kosten. Diese Abhängigkeit sollte reduziert werden, um die Agilität und Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens zu erhöhen und flexibler auf Marktveränderungen reagieren zu können.
“Wenn du große Struktur baust, bist du massiv abhängig. Das würde ich versuchen zu reduzieren.”
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Bevor es losgeht mit dieser Folge ein kurzer Hinweis in eigener Sache. Wenn du diesen Podcast liebst, gerne hörst, regelmäßig hörst, dann ist es jetzt Zeit für den nächsten Schritt. Es gibt auch zwei tausend sechs und zwanzig wieder eine einzige Möglichkeit, mit mir ganz persönlich und intensiv an deinem Business und deinem Durchbruch zu arbeiten. Mein viertägiges Signature Event Business Mindset Mastery findet vom drei und zwanzigste Bis sechs und zwanzigster april in Kitzbühel statt. Es sind vier Tage, die dir den entscheidenden Durchbruch für dieses Jahr bescheren werden. Vier Tage voller Klarheit, Kraft und Entschlossenheit für deine nächsten Schritte.
Und als Mitglied meiner Podcast Community habe ich einen besonderen Bonus für dich. Du kriegst Zugang zu drei exklusiven Online Deep Dives zu den drei Schlüsselthemen für zwei tausend sechs und zwanzig Strategie, AI und Personal Branding. Alles on top obendrauf. Sichere dir jetzt deinen Platz auf Philipp Maderthaner Com.
Mindset Mastery und jetzt weiter mit dieser Folge. Wenn ich es mir aussuchen kann, setze ich mich heute so schlank auf, wie es nur geht. Die Zeit der großen Struktur ist vorbei, würde damit ein besseres Team. Wir werden feststellen, dass wenn wir die Leute fordern, sie nicht am nächsten Tag kündigen.
Ich würde von Sekunde eins All in gehen auf Personal Branding auf Social Media, wenn ich diese eine Sache bei der Gründung schon gewusst hätte. Diese Zeitmaschine wünschen sich viele Unternehmerinnen, Unternehmer. Ich gebe sie dir in dieser Folge. Mein Name ist Philipp Martaner, ich bin Gründer von fünf Unternehmen, habe alle davon groß gemacht. Ich habe eine der erfolgreichsten Kampagnenagenturen im deutschsprachigen Raum gegründet und damit den Exit geschafft, habe ein Beratungsbusiness innerhalb kürzester Zeit auf siebenstellig und auch eine Softwarefirma auf siebenstellige jährliche Umsätze aufgebaut.
So, was ist das Geheimnis dahinter? Was sind die Dinge, die in den letzten zehn Jahren gelernt haben und vor allem, was sind die drei Dinge, die ich heute komplett anders machen würde? Darum geht es in dieser Folge. Let's go.
Ja, das ist die große Sehnsucht von Unternehmerinnen, Unternehmern, die Zeitkapsel, oder? Wenn wir das schon wüssten, was wir heute wissen, wenn wir das damals schon gewusst hätten und alles anders machen könnten, dann wären wir wohl reich. Sondern Grund, warum Second Time Founder, die das zum zweiten Mal, zum dritten Mal, zum vierten Mal machen, oft erfolgreicher sind als beim ersten Mal.
Kein Wunder, Wir lernen was, hoffentlich. Aber was sind diese Learning? Genau darüber reden wir.
Und wir reden darüber mit der Bettina, die ist heute hier dabei bei Philipp Marathan unplugged. Willkommen Bettina, schön, dass du dabei bist. Freue mich sehr.
Hi Bettina, was beschäftigt dich? Du bist aus dem Corporate Live ausgestiegen und mitten im Unternehmerleben, oder? Ja, total.
Ich bin jetzt seit drei Jahren Unternehmerin und komme aus dem Corporate Life, war dort bei der Allianz für das Thema Werbung verantwortlich. Ja, genau. Also ich durfte dann auch große Kunden begleiten die letzten Jahre und beschäftige mich sehr mit dem ganzen Thema Business, Aufbau, Marketing.
