Folge 81 - Wie werde ich ein Thought Leader?
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Authentizität durch Teilen der Lernreise und Imperfektion
Authentizität wird erreicht, indem man Menschen an der eigenen persönlichen Lernreise teilhaben lässt, einschließlich der Momente der Imperfektion, des Zweifels und der Verzweiflung. Dies ist ein wirkungsvoller Weg, um Thought Leadership zu betreiben und eine echte Verbindung zum Publikum aufzubauen.
“Ich lasse Menschen an meiner persönlichen Lernreise teilhaben und das ist für mich einer der authentischsten Wege, um Thought Leadership zu betreiben.”
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Wie werde ich ein Thought Leader? Hallo, ich bin Philipp Maderthaner, hier ist Business Gladiators unplugged, eine neue Folge mit einem unglaublich spannenden Thema, wie ich finde. Es geht um Thought Leadership. Es geht um die Frage, wie wir mit unseren Ideen, Visionen und Gedanken führen können, wie wir zu Expertinnen und Experten in unserem Feld aufsteigen, wie wir zu geistigen Instanzen werden in dem Bereich, wo wir aktiv sind.
Ich finde das so spannend, weil ich muss ganz ehrlich sagen, ich kann mich noch gut erinnern an den Moment, wo ich für mich erkannt habe, da tut sich irgendwie ein Feld auf, in dem werde ich mich vertiefen. Ich war damals junger Marketer im politischen Bereich, habe meine erste Marketingabteilungsleiterrolle übernommen und dort mit Kampagnen zu tun gehabt, im politischen Bereich, Mobilisierungskampagnen. Und irgendwann ist mir gedämmert, dass das eigentlich ein Feld ist, das mich wirklich interessiert. Und ich habe dann für mich entschieden, ja, ich möchte in dem Bereich wirklich jemand werden, auf den man hört, jemand werden, wo man sich denken der hat Ahnung, der weiß, was zu tun ist und wirklich zu einer geistigen Instanz in dem Bereich wird, zu einem Thought Leader.
Jemanden, der mit seinen Gedanken Bewegungen anführt, Veränderung anführt, inspiriert Menschen führt auf eine inhaltliche Art und Weise. Das ist Thought Leadership und der Begriff ist bei uns nicht so verbreitet. Ich halte ihn aber für eine der wirkungsvollsten, für eines der wirkungsvollsten Tools, um Anziehungskraft auch für dein Business zu entfalten, weil ich wirklich davon überzeugt bin, dass in einer Welt, wo Content und auch das Entwickeln und Erstellen von Content mittlerweile dazugehört, wo es darum geht, auch Anziehungskraft und Aufmerksamkeit am Markt zu generieren.
Thought Leadership als Content Strategie. Eine wunderbare Strategie ist. Die Wahrheit ist, niemand interessiert sich für deine Produkte.
Es tut mir leid, wenn ich so sage, aber Produkte sind so austauschbar. Die Wahrscheinlichkeit, dass das, was du tust, irgendjemand anderes auch tut, ist extrem hoch. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand die gleichen Gedanken hinter diesem Tun hat, diese Wahrscheinlichkeit ist schon deutlich niedriger.
Und deswegen ist ein interessanter Gedanke, um Thought Leadership zu etablieren, deine Erfahrung zu teilen. Und wenn ich meine Erfahrung teile oder wenn ich Erfahrung teilen sage, dann meine ich nicht, dein Bücherwissen zu teilen, was du darüber gelesen hast oder zwingend andere zu zitieren, sondern deine originäre, höchstpersönliche Erfahrung zu teilen in deinem persönlichen Expertenfeld. Das heißt, darüber zu sprechen, wann hast du etwas gelernt, wodurch hast du es gelernt, was war ein Aha Moment, wo du zuerst was probiert hast, dann hat sich herausgestellt, es ist falsch, dann hast du es anders probiert, dann hat es funktioniert. Was war deine Lernreise? Wo hast du irgendwo an einer Konferenz teilgenommen und dann ist dir was gedämmert? Wie hast du mal etwas ausprobiert in einem Projekt und es ist wie durch Zufall was geworden und daraus hast du dann was entwickelt.
Das heißt, deine eigene Lernreise, deine Erfahrungsreise ist es, die dich zum Thought Leader, zur Thought Leaderin macht. Ich merke, dass sich so viele Menschen schwer tun mit dem Thema Content. Und ich muss ja sagen, ich bin ja da an vorderster Front dabei.
