Folge 139 - Mindset_ Was, wenn alles den Bach runtergeht_
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Bereitschaft zur Umsetzung und Überprüfung der Wirksamkeit
Nach der Identifikation von Hebeln müssen Unternehmer bereit sein, diese umzusetzen. Es ist wichtig, die potenziellen Maßnahmen durchzurechnen und zu überprüfen, ob sie ausreichen, um die Situation zu korrigieren und die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.
“Und dann filterst du raus und sagst, okay, was bin ich bereit zu tun? Und dann rechnest du durch und schaust, ob das ausreicht.”
segmentQuellmaterial (27)
Was, wenn alles den Bach runtergeht? Ja, das ist meine Frage, oder? Halleluja. Willkommen bei Business Gladiators unplugged. Wir reden hier auch über die harten Themen. Was, wenn alles den Bach runtergeht?
Ich weiß, das ist eine Frage, die bei vielen Unternehmerinnen und Unternehmen im Kopf herumspukt und deswegen habe ich mir gedacht, ich hole die jetzt mal aus den Köpfen raus und bring sie hier in diese Podcast Folge rein. Es ist irgendwo ein bisschen Teil dieser unternehmerischen inneren Zerrissenheit zwischen Streben nach dem großen Erfolg und im nächsten Moment habe ich die Panik, dass alles schiefgeht. Und damit ist die Angst vorm Scheitern oder die Angst davor, dass alles den Bach runtergeht, immer wieder was, was bei Unternehmerinnen und Unternehmern aufschlägt. Und ich habe ja vor einigen Folgen diese Serie Winter is Coming gestartet. Falls du die noch nicht gehört hast, dann möchte ich sie dir hier mit der sehr wärmstens ans Herz legen, wo sehr darüber rede, dass die Zeiten, die auf uns zukommen, in unterschiedlichster Hinsicht extrem herausfordernd werden.
Das ist, da kann es für einige von uns richtig, richtig hart werden. Und es kann auch einige von uns wirklich an den Rand treiben, an den Rand treiben und in Situationen bringen, wo wir uns mit der Frage beschäftigen müssen, Halleluja, geht jetzt alles den Bach runter oder nicht? Und wer jetzt sagt, naja bitte, ich bin ja super unterwegs, bei mir kann das nicht passieren.
Achtung, Achtung, Achtung. Liebe Freunde, ich sage dir das eine, Es kann so unentgelt schnell gehen. Ich bin mit meinen Unternehmen sehr erfolgreich unterwegs, aber auch meine Unternehmen sind überhaupt nicht davor gefeit, dass sie in eine Schieflage kommen. Ich habe mein erstes Unternehmen, eine Agentur aufgebaut, über zehn Jahre, höchst erfolgreich und habe aber auch gesehen an unterschiedlichsten Parametern in den letzten zwei Jahren, dass es sehr, sehr schnell gehen kann, dass was in der Schieflage kommt, wenn du nicht handelst. Ich habe mit meinem Team gehandelt und hab alles getan, was getan werden musste, um ein gesundes Unternehmen zu entwickeln. Aber ich habe auch gesehen, wie schnell es gehen kann. Und wenn du am einen Tag nur überdurchschnittlich erfolgreich bist und durch ein paar Entscheidungen einfach in eine Situation kommst, die nicht mehr gesund ist für dein Unternehmen.
Wenn wir uns anschauen, die Margen von Unternehmen, dann müssen wir sehen, dass viele Unternehmen ja mit wirklich, ich muss fast sagen, mickrigen Margen unterwegs sind. Selbst die, die sehr erfolgreich sind und Margen im zweistelligen Bereich haben, zehn, fünfzehn, zwanzig Prozent Margen, bei denen reichen zehn Prozent Steigerung der Kosten und zehn Prozent weniger Umsatz und sie sind auf Null. Und deswegen darfst du dir das einmal vor Augen führen, wie schnell das auch gehen kann.