Und es erinnert mich irgendwie ans Haus bauen. Also ich habe einmal Haus gebaut und denke mir jedes okay, das Haus würde ich ein zweites und ein drittes Mal wahrscheinlich anders bauen. Und genau deswegen meine Frage an Was würdest du jetzt einfach anders machen als bei deinem ersten Business? Also ich kenne dich aus den Zeiten Campaigning, Büro, intensiv und auch finde es großartig, was du jetzt gemacht hast oder jetzt machst. Spannend. Was würdest du jetzt anders machen?
Ja, extrem viel. Das mit dem Hausbau ist ein grandioses Beispiel. Natürlich. Ich hab selber noch kein Haus gebaut. Ich muss gestehen, ich glaube, ich habe es auch nicht vor. Ich hab ein riesengroßes Office gebaut von null weg. Das hat mich schon so gestresst, dass ich glaube, ich werde in meinem Leben nie ein Haus bauen.
Habe es aber von Freunden gehört und es gibt ja genau diesen Spruch, ich kann ihn jetzt nicht wiedergeben, aber dass du das erste Haus baust, eben um was zu lernen, das zweite dann so, wie du es gerne hättest und beim dritten haltest dann sogar den Kostenrahmen ein. Also es ist Learning und das ist natürlich beim Unternehmertum genauso. Und ich kann dir sagen, ich würde heute wirklich vieles anders machen. Ich bin immer fasziniert, wenn Leute solche Fragen sagen. Ja, ich würde alles genau so wieder machen. Das finde ich wirklich erstaunlich. Und ich muss immer ehrlich sagen, ich kann es auch fast nicht glauben, weil es ist sowas wie ein Lucky Shot, oder Unternehmertum bringt so viel Unsicherheiten mit sich, so viel Trial and Error, so viel Lernen, das ich manchmal faszinierend finde, wenn Leute sagen, ich würde alles genau wieder gleich machen. Ich kann es ehrlicherweise nicht glauben. Würde ich viele Dinge gleich machen in meiner Ambition mit meiner grundlegenden Herangehensweise. Ja, absolut. Aber es gibt Einige Sachen, die würde ich fundamental ändern.
Das erste gleich mal vorneweg, Bettina, und das ist etwas, wo ich ein riesengroßes Umdenken gehabt habe. Ich denke heute in schlanken und auch wenn ich das Wort nur mittelmäßig mag, in schlanken und agilen Strukturen. Das ist fundamental anders als damals, als ich meine Agentur gegründet habe, das Campaigning Büro vor zwölf Jahren ungefähr.
Ich hab damals eine komplette Antithese eigentlich zur Branche gemacht. Die Branche, die Agenturbranche war. Und du warst es wahrscheinlich immer schon davon geprägt, dass die weiß Gott wie viele Freelancer an sich angedockt haben, um irgendwie unterschiedliche Kapazitätsbedürfnisse zu bedienen. Und ich habe damals die komplette Antithese gemacht. Ich war der gnadenlose Insourcer in der Branche.
Also ich hab wirklich gesagt, alles was wir brauchen, arbeitet bei mir in Vollzeitanstellung mit vollem Commitment. Und es hat natürlich seine Abseits gehabt, um das so deutlich zu sagen. Wahrscheinlich gelingt dir in keinem anderen Setting so gut herausragende Unternehmenskultur aufzubauen, wenn du wirklich die Leute mit vollem Commitment an Bord hast. Ich bin damals mit meiner Agentur nicht nur sehr erfolgreich gewesen, wirtschaftlich und auch in der Reputation, ich bin auch zum besten Arbeitgeber Österreichs geworden.
Das wirst du nicht, wenn du eine Wischiwaschi Teamkultur hast. Aber es hat natürlich auch seine Schattenseiten. Und da sind wir heute beim Punkt.