Ich habe mich ja ein Jahr lang geplagt, um für mich den richtigen Griff auf das Thema Content zu finden. Ich bin auch in alle Gassen abgebogen, in die ich heute nicht mehr gehen würde, mich irgendwo da zu inszenieren oder zum Kasperl zu machen. Ich wollte es einfach ausprobieren. Ich wollte ausprobieren, was ist für mich der richtige Weg.
Und der richtige Weg, der sich für mich persönlich herausgestellt hat, war, ich spreche einfach über Dinge, die ich verlässlich weiß. Und weil verlässlich Wissen ja so eine Sache ist, kann ich nur über Dinge sprechen, die ich selbst erfahren habe. Das ist genau das Ding, das ich hier mit diesem Podcast mache.
Dieser Podcast ist ein Beispiel für Thought Leadership. Ich spreche nicht über die angewandte Betriebswirtschaft oder irgendwelche ökonomischen Konzepte, die wir auf der Uni lernen, wo ich wiedergebe, was irgendwelche gescheiten Menschen vor ein hundert Jahren geschrieben haben. Nein, ich spreche über meine Erfahrungen, über mein Scheitern, über meinen Zugang, über meine Versuche, über Versuch und Irrtum, über Gespräche, die mich inspiriert haben.
Ich lasse Menschen an meiner persönlichen Lernreise teilhaben und das ist für mich einer der authentischsten Wege, um Thought Leadership zu betreiben und auch um persönlichen Content zu erzeugen. Viel zu viele Menschen wollen sie in ihrem Content gut darstellen, ins rechte Licht rücken oder einfach gut inszenieren. Es interessiert doch niemanden. Was uns interessiert, ist authentisches Wissen und Auftreten. Was uns interessiert, sind Menschen, die echte Erfahrung haben. Was uns interessiert sind Menschen, die uns auch an ihrer Imperfektion teilhaben lassen, also an den Momenten, wo sie gezweifelt, verzweifelt haben, nicht gewusst haben, wie es weitergeht und diesen Turnaround dann geschafft haben.
Das heißt, wenn du Thought Leaderin, Thought Leader werden möchtest, dann empfehle ich dir zunächst einmal zu sagen, was ist der Bereich, mit dem du dich am meisten beschäftigst? Diese Frage beantwortet dir Was ist der Bereich, wo du jeden Tag versuchst und tüftelst, besser zu werden? Und dann ist der nächste Schritt, dass du nicht in den Irrtum hineingehst zu sagen, du müsstest jetzt irgendwelche hochtrabenden Wahrheiten hier teilen, sondern einfach dich einmal fragst was sind Erkenntnisse, Erfahrungen, die ich gemacht habe, von denen ich zutiefst überzeugt bin, Woran glaube ich und warum Für eine Möglichkeit zum Beispiel eine Content Serie zu erstellen. Du kannst dir aber auch die Frage Wann bist du in deiner Wertung, in deiner fachlichen Wertung? Was waren die Dinge, wo du so richtig auf die Schnauze gefallen bist?
Ich war letzte Woche auf einer Keynote und hab zum Thema Content gesprochen und das muss man wirklich sagen, Ich bin ja kein Content Guru, gibt es ja Menschen, die sind deutlich besser unterwegs sind. Die haben wirklich an mir gezweifelt am Weg zu dieser Keynote, weil ich mir gedacht habe, warum laden die mich ein? Was soll ich denen erzählen? Und habe dann beschlossen, ich erzähle einfach von meiner Erfahrung. Und ich habe die Keynote damit begonnen, dass ich mein peinlichstes Posting an die Wand geworfen habe und gesagt habe, also das ist der Tiefpunkt meiner Content Strategie.
Und du kannst dir vorstellen, ich habe die Lacher gleich mal auf meiner Seite gehabt. Das war ich im Yogasitz mit geschlossenen Augen und der Brüller des Saales war gleich mal auf meiner Seite und ich habe gesagt, wie ich herausgefunden habe, wie es für mich nicht geht.