Zehn Prozent mehr Kosten, Freunde, Wir haben zehn Prozent Inflation. Also worüber reden wir, Dass die Kosten um zehn Prozent steigen, das ist evident. Wir lesen überall von Energiekostenrechnungen, die ein Vielfaches sind. Also es kann sehr rasant gehen, dass deine Kostenstruktur sich ändert. Vielleicht hast du personell ein paar Entscheidungen getroffen, die zu mutig waren, unter Anführungszeichen. Und dass auf der Umsatzseite Volatilität eintritt, wo zehn Prozent weniger Umsatz ist, ist ja, das kann schon mal passieren in einem Wellengang.
Das heißt, dass du mit deinem Unternehmen auf einmal in einer Situation bist, wo du vielleicht auf Null spielst oder um Gottes Willen gar Verluste produzierst, ist selbst, ich wollte schon sagen, in den besten Familien möglich, aber in den besten Unternehmen möglich. Der entscheidende Punkt ist a, dass es nicht auf Dauer passiert und das heißt, dass du als Unternehmerin, als Unternehmer handeln musst und b, dass du mit diesen Situationen, wo du in so Enge reinkommst, richtig umgehst. Und das ist gerade für die Unternehmerinnen und Unternehmer, die eigentlich erfolgreich unterwegs sind, extrem schwer.
Ich kann dir das aus eigener Erfahrung sagen. Für mich war das wirklich eine Schocksituation, auf einmal wirklich zu erkennen, Wahnsinn, gefühlt von einem Tag auf den anderen, Hoppala, Moment einmal, was ist passiert? Bin ich im falschen Film? Was habe ich falsch gemacht? Offensichtlich läuft was nicht. Und ich war fast in einer Lähmung drinnen und fast handlungsunfähig, weil ich es nicht gewohnt war, damit umzugehen, dass einmal was nicht von selber läuft.
Und wenn ich sage nicht von selber läuft, dann wissen natürlich alle Unternehmerinnen und Unternehmer, die zuhören, dass das nur sprichwörtlich gemeint ist. Die Wahrheit ist, ich hab, seit ich meine Firma gegründet habe, alles an Energie, Kraft, Zeit, Ressourcen reingehauen, was mir möglich ist, um das zu erreichen, was ich erreicht habe. Aber ich hab auch das Gefühl gehabt, haben sich die Dinge über Zeit immer sehr positiv für mich entwickelt.
Und auf einmal stehst du da und denkst dir, um Gottes Willen, was ist jetzt passiert? Geht jetzt alles den Bach runter haben sie die Dinge gedreht. Ich möchte dir heute gerne mitgeben ein paar Inputs, wie du mit solchen Situationen umgehst, wo du das Gefühl Jetzt kommt da alles ins Rutschen. Also ich habe die Dinge nicht mehr im Griff, ich verliere die Kontrolle und plötzlich geht alles den Bach runter. Und ich möchte dir drei Dinge mitgeben, die du dann beherzigen kannst in dieser Situation.
Der erste Punkt See it as it is. Das heißt, versuch dich in einer sehr nüchternen Wahrnehmung zu üben. Was wir in diesen Situationen tun, ist, wir sehen Dinge entweder oft schlechter als sie sind oder wir tun sie beschönigen und sehen sie besser als sie sind. Und beides ist nicht wirklich gesund. Das heißt, wenn du in einer schwierigen Situation bist, versuch die Dinge ganz nüchtern so zu sehen, wie sie sind. Schau, dass du sie nicht dramatisierst und emotionalisierst auf der einen Seite. Schau, dass du sie nicht beschönigst und beschwichtigst auf der anderen Seite.
Das heißt, die erste Übung ist ganz nüchterne, reine Wahrnehmung. Versuch das einfach in einem schlichten Satz vielleicht auf ein Blatt Papier zu Was ist die Situation? Die Situation ist, dass mein Gewinn um x Prozent geringer ist. Die Situation ist, dass meine Kosten y usw. Du kennst dich aus.