Ich glaube, wir gehen in eine fundamental andere Zeit hinein. Ich glaube, die Zeit der großen Strukturen ist vorbei. Um das ganz deutlich zu sagen, Wir leben in einer Zeit, die eine Veränderungsgeschwindigkeit hat, dass wir alle miteinander die Ohrwascheln anlegen. Du sagst selber, du bist im Bereich KI unterwegs und ich meine, alle, die sich damit beschäftigen, ist keine Woche vergeht, wo das Spiel nicht, ich will nicht sagen, komplett verändert wird, aber zumindest maßgeblich sich weiterentwickelt. Wir haben eine Veränderungstaktung in einer Geschwindigkeit, die noch nie so hoch war.
Und dann stehe ich da mit Strukturen, die festgefahren, starr, behäbig, groß sind. Also ich muss wirklich sagen und muss ja sagen, Big Corporate, also große Konzerne gehören zu den Kunden auch einer meiner Firmen, den Business Gladiators, wo wir stark im Thema Transformation drin sind, also wo wir genau diesen großen Unternehmen helfen, Schlagkraft zu entwickeln in dieser Zeit. Aber ich beneide keinen dieser CEOs wenn es darum geht, diese Strukturen in den Wandel zu führen. Deswegen glaube ich, brauchen die auch alle massiv Unterstützung, weil das eine Mordschallenge, wenn ich es mir aussuchen kann, Bettina, setze ich mich heute so schlank auf, wie es nur geht. Das hat einen guten Grund, warum wir gerade darüber diskutieren, wann wird es das erste EPU Unicorn geben, also das erste Ein Personen Unternehmen, das mit einer Milliarde bewertet wird. Und es ist nicht weit weg, weil wir haben heute Unternehmen, die mit Milliarden bewertet sind.
Die haben dreiig Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Also es geht heute nicht mehr darum, dass du den Wert schaffst über Struktur. Das ist eine absolute Oldschool Denke und die kommt wirklich aus den alten Zeiten und hat jetzt, würde ich sagen, fast vier hundert Jahre Bestand gehabt. Also der Ausgangspunkt war die Industrialisierung und in der Industrialisierung waren diejenigen, die Gewinner, die die meisten Ressourcen gehabt haben, die wertvollsten Assets gehabt haben, die größten Strukturen aufgebaut haben. Das war sozusagen der Burggraben, der dich geschützt hat davor, dass da wer anderer ins Gehege kommt, also möglichst groß und uneroberbar werden müssen durch deine Struktur, weil quasi niemand sich traut hat, so eine große Struktur aufzubauen.
Das heißt, das Erstinvestment wäre so unendlich hoch gewesen, um jemanden zu challengen im Wettbewerb, dass man tatsächlich viele davon abgehalten hat, das zu tun. Und das Ganze hat in der Digitalisierung ja schon den ersten Bruch erhalten, wenn wir uns erinnern, der größte Fahrdienstleister der Welt besitzt kein einziges Auto, der größte Nächtigungsanbieter der Welt besitzt kein einziges Bett und die größte Nachrichtenplattform der Welt beschäftigt keinen einzigen Journalisten. Ja, bitte unbedingt.
Bettina, ich muss gerade innerlich so schmunzeln, weil ich komme ja aus der Corporate Welt und hab CEO beraten im Konzern und komme gleichzeitig aus zwanzig Jahren Digitalisierung und bin jetzt in EPU. Du hast alles durchgespielt, dass du sagst, trifft das nämlich so auf den Punkt, wie können wir eigentlich schnell agieren? Wie können wir, deswegen beschäftigst du dich ja auch so intensiv mit KI und wie können wir ganz anders denken, schneller agiler arbeiten und mehr Prototypen auf den Markt bringen, Dinge ausprobieren, testen, raushauen, lernen, weiterentwickeln.
Schau, das alte Spiel, dieses berühmte David gegen Goliath Spiel, das wird jetzt an die Spitze getrieben. Also die Goliaths dieser Welt sind in der Digitalisierung schon gechallenged worden und die Goliaths dieser Welt kommen jetzt ins Endgame. Das ist eine Tatsache.