Und das sind Erfahrungen, von denen Menschen profitieren. Das heißt, Schritt eins ist, du suchst dir aus das Feld, mit dem du dich am meisten beschäftigst und du gehst dann in die Sammlung deiner Erfahrungen. Das kann sein Aha Momente, Erkenntnisse. Ich würde dir aber eigentlich empfehlen, dass du es von der Seite des eigenen Scheitern aufrollst. Überleg dir wirklich, was sind die zehn Dinge, wo du eigentlich am meisten daneben gehauen hast in deinem Leben, wo du wirklich so auf die Schnauzen gefallen bist und wo du richtig was gelernt hast und die teilst du dann und sagst dann, was du gelernt hast, wie du es gelernt hast. Ein zweiter Punkt für Thought Leadership ist, ich ziehe mir, ich kann gar nicht sagen, wie viel, jede Woche an relevantem Content rein, an großen Meistern in den Bereichen, die mich interessieren, um wirklich das Level zu pushen. Ich suche mir die Leute, die unendlich viel weiter sind als ich und hör denen zu. Ich höre denen zu und versuch das, was die mir sagen, auf meine Arbeit zu übersetzen. Auch das ist eine Säule, auf der Thought Leadership stattfinden kann.
Die meisten machen den Fehler, dass sie einfach irgendwelchen Gurus zuhören und das dann nachplappern.
Ganz ehrlich, was glaubst du wirklich, dass du als billige Kopie von irgendeinem erfolgreichen Menschen gefragt bist? Es gibt den Spruch vom Schmied und vom Schmiedl, Du gehst immer zum Original, du gehst immer zum Original. Also hör auf, irgendjemand anders sein zu wollen. Hör auf, irgendjemanden nachzuplappern, Hör auf, irgendjemanden nachzuahmen und beginne einfach mal du selbst zu sein. Du kannst dir Dinge nehmen, die du von anderen gehört hast, aber plappere sie nicht nach, sondern erzähl anderen darüber, wie das war, die Dinge anzuwenden, was dir leicht gefallen ist, was dir schwergefallen ist, was du gelernt hast, was du geübt hast und das teilst du wieder. Auch so baust du Expertise auf. Der dritte und wahrscheinlich schwierigste Rat am Weg zum Thought Leadership. Du musst irgendwann an den Punkt kommen, wo du wirklich entscheidest, welches Wort du besetzen willst. Und das ist eine der schwierigsten Übungen überhaupt. Ich habe sie selber für mich, glaube ich, noch nicht abgeschlossen. Ich hab mein ganzes Leben mittlerweile investiert in unterschiedlichste Projekte und Unternehmungen und es zeichnet sich natürlich ein Faden ab, ein roter Ich bin jemand, der wirklich mit Leidenschaft daran ist, Menschen zu begeistern und zu bewegen. Das ist mein Ding, dafür bin ich da.
Menschen zu helfen, was Großes zu bewegen, das will ich tun. Das ist noch kein Wort, aber das schält sich langsam raus als meine Essenz und Irgendwann werde ich mich entscheiden, was das Wort ist, das ich besetzen will. In meinem ersten Unternehmen, Campaigning Büro ist das Wort, das ich besetzen will, übrigens Mobilisierung.
Ich will, dass man uns als Expertinnen und Experten für Mobilisierung wahrnimmt und deswegen sprechen wir in dem Unternehmen über Mobilisierung. Wir teilen unsere Erkenntnisse zur Mobilisierung. Wir suchen Expertise im Bereich Mobilisierung. Wir präsentieren Angebote im Bereich Mobilisierung.
Damit beginnen wir, dieses Wort zu besetzen und diese Thought Leadership entsprechend auch aufzubauen und zu generieren. Wenn du die drei Dinge also erledigt hast, einerseits dich in dem Bereich, mit dem du dich am meisten beschäftigst, einmal deine Erfahrungen, deine Fails auch zu sammeln und daraus Erkenntnisse abzuleiten im ersten Schritt. Im zweiten Schritt dir deine großen Vorbilder zu suchen, um wirklich immer auch das Level zu pushen und dann deine Erfahrung zu teilen in der Anwendung dieses Wissens.
Und drittens, dann es so zuzuspitzen, dass du irgendwann sagst, das ist das, wofür ich wirklich die geistige Autorität sein will. Wenn du diesen Weg gemacht hast, dann ist es nur mehr Arbeit, die zu tun ist. Es ist Content, der zu produzieren ist und es klingt immer so hochtrabend. Am Ende sollst du einfach Erfahrungen posten. Wenn es so ist, dass du gerne schreibst, dann schreib diese Erfahrungen schon oft genug geteilt an dieser Stelle.
