Folge 116 - Führung_ Wie sehr dürfen Mitarbeiter_innen zu Freunden werden_
Entities
27
Relationen
37
Chunks
11
Themen
33
headphonesAudio
hubWissensgraph
Aufgabe von Führung: Menschen Erfolgserlebnisse bescheren
Die Kernaufgabe von Führung besteht darin, Mitarbeitern Erfolgserlebnisse zu ermöglichen. Dies erfordert, sie manchmal über ihre Grenzen hinaus zu fordern, ihnen klare Richtungen zu geben und sie zu unterstützen, damit sie über sich hinauswachsen können.
“Ich glaube wirklich, die Aufgabe von Führung ist es, Menschen Erfolgserlebnisse zu bescheren. Und es setzt auch voraus, dass wir Menschen manchmal über ihre Grenze hinaus pushen”
segmentQuellmaterial (11)
Wie sehr dürfen Mitarbeiter zu Freunden werden? Heute reden wir wieder über eine Führungsfrage hier bei Business Gladiators unplugged. Schön, dass du dabei bist. Ich habe diese Frage aus meiner Community erhalten. Die Frage Wie sehr sollen oder dürfen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Freunden werden? Gibt es da eine ungesunde Nähe? Und ich finde diese Frage insofern wunderbar, weil sie uns darüber diskutieren lässt, was eigentlich wahre Freunde ausmacht. Es gibt ja schon eine Podcast Folge dazu, die Folge Wie nett darf oder soll ich sein? Da empfehle ich dir gerne reinzuhören. Aber ich möchte wirklich über diese Nähe sprechen, weil ich möchte ein bisschen darüber reden, worauf es in der Führung wirklich ankommt.
Und ich glaube, der entscheidende Punkt ist, dass wir in der Führung zwei Dimensionen beherzigen, die uns mit unserem Team gemeinsam zu großartigen Ergebnissen führen. Das eine ist, Führung braucht eine gute und stabile Beziehungsebene. Und diese Beziehungsebene entsteht zweifelsfrei durch persönliches Interesse, durch persönliches Kümmern, durch das, dass mir meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirklich am Herzen liegen. Ich weiß von meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wann es große Ereignisse in der Familie gibt. Ich weiß, wann sie eine Prüfung geschafft haben.
Ich kriege diese Dinge mit, wenn sie längere Zeit krank waren, dann interessiere ich mich dafür, wie es ihnen jetzt geht. Ich habe also wirklich ehrliches Herzensinteresse an meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ich kümmere mich um sie. Ich kümmere mich auf einer persönlichen Ebene um sie. Und das heißt vor allem, dass ich mich ehrlich für sie interessiere. Und das baut natürlich eine gewisse Beziehungsebene auf.
Der zweite Teil, den wir brauchen, ist, dass wir natürlich auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern helfen, Erfolgserlebnisse zu schaffen. Ich glaube wirklich, die Aufgabe von Führung ist es, Menschen Erfolgserlebnisse zu bescheren. Und es setzt auch voraus, dass wir Menschen manchmal über ihre Grenze hinaus pushen, über ihre Komfortzone hinaus pushen, ihnen Richtung geben für bestimmte Dinge, ihnen auch ein Level setzen, wo sie oh, das ist eigentlich viel höher, als ich das bis jetzt geschafft habe. Wo man sagt, aber dort musst du hin, ihnen Guidance zu geben, wie sie was besser machen können, ihnen auch zu sagen, wenn was nicht gut genug ist, weil das die Momente sind, in denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über sich hinauswachsen können. Und es gibt sogar Studien, dass gute Beziehung und gutes Vertrauen durch solche Guidance, durch so einen Redirect, durch so eine klare Aussage, wo man mit was noch nicht zufrieden ist oder wo