Und sie werden gechallenged werden von ganz kleinen Teams, die durch KI mächtiger sind denn je. Aber jetzt um den Punkt zu schließen, den ersten ist, ich würde mir auf keinen Fall mehr große Strukturen aufbauen. Ich habe aktuell, bin ich dabei, eine meiner Firmen, nämlich die Softwarefirma, zu transformieren in ein KI Lab, um dort wirklich neue Dinge auszuprobieren, ganz schnell Taktik Produkte auf den Markt zu bringen. Der erste Schritt, den wir dort gemacht haben, ist, wir haben unsere Fixmannschaft massiv reduziert, arbeiten in ganz wendigen Projektteams, Product Owner, die wir dort weiterhin haben, die für ein Softwareprodukt verantwortlich sind, arbeiten primär unterstützt von KI und KI Agenten. Das heißt, eigentlich ist mein Ziel, dass ich nur mehr die Führungskräfte unter Anführungszeichen in meinem Unternehmen beschäftigt habe, also die, die die Dinge führen und führen, kann nicht sein, führen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen externe Freelancerinnen, Freelancer führen KI. Also wahrscheinlich sind es hybride Teams, aber ich möchte eigentlich am Ende nur mehr die Führungskräfte beschäftigen. Das heißt, damit sind wir schon in der Struktur viel kleiner, viel schlanker, viel wendiger.
Also erster Punkt, ich baue keine großen Strukturen mehr auf. In meiner ersten Firma habe ich innerhalb von einem Jahr mich gesteigert, damals von null auf zehn Mitarbeiter und immer dann verdoppelt, verdoppelt, bis ich am Ende, wie wir sehr gut unterwegs sind, waren in Zeiten der Pandemie, habe ich wirklich sechzig oder fünf und sechzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter festangestellt in der Agentur gehabt. Das hat in der ganzen Agenturszene in Österreich fast niemand gehabt. Also völlig absurd, würde ich nie wieder so machen.
Sehr, sehr spannend. Darf ich dich kurz fragen, welche Skills braucht dann so eine Führungskraft? Weil das ist ja das, was die Unternehmen auch oft so beschäftigt. Wenn die jetzt auf einmal KI Agenten führen und agile Teams, welche Skills brauchen denn die wirklich, die noch dazu, wo die Leute ja oft aus dieser klassischen Welt gelernten Strukturen groß schaut.
Wer heute nicht bereit ist, sich voll auf dieses KI Game einzulassen und wirklich damit zu experimentieren und daran zu arbeiten und zu tüfteln, wie ich damit Ergebnisse erziel, wird am Ende wegrationalisiert. Ende der Durchsage. Und KI ist gerade für Führungskräfte ein wunderbarer Spiegel, weil KI ist wie ein Baby. Wenn du da nicht ganz ein Kleinkind, wenn du da nicht ganz genau sagst, was du willst, dann kommt nichts zurück. Und früher, wenn du Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehabt hast, denen du vage Ansagen gemacht hast, dann hast du dich oft nur ausgeredet und Na gut, er oder sie hat es nicht verstanden. Die KI ist gnadenlos.
Sie versteht es dann nicht, wenn du ihr keine gescheite Anweisung gibst. Und das wird ein brutaler Spiegel für Führungskräfte werden. Aber die, die nicht einsteigen in dieses Game, werden weg sein. Also erster Punkt, ganz schlanke Struktur. Ich werde keine große Struktur mehr aufbauen.
Ich möchte in den Businesses, die ich als nächstes gestalte und ich bin schon wieder mittendrin sozusagen im Gründungsprozess der nächsten Dinge. Ich möchte nicht mehr mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern skalieren. Ist eine klare Vorgabe.
