Folge 123 - Marketing_ Wie finde ich den richtigen Markennamen_
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Billa als Beispiel für Fokus auf Geschäftsmodell
Die Supermarktkette "Billa" (kurz für "billiger Laden") veranschaulicht, wie einige der größten Marken entstanden sind, indem sie sich primär auf ihr Geschäftsmodell und ihre operative Effizienz konzentrierten. Ihr Erfolg resultierte aus der Art ihres Geschäfts, nicht aus einem aufwendigen Markennamen.
“Billa billiger Laden, also wir merken, manche der größten Marken, die wir kennen, sind ja teilweise in ähnlichen Zeiten entstanden. Die haben ihren Nutzen vor allem in der Art ihres Geschäfts gesehen.”
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Wie findet man eigentlich den richtigen Produkt oder Markennamen? Eric schreibt mir auf wie finde ich den richtigen Produktnamen? Wie gehe ich methodisch vor, um den richtigen Produktnamen auf die Zielgruppe bezogen zu finden? Eric ist in der Getränkebranche und schickt mir diese Frage und ich hab wirklich Lust darauf, sie zu beantworten, weil ich in diese Diskussion natürlich extrem oft reinkomme.
Ich habe viel auch mit Start ups zu tun, Menschen, die neue Produkte neu machen, Marken herausbringen und ich erlebe oft, dass die sich den Kopf zerbrechen unendlich, was ihren Markennamen angeht. Und ich sage immer entspannt euch Freunde, weil die Wahrheit ist, egal mit welcher Marke ihr auf den Markt geht, sie bedeutet am Anfang nichts. Was heißt das? Die Marke geht erst dann in die volle Blüte, wenn sie mit Bedeutung aufgeladen ist. Das heißt, es ist Aufgabe der nächsten Monate, Jahre der Marke die Bedeutung zu geben, die sie verdienen.
Das hat weniger mit dem Namen zu tun. Und das zeigt das Beispiel in viele Marken, die extrem bekannt und erfolgreich sind. Milka. Milka heißt Milch und Kakao, ist eine Abkürzung. Also es hat genau nichts bedeutet. Es hat niemand. Wahnsinn. Milka genial, der Markenname, unglaublich. Nein, es ist einfach über die Jahre die Marke aufgeladen worden. Deswegen glauben wir heute, Milka ist eine super Brand.
Dabei heißt das nichts anderes als Milch und Kakao. Die Edeka. Edeka mit den genialsten Werbespots ausgestattet an vielen Stellen heißt, ich muss es fast ablesen, Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler im Halleschen Torbezirk. Das heißt Edeka. Unglaublich.
Oder Wieleder Wie Leder heißt wie Leder. Hanuta. Die Haselnusstafel, auch eine Abkürzung. Das heißt, Marken sind oft weniger aufregend, als wir glauben würden. Da sind nicht Leute gesessen und haben um Gottes willen, was machen wir, was erfinden wir da? Sondern die haben ganz banale, ich würde fast sagen schlicht primitive Abkürzungen gewählt von Dingen, die sie ausdrücken wollten. Und diese Dinge sind am Anfang für nichts gestanden.
Das heißt, egal was du an Markennamen in deiner Zielgruppe etablierst, das wird am Ende daran liegen. Womit lädst du diese Marke auf? Mit welchen Werten lädst du sie auf?
Mit welchen Geschichten lädst du sie auf? Wie ist diese Marke erlebbar? Was passiert, wenn ich bei deiner Getränkemarke zu einem Fest, zu einer Veranstaltung komme, wo deine Getränkemarke präsent ist.
Was für eine Art von Fest ist das? Wie ist die Marke dort inszeniert? Welche Kleidung tragen die Menschen, die die Marke ausschenken?
Was ist für eine Dekoration rund um die Bar? In welchen Gläsern wird das eingeschenkt? Wie ist das Gefühl, wenn ich diesen Cocktail oder das Getränk überreicht bekomme, wenn wir an ein Corona Bier denken?
Woran denken wir als erstes? Na bitte an die Limette obendrauf, die dann in die Flasche reindrücken. Also das ist eigentlich das, worum es geht.
Es geht wenig um den Markennamen. Der Markenname soll so sein, dass er gut in den Sprachgebrauch deiner Zielgruppe übergehen kann. Und auch da hast du natürlich die Möglichkeit, dann kompletten Kunstnamen zu verwenden oder eben was Generisches zu verwenden, um da breiter zu sein. Aber ehrlicherweise kommt es darauf weniger an. Und das sollen dir diese historischen Beispiele zeigen.
Billa billiger Laden, also wir merken, manche der größten Marken, die wir kennen, sind ja teilweise in ähnlichen Zeiten entstanden. Da war die Kreativität wenig ausgebaut. Das waren Leute, die haben sich vor allem auf ihr Geschäft konzentriert. Die haben ihren Nutzen vor allem in der Art ihres Geschäfts gesehen und weniger in der Marke. Das heißt, die haben sich gar nicht damit aufgehalten, da groß in die Marke zu investieren. Haben gesagt, okay, was ist die Abkürzung von den Dingen, die wir da ausdrücken? Zack, die Marke ist erledigt. Und haben sich dann darauf konzentriert, das, was sie da tun, herausragend zu machen. Im Fall von Billa, einer der ersten Supermärkte, die dieses Supermarktkonzept mit dem Regalkonzept, mit der Selbstbedienung etabliert haben, Das war der wahre Nutzen. Das heißt, was ich dir raten möchte und das ist wirklich der entscheidende Versuch, dich nicht in den Debatten über Marke davon abzulenken zu lassen, worum es eigentlich geht.