Das heißt, das ist der erste Punkt. Das heißt, du musst aber deine Wahrnehmung trennen von jeder Emotion oder Beschwichtigung. Der zweite Punkt ist, und das ist der entscheidende Du darfst da nicht drinnen verharren, sondern du sollst dich auf die Dinge konzentrieren, die du unter Kontrolle hast. Was kannst du tun? Was kannst du tun? Ist eine ganz schlichte Frage.
Auch da hilft ein weißes Blatt Papier. Ich liebe das weiße Blatt Papier. Ich habe das immer vor mir liegen. Am weißen Blatt Papier kannst du Dinge nüchtern manifest. Wenn du in deinem Kopf kreist und dir das selber erzählst, dann hat diese Stimme in deinem Kopf immer Emotion, immer Urteil drinnen. Die ist immer so viel gescheit, diese Stimme Ah, du hättest machen sollen und warum hast du nicht und die Idiot und du bringst es nicht zusammen und du schaffst es nicht und so weiter und so fort. Das weiße Blatt Papier ist gnädiger. Deswegen nimm dir ein weißes Blatt Papier, Schreib drauf, wie ist die Lage und jede Wertung streichst du sofort raus.
Das nächste Was ist das, was ich unter Kontrolle habe? Was kann ich tun? Du kannst zum Beispiel bei den Kosten reduzieren.
Kannst du bestimmte Dinge einsparen? Kannst du auf einen bestimmten Luxus verzichten? Kannst du eine Investition, die du geplant hast, rückgängig machen oder abblasen.
Also was sind deine Hebel, die du unter Kontrolle hast? Und an der Übung musst du so lang sitzen, dass du so viele Hebel identifizierst, die das Potenzial haben, die Situation auch zu korrigieren, um das so deutlich zu sagen. Also da geht es jetzt nicht um Kosmetik. Und der dritte Punkt, und der wird dir jetzt vielleicht komisch scheinen, der dritte Punkt ist, danach musst du vertrauen.
Vertrauen, dass das Leben dir nur die Übungen schickt, die du auch bewältigen kannst und dass die Dinge sich für dich in die richtige Richtung entwickeln. Und was die richtige Richtung ist, das wissen wir oft erst später. Aber für mich hat es in diesen Situationen immer sehr gut getan, auch darauf zu vertrauen, dass mir das Leben immer gut führen wird in solchen Sachen. Also wenn einmal was passiert und in einer Firma nicht gut läuft und mich damit mit der Nase drauf stoßt, dass er Handlungsbedarf ist, naja, dann wird das seinen Grund haben. Und wenn es vielleicht mich auch darauf führen soll, dass es nicht die Geschäftsidee ist, die ich weiterverfolge, sondern besser andere, dann wird es sich im Nachhinein als richtig erweisen.
Der liebe, gute Steve Jobs hat irgendwann einmal gesagt, you can only connect the dots looking backwards, looking forward, you can only trust. Also du kannst den Sinn der Dinge immer erst rückblickend erkennen. Im Blick nach vorne kannst du nur vertrauen. Und deswegen ist das da jetzt keine Esoterik, sondern ich glaube wirklich, wenn du die Lage bewertet hast und einfach gesagt, wie ist die Lage und dann entschieden hast, was ist zu tun, dann ist alles, was dir ja nur bleibt, dann danach zu vertrauen, Weil alles andere ist ja sie unnötig narrisch machen und sich unnötig fertig machen. Aber ich glaube, die zwei wirklich entscheidenden Punkte, die du als Hebel in der Hand hast, wenn du das Gefühl hast, die Dinge kommen ins Rutschen, die Sachen gehen den Bach runter, es entgleitet mir, dass du vor allem die Nüchternheit in dir suchst und diese Sachlichkeit und diese reine Wahrnehmung in dir suchst.