Meine Beratungsfirma zum Beispiel habe ich irgendwann einmal im Scherz, aber Scherz wurde ernst, habe ich gesagt, Ich will nicht, dass dort mehr als zehn Festangestellte arbeiten. Wir müssen einen anderen Weg finden, wie wir da und an dem arbeiten wir. Zweiter Punkt, Bettina, ist, ich würde heute natürlich völlig anders im Thema Social Media und Personal Brandbuilding agieren, als ich das vor zehn Jahren gemacht habe. Ich muss ehrlich gestehen, bin stolz darauf und sehr zufrieden, dass ich damals schon eine extreme Priorität gesetzt habe auf Personal Branding, nur mit anderen Instrumenten. Als ich vor zwölf Jahren begonnen hab, hatten wir nicht diese Social Media Landschaft von heute. Für mich hat Personal Branding bedeutet, ich schau, dass ich Medienberichterstattung kriege, dass ich Medienpräsenz kriege, Interviews kriege, dass ich Auftritte bekomme. All diese Dinge sind noch immer richtig. Aber die Wahrheit ist natürlich, die Hürden dafür haben sich brutal gesenkt. Jede und jeder kann heute eine Personal Brand aufbauen, einfach nur mit Arbeitseinsatz.
Ich hab damals, als ich meine erste Firma, das Campaigning Büro gegründet habe, Campaigning war ein, sagen wir es einmal freundlich erklärungsbedürftiges Thema. Und ich hab gewusst, wenn ich nicht in dem Bereich zum Thought Leader werde, also jemanden, der es erklärt und die Themenführerschaft da einnimmt, dann wird das Geschäft nicht in die Gänge kommen, weil wir müssen es zuerst erklären bei den Leuten muss Klick machen und dann werden sie kaufen. So der einfachste Weg damals war klarerweise, ich erkläre das auf Bühnen folgendes, es hat mich niemand auf eine Bühne eingeladen, niemand wollte mehr als Keynote Speaker haben. Ich habe einfach zu wenig Track Record und Reputation gehabt. Das heißt, ich habe damals aus meiner Not heraus dann einfach meine eigene Konferenz initiiert, den Campaigning Summit, hab einen US Keynote Speaker gebucht als Headliner und habe mich dahinter dann draufgestellt.
Heute hat jeder frei seine Bühne zur Verfügung. Social Media ist da, du musst einfach nur online gehen und deinen Content machen. Also zweiter Punkt, ich würde von Sekunde eins All In gehen auf Personal Branding auf Social Media, Thought Leadership auf Social Media und zwar All In.
Wir haben dazu mittlerweile allerhand Folgen. Ich empfehle sie, schaut euch das an oder hört euch das an. Das ist das Gebot der Stunde. Und Personal Branding haben wir wirklich schon viel gemacht.
Das ist mein zweiter Punkt. Und mein dritter und letzter Punkt ist, da sind wir, weil du das interessanterweise schon angesprochen hast, der geht tatsächlich ins Thema Führung. Was ich anders machen würde, ich wäre wahrscheinlich ein besserer Chef, weil ich mich weniger fürchten würde und zwar nicht fürchten würde vor, ich weiß nicht, der Wirtschaftslage oder vor der Konjunktur oder irgendwas, sondern fürchten würde davor, dass mir angeblich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter davonlaufen ab dem Zeitpunkt, wo ich einmal klare Kante zeige. Und das Interessante ist wirklich, ich war in der Sache, also wenn es darum geht um die fachliche Exzellenz, war ich immer schon eine relativ fordernde Führungskraft. In der fachlichen Frage gibt es mit mir wenig zu diskutieren, da habe ich meine Standards, meine Ansprüche und die setze ich durch und da pushe ich die Leute umgekehrt.
Auf der persönlichen Ebene war es mir immer extrem wichtig, dass alle glücklich, happy und zufrieden sind. Die Wahrheit ist aber natürlich, das Glück der Menschen hast du nicht in der Hand. Das Glück der Menschen haben sie vor allem für sich selber in der Hand. Und du kannst Leute zwar mit deiner Nettigkeit oder indem du sie in Watte baust, vielleicht kurzfristig glücklich machen, aber langfristig wird es ins Unglück führen.