Es gibt so wunderbare Möglichkeiten mittlerweile ein Buch zu schreiben. Story One, Story One. Ich liebe diese Plattform und werbe gerne für sie, Bin nicht beteiligt, habe keinen Vorteil daraus. Ich liebe sie einfach. Ich habe dort mein erstes Buch damals geschrieben.
Das ist schnell geschehen, wenn du dranbleibst. Also du kannst dein Wissen in ein Buch verpacken, wenn du gerne schreibst. Du kannst es einfach auf Social Media Postings ummünzen. Wenn du so wie ich einfach gerne redest, dann machst du einen Podcast. Wenn du gerne vor der Kamera agierst, dann mach Videos draus. Wenn du gerne längere Texte schreibst, dann schreib Essays und publiziere sie als LinkedIn Artikel. Wenn du gerne kurze Dinge schreibst, dann leg dir einen Twitter Account an und mach tägliche Snippets, whatever it is.
Du sollst in der Form teilen, die dir am nächsten ist. Wenn du gerne auf der Bühne stehst, dann biete einen Vortrag zu dem Thema an. Hör dir das an zur Heiligen Messe, vielleicht die Podcast Folge, die kann dir dabei nochmal helfen. Also wenn du bereit bist, einmal wirklich deine Erfahrung zu teilen, und damit meine ich eben nicht dein Wissen, nicht dein Bücherwissen, nicht nachplappern, was andere tun, sondern deine Erfahrung zu teilen, dann ist es nur mehr Arbeit, die zu tun ist. Und die größte Hürde ist natürlich, dass wir alle glauben, wir hätten nichts beizutragen, wir hätten nichts zu erzählen. Das ist der Grund, warum alle Menschen ein Buch schreiben wollen und die wenigsten es tun. Das ist der Grund, warum alle einen Podcast haben wollen, aber nach der dritten Folge aufhören oder im schlimmsten Fall nie damit beginnen.
Wir haben alle Angst, dass das, was wir verbreiten, nicht gut genug ist. Und ich sag dir was ganz ehrlich, wenn du nicht in der Lage bist, darauf zu pfeifen, dann wirst du nie beginnen. Ich hab keine Ahnung, ob das gut genug ist, was ich hier liefere.
Es ist das, was ich zu bieten habe. Wem das nicht reicht, der möge weiterziehen. Und die Einstellung wünsche ich dir.
Die Einstellung wünsche ich dir, weil du dann anfangen kannst, auch wirklich zu publizieren in sozialen Netzwerken oder im Podcast oder auf YouTube, im Fernsehen, auf Bühnen, wo auch immer. Du musst raus aus deiner Komfortzone und endlich anfangen, deine originäre Erfahrung zu teilen. Das ist Voraussetzung dafür, um wirkliches Thought Leadership, um geistige Autorität zu erlangen.
Wir brauchen authentische Menschen, authentische Persönlichkeiten, die echte Erfahrung teilen. Wir brauchen keine Copycats, die einfach irgendjemanden nachahmen. Wir brauchen auch keine, die gut aus Büchern zitieren. Wir brauchen einfach Menschen, die Nutzen stiften wollen.
Und das ist der Hauptantrieb von Thought Leadership, anderen Menschen Nutzen stiften zu wollen. Und genau darum geht es auch mir hier bei Business Gladiators unplugged in meinem Podcast und in meinem Tunnel insgesamt. Vielleicht ist das Wort, das ich einfach besetzen will, Unternehmertum. Ich weiß es nicht. Es ist eine Möglichkeit. Es ist jedenfalls meine große Leidenschaft.
Und genau deswegen gibt es diesen Podcast. Ich freue mich sehr und fühle mich geehrt, dass du hier einschaltest. Zuhörst. Und falls du neu bist bei dieser Folge, dann habe ich einen Tipp für dich, nämlich stöbere durch. Es gibt mittlerweile mehr als siebzig Folgen zu allen möglichen Themen genug, um durchzustöbern und vor allem auch mir Feedback zu geben. Ist eine Folge dabei, die dir besonders Freude bereitet Hast du Lust auf ein Thema, das noch nicht auf der Liste steht?
Dann schick es mir auf allen sozialen Kanälen, Facebook, Instagram, LinkedIn oder an Hallo Com. Ich freue mich jedenfalls sehr, wenn wir uns nächste Woche wieder hören. Bis dann bei Business Gladiators Unplugged. Alles Liebe und bye bye.