Folge 84 - Warum ist es gut, am Anfang zu stehen?
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Aktives Zuhören bedeutet, nicht schon die Antwort zu formulieren.
Wahres aktives Zuhören erfordert, dass man nicht bereits während des Sprechens des Gegenübers die eigene Antwort im Kopf formuliert. Stattdessen konzentriert man sich vollständig darauf, die Botschaft des anderen zu erfassen und zu verstehen. Dies ermöglicht eine tiefere Aufnahme von Informationen und eine bessere Kommunikation.
“dass du lernst, nicht schon deine Antwort zu formulieren, während dein Gegenüber noch spricht, sondern wirklich aktiv zuzuhören.”
segmentQuellmaterial (21)
Warum ist es gut, am Anfang zu stehen? Hallo, ich bin Philipp Maderthaner und das ist Business Gladiators unplugged. Jede Woche eine Folge mit einem Thema, das dich hoffentlich bewegt. Heute mit der Warum ist es gut, am Anfang zu stehen?
Und ich muss ehrlich sagen, Hut ab und Respekt vor dir, dass du dir diese Folge reinziehst, weil eigentlich so ehrlich müssen wir sein. Ist am Anfang stehen ja nicht wirklich was Erstrebenswertes, oder? Wir alle wollen weiterkommen, wir wollen vorankommen, wir wollen Großes erreichen, wir wollen extrem gut unterwegs sein. Die Besten in einem Bereich. Also ist am Anfang zu stehen ja eigentlich was, was wirklich nicht erstrebenswert ist, oder Ich teile diese Ansicht nicht. Ich glaube, dass am Anfang zu stehen oder das Bewusstsein, am Anfang zu stehen, eine der größten Qualitäten von erfolgreichen Menschen ist.
Und ich möchte das an einem Beispiel erzählen, das mich gestern unglaublich bewegt hat. Ich habe einen beeindruckenden Unternehmer gestern kennenlernen dürfen, einen Gründer eines sehr großen Unternehmens im Gesundheitsbereich. Mehr als fünfzig Millionen Euro Umsatz hat es in einigen Jahren hier hochskaliert auf vierzig Länder, in denen er aktiv ist, mit einem beeindruckenden Spirit in seinem Unternehmen.
Und man muss ehrlich sagen, viele würden sagen, dieser Mann ist am Ziel seiner Träume, der hat alles erreicht und dann sitze ich dem im Gespräch gegenüber und er Ja, das ist großartig. Er ist sehr happy, aber die Wahrheit ist Und er hat dann leise Ich stehe komplett am Anfang. Und das, liebe Freunde, ist ein richtiges Winner Mindset.
Mein lieber Mentor Manfred Winterheller beschreibt es mit Anfängergeist, diesen Spirit, ein Beginners Mindset. Erfolgreiche Menschen, die im Regelfall erkennen, dass sie noch unendlich viel zu lernen haben, aber auch unendlich viel noch, was sie erreichen können. Und es unterscheidet sie von denen, die durchs Leben gehen und glauben, sie wissen schon alles, sie können schon alles, sie haben alles erreicht.
Solche Menschen sind im Regelfall in ihrem Erfolg limitiert. Warum? Naja, stellen wir uns einmal vor, du gehst mit der Brille durchs Leben, dass du alles weißt und alles kannst. Was glaubst du?
Wie gut wirst du zuhören? Was glaubst du? Wie wahrscheinlich ist es, dass du was Neues lernst? Was glaubst du? Wie wahrscheinlich ist es, dass du dich weiterentwickelst? Was glaubst du?
Wie wahrscheinlich ist es, dass du noch wirklich was Großes drauflegst auf das, was du hast? Es beginnt damit zu erkennen, dass wir am Anfang stehen. Wir wollen nicht philosophisch werden hier mit Ich weiß, dass ich nichts weiß.