Was meine ich damit? Was ich wirklich oft falsch gemacht habe, rückblickend ist, ich hab, wie soll ich sagen, Leuten dann Dinge vielleicht ermöglicht, zu denen sie noch nicht bereit waren. Ich habe gesagt, ich hab ihnen Sachen durchgehen lassen, die eigentlich nicht OK waren. Ich habe sie vielleicht zu früh befördert, einfach nur, damit ich sie nicht verliere und da wäre ich heute mit klarerer Kante unterwegs. Das schließt sich natürlich stark zusammen mit meinem ersten Punkt.
Der erste Punkt heißt ja mit den schlanken Strukturen. Ich wäre nicht mehr so in der Abhängigkeit. Wenn du große Struktur baust, bist du massiv abhängig. Das würde ich versuchen zu reduzieren.
Und im Umkehrschluss würde ich in meinem dritten Punkt dann auch nicht mehr so abhängig agieren und würde damit ein besseres Team formen. Das wären wahrscheinlich die drei Punkte, die ich anders machen würde. Gerade der dritte Punkt, den können wir alle wirklich lernen, indem wir es ausprobieren.
Wir werden feststellen, dass wenn wir die Leute fordern, sie nicht am nächsten Tag kündigen. Auch darüber habe ich schon unzählige Folgen gemacht, bevor dieser Podcast hier ins Finale geht. Eine große Bitte in eigener Sache. Ich hoffe, du hast gemerkt, ich investiere hier richtig viel Kraft, Energie und Aufwand, um maximal Nutzen zu stiften. Wenn dieser Nutzen dich erreicht, dann brauche ich jetzt deine Hilfe, um die diesen Podcast hier aufs nächste Level zu bringen. Es ist extrem einfach. Abonniere bitte den Podcast jetzt auf der Plattform, auf der du ihn gerade konsumierst und schick ihn an eine Person weiter, von der du überzeugt bist, dass sie davon profitieren kann. Es ist einfach für dich, aber ein großer Schritt für mich. Ich habe viel vor mit diesem Podcast und ich schaffe es nicht ohne dich und jetzt weiter ins Finale von dieser Folge.
Aber das sind meine drei Punkte, die ich heute anders machen würde. Also erstens, ich würde massiv schlanke Struktur machen, keine Skalierung mehr über großes Team. Das zweite ist, sie würde sofort von Anfang an Sekunde eins All In gehen auf Personal Branding und Thought Leadership über Social Media. Und das dritte, ich wäre ein besserer Chef und würde die Leute nicht mehr in Watte bauschen, um sie nicht zu verlieren und würde das damit auf eine festere Grundlage stellen.
Und eine Konsequenz ist wahrscheinlich auch, würde schon die High Performerinnen und High Performer, also die, die dann da mitgehen, würde früher in die Gesamtverantwortung holen. Ob das jetzt heißt früher am Unternehmenserfolg beteiligen, an ihrem eigenen Erfolg beteiligen. Also ich würde auch früher partizipativ agieren. Und gerade Punkt eins und drei zusammengefasst sind natürlich das Ende dieser Pyramidensysteme, aus denen wir kommen. Also irgendwie einer steht oben und so machen wir das auch.
Der Winner takes it all, also der meiste Profit ist an der Spitze. Ich glaube, wir kommen in partizipativere Systeme, auch was die Profitverteilung geht. Ich glaube, wir kommen aber eben auch in Systeme, wo am Ende nur mehr die High Performerinnen und High Performer überleben, weil alle anderen werden nicht mehr gebraucht.
Und das, sage ich jetzt einmal, kombiniert mit einer starken Exposure auf Social Media ist der Gamechanger. Ich muss wirklich sagen, vielleicht lassen wir den Punkt am Schluss noch ergänzen, die Tatsache oder der Moment, wo ich wirklich begonnen habe, massiv auf Social Media zu gehen, dort Reichweite zu generieren. Und ich meine, die Wahrheit ist, zigtausende hören diesen Podcast, wir haben hunderttausende Abrufe auf YouTube.