was besser gemacht gehört. Kritisches Feedback würde man es wahrscheinlich nennen, dass Beziehungen durch solche Interventionen noch viel stärker gefestigt werden und begünstigt werden, als es durch das persönliche Kümmern und das persönliche Interesse der Fall ist. Und wenn wir das jetzt in das Private mit reinbeziehen und wirklich darüber diskutieren, was Freunde ausmacht, da muss man ja ehrlicherweise sagen, echte Freunde, das sind ja nicht diejenigen, die dir die ganze Zeit nur nach dem Mund reden und diejenigen, die immer und du Armer und wie geht's dir? Und ja, nein, ist schon schlimm und so, sondern echte Freunde, das sind ja diejenigen, die irgendwann einmal jetzt sag ich dir mal was es wäre jetzt einmal Zeit aufzuhören, dich zu bemitleiden, deinen Hintern zu bewegen und endlich wieder was zu tun. Es sind die Freunde, die uns einmal zeigen, wenn wir irgendwo falsch abbiegen. Es sind die Freunde, die uns herausfordern, die uns wirklich ans Herz gewachsen sind. Und insofern, wenn du die Frage stellst, wie sehr sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Freunden werden? Dann sage Wahre Freunde sind nicht nur wirklich an mir persönlich interessiert, sondern wahre Freunde pushen mich auch über mich hinauszuwachsen. Wenn du das als Freund verstehst, dann finde ich das in Ordnung, das so zu sehen. Das Problem ist aber, und jetzt kommen wir zum kritischen Teil der ganzen Sache, Die meisten Leute kriegen, wenn sie jemanden unter dem Rahmen Freund oder Freundin betrachten, plötzlich eine völlig irrationale Hemmung, diese Menschen herauszufordern, diese Menschen zu pushen, diesen Menschen einmal auch klare Kante zu zeigen und zu ganz ehrlich Freund der Berge, so geht das nicht, das erwarte ich mir anders. So kannst du das nicht machen. Das ist absolut inakzeptabel. Also diese Hemmungen, sowas auch auszudrücken, sind bei manchen unmittelbar verbunden mit der Einordnung von jemandem oder einer Person als Freund oder Freundin. Und dann passiert genau das, was du jetzt in deiner Frage als ungesunde Nähe bezeichnest. Ungesunde Nähe tritt dann ein, wenn ich nicht mehr sage, was ich will, wenn ich nicht mehr sage, was ich sehe und beobachte, wenn ich nicht mehr korrigieren darf oder kann, was ich als falsch erachte. Und das ist aber der verdammte Job als Führungskraft. Dazu bist du da als Führungskraft. Du bist nicht da für Ei, Ei und Scheicheln die ganze Zeit. Du bist da für eine gute Beziehungsebene. Persönliches Interesse, persönliches Kümmern, ehrliches Interesse. Und darüber hinaus bist du da auf diesem Boden darauf aufzubauen, um den Menschen Erfolgserlebnisse zu bescheren. Das ist dein Job. Und diesen Job erreichst du nicht, wenn du den Leuten immer nur nach dem Mund redest. Diesen Job erreichst du nicht, wenn du zurücksteckst und die Dinge runterschluckst und sagst, na, da sage ich jetzt lieber nichts. Du behinderst Menschen, wenn du das nicht tust.
Und wenn für dich heißt, jemanden als Freund oder Freundin einzuordnen, weniger klar zu sein, weniger herausfordernd zu sein, weniger pushy zu sein, weniger die Leute zu korrigieren, ihnen klare Richtung zu geben, klare Ansage zu geben, sie herauszufordern, ihnen mal Grenzen aufzuze. Wenn du das mit Freunden nicht tun kannst, dann würde ich sagen, dann schau, dass du in der Firma keine Freunde hast und zwar in deiner Definition von Freunde. Es geht also vielmehr um die wirkliche Austarierung dieser beiden Komponenten.