Und das ist, deinen Kundinnen und Kunden, deinen Konsumentinnen und Konsumenten Nutzen zu stiften. Und jetzt sagst du vielleicht einen Moment, aber Getränkemarke nutzen stiften ist Durst stillen. Nein, das ist es nicht.
Was ist der emotionale Nutzen, den du deiner Zielgruppe stiftest? Was ist das Gefühl, mit dem die am Ende des Tages weggehen? In was für einer Haltung sind die Wenn sie dein Getränk konsumieren, fühlen sie sich entspannt? Sind sie lustig drauf? Haben sie das Gefühl, sie tragen was bei, weil du bei deiner Getränkemarke besonders nachhaltig produzierst oder auf Bio achtest oder whatever. Also was ist da emotionale Nutzen, den du da stiftest und wie kannst du diesen emotionalen Nutzen erlebbar machen? Und das hat viel weniger zu tun mit den paar Buchstaben im Markennamen, sondern hat viel mehr zu tun mit dem, wie du tatsächlich dein Handwerk auch umsetzt.
In deinem Fall mit Getränken, bei Veranstaltungen, bei Festen, in der Gastronomie und so weiter und so fort. Das heißt, die Konzentration auf den echten Nutzen ist der viel entscheidendere Punkt. Und darum rate ich allen Unternehmerinnen und Unternehmern, die am Anfang stehen und Ja, ich kann aber noch nicht anfangen.
Ich hab noch keine Website oder ihr habt noch kein Logo. Bitte ganz ehrlich, es gibt so wunderbare Beispiele auf dieser Welt, die so erfolgreich funktionieren und wirklich grottenhässlich sind. Also ich weiß nicht, die Ästhetik der Buzzfeed Seite erschließt sich mir nicht, aber offensichtlich funktioniert es. Also es gibt unendlich viele Beispiele.
Wenn der Nutzen stimmt, dann ist die Marke und altes Ding sekundär. Kann ich damit dann einen großen Hebel reinbringen, wenn ich es richtig mache? Selbstverständlich. Aber der Punkt ist am Anfang ist die Marke oft weniger entscheidend. Warum? Naja, weil sie ja ohnehin in den meisten Fällen nicht mit Pomp und Trara, mit Millionenbudgets eingeführt ist. Dann ist das natürlich was anderes, sondern völlig abseits jeder Bekanntheit stattfindet.
Und das wird wahrscheinlich auch, wenn ein Startup sein Produkt launcht, der Fall sein. Und deswegen muss ich sagen, der Name ist relativ. Die Frage ist, was ist die Bedeutung, die du den Dingen gibst? Und das kann jede und jeder, der heute zuhört, auf sich übertragen.
Ich hab mein Unternehmen, mein erstes Unternehmen, Campaigning Büro genannt. Warum? Weil ich einfach gedacht habe, ich bin der Erste, der eine Campaigning Agentur gründet. Und deswegen sage ich einfach der Name ist Programm. Und das werden sie vielleicht dann irgendwann im Laufe der Jahre. Und so ist es natürlich auch eingetreten, viele auf die Fahnen heften, dass sie auch Campaigning machen, aber niemand hat mehr den Mut gehabt, das in den Firmennamen zu setzen und zu Das ist das, was wir tun.
Und Damit ist immer klar, wer sind die Follower und wer sind die, die vorangegangen sind. Also ich hab ein Statement gesetzt in der Marktbearbeitung, aber die Marke an sich hat am Anfang nichts bedeutet. Und das Gleiche gilt für die anderen Marken, die ich geschaffen habe. Also es ist am Ende die Aufladung, die stattfinden lässt über Monate und Jahre die Marken dorthin bringt, wo sie am Ende sind. Und deswegen, ich würde mal vorschlagen, wenn du Getränke Namen bist, dann hätte ich folgenden Trommle eine nette Runde an Freundinnen und Freunden, vielleicht Kundinnen und Kunden zusammen, die dein Geträn großartig finden und dann stelle ein paar Kisten von deinem Getränk in den Kühlschrank, dann leert ihr die gemeinsam und dann geht es einfach in ein Brainstorming und was ihr am lustigsten findet, das nehmt ihr. Dann schaut ihr am nächsten Tag, ob ihr es noch immer lässig findet und wenn ihr es noch immer lässig findet, dann go for it.
Und dann investiere ein hundert Prozent deiner Energie in das Aufladen deiner Marke, weil das ist es, was am Ende entscheidend ist. Ich hoffe, diese Antwort, lieber Eric und alle, die zuhören, hat dir geholfen. Eric hat mir die Frage geschickt über Instagram, wenn du Lust hast, tu das auch oder schick es mir auch über Facebook, über LinkedIn, über WhatsApp an, dann ist deine Frage vielleicht bald hier in der Sendung. Bis dorthin freue ich mich sehr, wünsche dir alles Liebe und sag Bye Bye.