Aber am Ende geht es genau darum, dass wir wirklich erkennen, dass die hochgradig erfolgreichen Menschen mit einem Mindset durchs Leben gehen, dass sie wissen, dass sie noch viel vor sich haben, dass sie noch viel lernen können, dass sie von anderen was lernen können und eben nicht hier großspurig durch die Gänge ziehen und sich selber auf die Schulter klopfen und irgendwann dann sattgefressen feststellen, dass andere sie links und rechts überholen. Und ich kann dir eines Dieser Anfängergeist, dieses Mindset am Anfang zu stehen, ist etwas, das mich persönlich auch schon die letzten Jahre sehr beschäftigt. Ich habe wirklich einen Punkt gehabt vor vielen Jahren, wo ich geglaubt habe, ja, ich habe meine Ziele erreicht und die Wahrheit ist, ich habe dann an Geschwindigkeit nachgelassen oder auch an Antrieb nachgelassen, wirklich meine Ziele zu verfolgen. Ich habe auch irgendwann einmal geglaubt und das ist schon länger her, ich wäre wirklich ein Guru im Bereich Kampagnen. Es war dann relativ rasch der Fall, dass ich, nachdem ich mir das gedacht habe, mit einer Kampagne ordentlich auf die Schnauze gefallen bin, weil jemand, der glaubt, dass er Superman ist oder Superwoman und alles kann und alles weiß, sich einfach nicht nur nicht genug anstrengt, sondern auch den Blick nicht weit genug offen hat, um anderes zu sehen. Und deswegen möchte ich dir heute drei Gedanken mitgeben, wie du diesen Anfängergeist in dir pflegen kannst. Was kannst du tun, um diesen Anfängergeist in dir zu nähern und damit für dich persönlich ein neues Momentum für persönliches, aber auch unternehmerisches Wachstum zu zünden? Ich habe hier drei Dinge, die ich mit dir teilen will. Das eine ist, ich habe festgestellt, dass Menschen, die im Anfängergeist, wie ihn Manfred Winterheller nennt, oder in diesem Beginners Mindset, in diesem Mindset am Anfang zu stehen, dass diese Menschen sich an wahren Meistern messen. Das ist ganz interessant, weil ich habe in meinem auch persönlichen Umfeld wirklich die Gnade, hoch erfolgreiche Menschen zu haben und wirklich extrem erfolgreiche Menschen zu kennen. Und ich habe bei mir selber festgestellt, dass mir diese Men in einer bestimmten Phase meines Lebens Unbehagen bereitet haben, weil sie mich gefühlt auf meine eigene Unzulänglichkeit hingewiesen haben, weil sie mir auf meine eigene Imperfektion hingewiesen haben, weil sie mich daran erinnert haben, dass ich eigentlich noch nicht so super unterwegs bin. Denkt an einen lieben Freund, der extrem erfolgreich ist, extrem hungrig ist und wirklich ein Gigant ist in seiner Sache. Und ich habe mit ihm nie so wirklich die Nähe gesucht damals, weil ich hab mir immer gedacht, irgendwie in seiner Gegenwart, da fühle ich mich nicht gut, Klammer auf, da fühle ich mich nicht so super und so großartig, wie ich mich gerne fühlen möchte. Ich habe mich neben ihm klein gefühlt. Und der Grund, warum dieses Gefühl eingetreten ist, ist, dass ich eben kein dynamisches Mindset hatte, kein Beginners Mindset, kein Mindset hatte, wo ich gesagt habe, ich möchte mich mit den Besten umgeben, damit ich mich an denen reiben kann, an ihnen wachsen kann. Das war mir damals nicht möglich, sondern es hat in Wahrheit an meinem Selbstwert genagt, mich mit solchen Menschen zu umgeben. Und daran erkenne ich einen fundamentalen Unterschied zu heute. Ich merke, dass ich aktuell in einer Phase bin, wo ich diese Menschen förmlich anziehe, wo ich mich eigentlich nur noch mit Menschen umgeben will, die viel, viel, viel unendlich viel weiter sind als ich. Weil ich merke, das fordert mich heraus, das aktiviert mein Wachstumsgen, das aktiviert mich im Sinne von zu schauen, was kann ich noch nicht, was kann ich noch lernen. Und dieser Hunger entsteht, wenn du beginnst, dich in die Unbequemheit zu begeben, dich mit Menschen zu umgeben, die meilenweit dir voran sind und meilenweit überlegen sind. Ein zweiter Punkt, den du angehen kannst, ist, dich in Demut und in Zuhören zu üben. Ich muss gestehen, die Übung ist für mich manchmal die Hölle. Ich bin ja so gescheit, ich habe ja immer so schnell auf alle seine Antwort und will sofort ansetzen und sie rausspucken, als wäre die Welt, als würde sie untergehen, wenn ich das nicht tun würde. Und die Wahrheit ist aber, wenn du während dir jemand was erzählst, schon daran denkst, was du antworten willst, dann vergibst du eine unendliche Chance.
Und das ist von der Person, vom Gegenüber was zu lernen. Und sei nicht arrogant und sag, naja, bei manchen Personen, was soll ich da lernen? Das ist unendliche Arroganz. Du kannst von allen Menschen was lernen. Du kannst ja auch von Menschen was lernen, die Dinge nicht gut machen oder die Dinge vielleicht komplett anders angehen. Du Menschen, die gescheitert sind in dem, was sie tun, aber eben auch von extrem erfolgreichen Menschen.
Ein Hoteldirektor kann von den Reinigungskräften im Hotel unendlich viel lernen, weil die haben Einblicke in das Leben der Gäste, die der Hoteldirektor vielleicht nicht hat. Also diese Arroganz zu sagen, was will ich von meinem Gegenüber lernen abzulegen, ist eine der wichtigsten Übungen aus meiner Sicht Und sie passiert durch Demut gegenüber deinem Gegenüber und dass du dich im Zuhören übst, dass du lernst, nicht schon deine Antwort zu formulieren, während dein Gegenüber noch spricht, sondern wirklich aktiv zuzuhören. Manfred Winterheller, um ihn nochmal zu zitieren, nennt es zuhören, um zu verstehen, trifft sehr gut auf den Punkt. Der dritte Aspekt, der für mich so wichtig ist, ich höre immer wieder, wenn ich über dieses am Anfang stehen spreche, als ersten Konter sofort, Kann man nicht irgendwann einmal zufrieden sein mit dem, wo man steht? Kann ich nicht irgendwann einmal sagen, es ist genug?