Und da hilft das weiße Blatt Papier, wo du einfach einmal draufschreibst, wie ist die Lage und was kann ich tun, damit du rauskommst aus diesen Überlegungen, was alles jetzt furchtbar ist und die Weltwirtschaftslage und die Corona Pandemie und die Inflation, Rezession. Du findest ja dann tausend Gründe, warum Dinge nicht funktionieren. Du wirst die Inflation nicht beeinflussen. Es tut mir leid. Du wirst auch eine globale Wirtschaftskrise nicht aufhalten.
Das heißt, konzentriere dich auf die Dinge, die du tun kannst und am Schluss bleib vertrauen. Und das ist das, was ich jedem und jeder von euch, die heute hier zuhören, mitgeben will. Wenn du in eine schwierige Lage kommst und es muss ja nicht immer sein, dass die Geschichte im Bach runtergeht, aber gerade, wie soll ich sagen, exzentrische oder visionäre Unternehmerinnen, Unternehmer, wo ich mich auch dazuzählen darf, leben ja fast immer nur in zwei Aggregatszuständen. Es ist alles großartig oder es geht alles den Bach runter. Dazwischen die Graustufen, die sind immer eher ein bisschen ausgebleicht. Dabei ist das Unternehmertum vor allem Graustufe. Es ist nie das Extrem, es ist nie so rosig, wie du glaubst, dass es ist und ist auch nie so schlecht, wie du glaubst, dass es ist.
Und deswegen, egal in welcher schwierigen Situation du bist, setz dich hin, schreib ganz nüchtern auf, was ist die Sache und lass es nicht zu, dass dort irgendwas Wertendes steht, irgendwas Urteilendes, irgendwas Emotionales. Ganz nüchtern, was ist die Lage, was können wir unumstritten festhalten, Nicht ein Urteil, sondern Bewertung der Sache. Und dann machst du eine Liste, was kann ich tun? Vielleicht hilft es dir am Anfang einmal zu schreiben, was kann man tun in so einer Situation, um es einmal ent zu personifizieren. Weil vielleicht fürchtest du dich, wenn du zur Lösung kommst, naja, eigentlich habe ich zu viel Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt und meine Personalkosten sind zu hoch, dann fürchtest du dich vielleicht davor, den notwendigen Schritt zu setzen. Dann hilft es dir mal am Anfang zu fragen, was kann man in so einer Situation tun? Und das tut dir leichter hinzuschreiben. Vielleicht auch Kürzungen beim Personal, so schmerzhaft diese Entscheidungen auch sind.
Und dann filterst du raus und sagst, okay, was bin ich bereit zu tun? Und dann rechnest du durch und schaust, ob das ausreicht. Und wenn du deinen Job getan hast, dann kannst du nur vertrauen.
Dann hör auch auf, dich fertig zu machen und sagst, ich habe alles getan, jetzt liegt es in den Händen anderer und du tust dein Bestes. Und that's it. Das ist mein Input für all diejenigen unter uns, die immer wieder mal in eine Situation kommen, wo sie sich die Frage stellen, was tue ich eigentlich da?
Es geht alles den Bach runter. Cool. Es sind wirklich die nüchternen Leaderinnen und Leader, die wir in den nächsten Jahren brauchen werden. Hysterie ist wirklich fehl am Platz. Im Unternehmertum da draußen existiert so viel Hysterie und die nächsten Jahre werden so challenging, dass es diejenigen braucht, die einen kühlen Kopf bewahren. Das sind die erfolgreichsten Unternehmerinnen und Unternehmer.
Und das sage ich als jemand, der extrem emotional ist. Mit ein bisschen Abstand gelingt sogar mir den kühlen Kopf zu bewahren und die notwendigen Entscheidungen zu treffen. Genau das wünsche ich dir.
Ich hoffe, dieser Podcast hier leistet einen kleinen Beitrag dazu. Ich freue mich sehr, wenn du nächste Woche wieder einschaltest, hier bei Business Gladiators Unplugged. Mein Name ist Philipp Marthaner und ich freue mich auf dich. Alles Liebe und bye bye.