Persönliches, ehrliches Interesse für die Menschen. Menschen sollen dir am Herzen liegen. Und da gibt es ja teilweise in den Firmen wirklich so Psychopathen, die herumrennen, denen Menschen nicht am Herzen liegen, die Leute ausbeuten wollen, die einfach grausam sind, die einfach sie für Leute nichts interessieren und nichts drum scheren. Solche Psychopathen haben irgendwann ausgedient. Das sind Dinosaurier. Und wir wissen alle, was die Evolution mit den Dinosauriern gemacht hat.
Deren Zeit wird kommen, aber es gibt sie noch. Das heißt, wir wollen eine Basis von ehrlichem Interesse, ehrliches Interesse für Menschen. Wir wollen Führungskräfte, denen Menschen am Herzen liegen und wir wollen auch Führungskräfte, die ihren Job machen. Und dein Job ist ganz klar, Menschen Erfolgserlebnisse zu bescheren. Wenn du den Job nicht mehr machst, dann hast du ganz offensichtlich das erreicht, was du in deiner Frage als ungesunde Nähe bezeichnest. Ich würde sagen, ich bin all meinen Führungskräften, vor allem in meinen Unternehmen, sehr freundschaftlich verbunden.
Die sind mir wirklich ans Herz gewachsen. Es wäre so unendlich schmerzhaft, die zu verlieren. Das heißt nicht, dass ich mit denen Urlaube verbringe. Das heißt nicht, dass ich da keine Grenze habe. Die habe ich natürlich. Ich habe meinen privaten Raum, den ich nicht teile mit meinen Führungskräften. Das heißt nicht, dass wir nicht trotzdem über Privates sprechen. Aber es gibt eine Grenze und ich würde sagen, wir sind absolut in einem freundschaftlichen Verhältnis.
Aber das würde mich nicht daran hindern, ihnen klar zu sagen, wenn man denkt, Freunde, jetzt ist aber mal Punkt, jetzt müssen wir da mal was weiterkriegen oder das ist zu wenig über erst heute wieder Feedback gegeben, wo ich gesagt habe, das ist nicht, wie ich mir das erwarte. Das ist unter meinen Erwartungen. Ich möchte, dass das besser läuft. Was sind deine Vorschläge? Also ich fordere die Leute heraus, wenn du merkst, dass du aufhörst, das zu tun, hörst du auf, deinen Job zu tun. Deswegen brauchst du diese beiden Elemente Und solange du beide hast, gibt es nichts Ungesundes. Wenn irgendwann einmal dieser Begriff der Freundschaft darauf drückt, dass du deinen eigentlichen Job machst, dann hast du eine Schieflage, die es zu korrigieren gilt im Umgekehrten, wie eben auch die Psychopathen auf dieser Welt, in den Unternehmen auch eine Schieflage haben, weil die interessieren sich überhaupt nicht für die Menschen und sind ausschließlich am Pushen. Auch das ist eine Schieflage. Das Austarieren dieser beiden Faktoren ist der Schlüssel. Ich hoffe sehr, dass ich damit ein bisschen einen Einblick geben konnte, wie ich diese Dinge handhabe und wo ich hier die Grenzen ziehe und freue mich sehr, wenn du mir von deinen Experimenten berichtest, wenn du mir sagst, wie das für dich in deinem Unternehmen funktioniert.
Lass mich gern dein Feedback wissen, Schick es mir auf Instagram, Facebook, WhatsApp oder eben direkt auch über eine Audionachricht auf WhatsApp unter drei hundert drei und dreiig eins fünf fünf. Da freue ich mich wirklich sehr. Freue mich, wenn du nächste Woche wieder dabei bist, wieder einschaltest hier bei Business Gladiators unplugged Mein Name ist Philipp Maderthaner und ich bin für alle, die groß bewegen wollen. Schau gern rein, abonniere den Podcast vielleicht auf den Plattformen, damit du keine Folge mehr verpasst.
Und wenn du schon dort bist, dann freue ich mich natürlich auch über das ein oder andere Sternchen und eine Rezession. Insofern alles Liebe bis zur nächsten Woche, schalt wieder ein. Ich freue mich auf dich alles Liebe, Bye bye.