Und da ist es immer wichtig zu sagen, dass es nicht darum geht, dass du undankbar bist gegenüber dem, wo du stehst, was du erreicht hast, was du vielleicht an Vermögen angehäuft hast, worauf du bauen darfst. Du darfst dankbar sein und du sollst dankbar sein, das ist das Wichtigste. Aber du darfst auch hungrig bleiben, gleichzeitig hungrig bleiben und erkennen, dass du weit weg bist von ausgereift.
Es ist völlig egal, in welchem Alter du bist und hier zuhörst, ob du achtzehn bist, was wahrscheinlich offensichtlich ist, dass du noch was lernen kannst, oder ob du sechs und sechzig bist, wo du auch noch was lernen kannst. Es ist keine Altersfrage. Es ist wirklich eine Mindsetfrage.
Es ist eine Mindsetfrage von erfolgreichen Menschen, dass sie mit zunehmender Erfahrung erkennen, dass sie am Anfang stehen. Und ich gehe wirklich mittlerweile mit einem Blick durchs Leben, wo ich sage, es ist fast ein Outing einer Person, wenn sie mir den Allwissenden gibt, wenn sie mir gegenüber sitzt und mir die Welt erklärt und alles weiß und nur nicht sich irgendwas erzählen lassen will. Ich muss mittlerweile schmunzeln bei diesen Menschen.
Und wenn es in einer Kundenzusammenarbeit vorkommt, dann bin ich mittlerweile so weit, dass sie sagten, ich glaube, ich kann ihnen nicht weiterhelfen. Ich habe den Eindruck, sie wissen alles. Und wenn sie alles wissen, dann brauchen sie mich nicht, dann schüttelt es die Leute immer durch.
Dann finden sie das entweder total furchtbar oder es bewegt was in ihnen. Und deswegen möchte ich diese Folge oder deswegen wollte ich diese Folge auch genau in diesen Geist stellen. In diesem Geist, dass du für dich erkennen darfst, am Anfang zu stehen, ist wahrscheinlich eine der größten Auszeichnungen überhaupt. So auf dich drauf zu schauen, dass du eigentlich erkennst, was du erreicht hast, ist im Vergleich zu deinem Potenzial wahrscheinlich marginal. Was du heute kannst, ist im Vergleich zu dem, was du können könntest, marginal. Ich muss immer schmunzeln und sage das ja immer wieder auch, dass es mir in meinen Unternehmen passiert, wenn gerade sehr junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vielleicht deren erster Job ist, ist nach einem Jahr dann zu uns kommen und sagen, ich habe das Gefühl, das habe ich jetzt ganz gut im Griff, ich würde jetzt gerne weiterziehen oder aufsteigen oder whatever Und ich muss dann immer lachen und mus sagen, du ich weiß nicht, irgendwas muss ich falsch gemacht haben im Leben, dass ich mich seit zwanzig Jahren mit dieser Thematik beschäftige und du es schon nach einem Jahr so im Griff hast, dass du dir denkst, du kannst jetzt weiterziehen, weil das hast du gelernt. Es ist diese Demut vor dem, was möglich ist. Es ist dieses Messen an Größerem.
Es ist diese Fähigkeit zuzuhören und wirklich auch zu verstehen, dass jemand anderes mir voran ist. Es ist die Fähigkeit zu Hunger und konstruktiver Unzufriedenheit, die dich voranbringen wird. Und und ich möchte diese Folge deswegen auch so stark strapazieren, weil ich das wirklich in den letzten Wochen und Monaten erlebt habe, was passieren kann, wenn man in diese Sattgefressenheit kommt.
Sattgefressenheit natürlich im sprichwörtlichen Sinne. Du fällst irgendwann zurück. Unternehmen, die da reinfallen und irgendwann glauben, sie wissen alles, sie können alles und das war es.
Jetzt sind die Unternehmen, die degenerieren und deswegen ist dieser Anfängergeist zu entscheiden. Und ich wünsche dir sehr, dass du mit diesen drei Aspekten, die ich dir mitgegeben habe, vielleicht ein bisschen in die Reflexion gehst und mich teilhaben lässt. Schreib mir, schick mir Voice Messages, zum Beispiel über Instagram Messenger, schick mir Nachrichten auf LinkedIn, auf Facebook, auf den unterschiedlichsten Kanälen oder an Hallo liebmadertaner, Textnachrichten, Voice Nachrichten, alles ist erlaubt. Ich freue mich sehr über Feedback.
Schreib mir, was du denkst, schreib mir, was dich fordert und schreib mir, was ich in einer der nächsten Folgen vielleicht beantworten kann. Ich freue mich sehr darauf, wenn du wieder dabei bist. Bis dorthin, bleib am Anfang, entwickle dich zurück in diesen Anfängergeist.
Ich wünsche dir viel Erfolg dabei, Alles Liebe, bis nächste Woche hoffentlich und bye bye.