Ich habe jenseits der Million Reichweite über meine Social Media Kanäle und das alles organisch. Das ist ein Markenwert, der wäre damals undenkbar gewesen und ist eine wesentliche Grundlage meines Erfolgs und auch meiner Geschäftsmodelle. Ich hab alleine durch meine Personal Brand, um das so deutlich zu sagen, ich hab vor fünf Jahren angefangen, das erste Mal eigentlich aktiv Social Media Content zu produzieren oder mein Podcast und habe die ersten zwei, drei Jahre nichts davon klassisch monetarisiert. Ich hab letztes Jahr dann begonnen, auch hinter meine Personal Brand ein Geschäftsmodell zu bauen, also mit Events, mit Seminaren, mit Weiterbildungen, mit Bootcamps, mein Vier Tages Event in Kitzbühel. Und Tatsache ist, ich habe jetzt innerhalb von einem Jahr meine Personal Brand alleine, was eigentlich nur sozusagen ein Seitenarm war, auf ein siebenstelliges Business ausgebaut.
Und die Grundlage dafür ist der Brand Value, den ich über Social Media geschaffen habe. Also es ist bares Geld. Die meisten Leute machen es nur falsch. Sie sind einfach für den Fame oder für die Aufmerksamkeit auf Social Media und nicht um daraus ein Business zu machen.
Aber das ist wieder eine andere Geschichte. Also das, Bettina, sind meine drei Punkte. Mega. Also ich finde, es sind ganz, ganz viele super spannende Dinge drinnen, auch was du ganz zum Schluss Personal Brand da noch erwähnest. Ich meine, wenn man daran denken, wie viel Millionen Euro da früher notwendig waren, unglaublich, unglaublich so eine Reichweite aufbauen.
Eine letzte Frage vielleicht dazu noch, wenn du sagst, All In auf Social Media, was sind die Kanäle, wo du sagst, that's it must have? Weil was ich oft sehe ist, die Leute sind halt erschlagen, weil ich muss noch das machen und das machen, das machen und wie viel dann im Detail ja dann doch dahinter steckt, dass man so einen, dass man auf YouTube regelmäßig live ist und so weiter. Also dazu machen wir eine eigene Folge, versprochen. Aber ein kleiner Teaser dazu. Es gibt unterschiedliche Philosophien.
Ich bin ein Freund, der sagt, lieber bei einem Kanal all in, als irgendwo überall drüber tröpfeln. Und die entscheidende Frage ist natürlich was ist der Kanal, der für dich passt? Und dann schon die Wie overcrowded ist der Kanal?
Alle probieren standardmäßig auf Instagram erfolgreich sein, ist gleichzeitig der härteste Kanal. Auf LinkedIn funktioniert vieles noch organisch. YouTube ist hart, aber gleichzeitig extrem ertragreich.
Also ich werde wirklich eine eigene Folge dazu machen, wie sich meine Social Media Strategie verändert, versprochen. Und dann gehen wir dort ins Detail. Super.
Vielen lieben Dank, Bettina. Das war große Freude mit dir. Ich danke dir für die Frage. Viel Erfolg. Alles Liebe.
Ciao, ciao, bye, bye. Nächste Woche solltest du keinesfalls verpassen. Es wird wahrscheinlich die persönlichste Podcast Folge überhaupt. Ich gebe so offen wie noch nie Einblicke in mein persönliches Scheitern, in die Dinge und die Momente, wo ich fast aufgegeben hätte, wo ich Dinge richtig in den Sand gesetzt habe, wo Dinge ordentlich schiefgegangen sind, über den Umgang mit den Hatern, über das, wie die Unternehmenskultur in meiner ersten Firma voll versemmelt habe und darüber, wie gesundheitliche Probleme mich fast zum Aufgeben gebracht hätten. Schaltet nächste Woche unbedingt ein. Es ist, glaube ich, ein sehr roher, wertvoller Einblick. Ich freue mich.