272_ All-in! Wie du Entscheidungen triffst, wenn’s um alles geht!
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Annäherungsverfahren Schritt 1: Löcher in den Bauch fragen
Bei Themen, in denen man selbst keine Expertise besitzt, aber stark davon abhängig ist, sollte man intensiv Fragen stellen. Ziel ist es, durch tiefgehende Recherche und bohrende Fragen selbst Expertise aufzubauen und ein Gefühl der Sicherheit zu entwickeln. Dies hilft, fundierte Entscheidungen zu treffen, auch wenn man nicht der Experte ist.
“Fragen. Also ich sage da eins, wenn ich in Themen drinnen bin, wo ich mich nichts auskenne, wo ich aber stark davon abhängig bin, dann bohre ich denen ein Loch rein”
segmentQuellmaterial (29)
Wie entscheide ich, wenn es um alles geht? Gibt es sowas wie Sicherheit? Darum geht es in dieser Folge. Kann ich mir irgendwie auch rantesten?
Und ist existenzielles Rauslehnen in diesen Zeiten ein guter Ansatz? Viel Spaß mit dieser Folge. Wir haben die Maria bei uns aus Schladming, aus dem verschneiten Schladming und die Maria hat eine Frage mitgebracht für die Podcast Community. Ich freue mich sehr. Maria, schieß los. Was bewegt dich?
Ich bin gerade dabei, meine Agentur und meine Hotels auf den Next Level zu launchen. Das heißt Implementierung von Digitalisierung, Automatisierung, um einerseits dem Gast den größten Komfort zu bieten und auf andererseits natürlich auch in nächster Zukunft und in den nächsten Jahren auch in erster Reihe zu stehen, wenn der Gast seinen Urlaub bucht, was er natürlich jetzt nicht mehr so tun wird, wie er es jetzt macht, aufgrund der schnellen technischen Und das heißt für uns eine komplette Umstellung der Systeme, Austausch aller Systeme und ist natürlich ein Megaprojekt mit vielen Herausforderungen, Unbekannten und Risiken. Ich habe zwar eine Agentur, habe mich natürlich bei Experten informiert, viel getestet, aber im Endeffekt muss ich die Entscheidung treffen.
Meine Frage an Was darf ich da nicht übersehen? Inwieweit kann ich der Agentur vertrauen? Vielleicht hast du Tipps oder Anregungen.
Ich diesen Ablauf oder diese Umstellung planen kann, ohne wirklich große Fehler zu machen. Und ich hab dich richtig verstanden. Oder Maria, es geht schon solid um was.
Also es ist schon, so ist es. Ja, es ist make or break, oder? Also ist schon Was ist, wenn es schief geht?
Naja, dann ist meine Existenz gefährdet. Beziehungsweise wir haben einen Plan B. Natürlich haben wir einen Plan B, dass wir sofort wieder auf die alten Systeme umswitchen können, aber es geht um einiges.
Ja, wir sind mitten im ersten Punkt, Maria. Der erste Punkt ist, wenn es darum geht, dass die Entscheidung existenziell ist, sage ich wirklich jedem immer dreimal zu überprüfen, ob sie Es gibt diese Redewendung ready to die sind und ready to die ging so liebenswürdig.
Es ist aber nicht liebenswürdig, weil die Frage ist wirklich, bist du bereit, deine Existenz aufs Spiel zu setzen, wenn es wirklich um alles geht? Und bist du bereit, noch mal komplett von vorne anzufangen? Und das ist mir fast wichtig als ersten Punkt vornewegzustellen, weil wir haben als Menschen. Und ich finde, Grundoptimismus ist Teil vom Unternehmertum. Also wenn du nicht einen Grundoptimismus hast, dann fängst du Dinge nicht an, dann steigst du nie ins Unternehmertum ein. Aber es gibt natürlich so was wie eine verzerrte Wahrnehmung, wo wir dann bei bestimmten Entscheidungen auch irgendwann einmal das Prinzip Hoffnung eine Rolle spielt, wo ich sage, nein, das wird gut gehen, weil es muss gut gehen. Das ist nur leider alleine nach wenig Begründung. Also die erste Sache, die jedem und jeder mitgibt, ist, wenn du eine Entscheidung hast, die wirklich von einer Tragweite ist, dass sie dir die Existenz kosten kann und du beantwortest die bin ich bereit, noch mal von vorne zu beginnen mit nein, dann darfst du das nicht machen. Also dieses ich finde immer super, wenn die Leute sagen, ja und du hast jetzt das Gegenteil gesagt, was ich gut finde. Du hast gesagt, du hast einen Plan B, aber die meisten Leute klopfen sich dann auf die Brust, Social Media mäßig und sagen, na also es gibt keinen Plan B und tun sie dann so hypen, hypen und aufpumpen nur die Weltwirtschaft und die Menschen sind davon recht unbeeindruckt, ob irgendwie einer sieakerlaka da draufklopft. Tatsache ist, wenn die Entscheidung existenzgefährdend oder das Potenzial hat, dich deiner Existenz zu berauben, aber du bist nicht bereit, die Konsequenz im Fall der Fälle zu tragen, dann darfst du es nicht tun. Weil nur zu sagen, nein, es muss gut gehen, ist zu wenig. Das nehme ich bei dir jetzt schon anders wahr, Maria, weil du hast gesagt, du hast sozusagen einen Plan B, Es wäre nicht lässig, es wäre die Hölle, aber wir wüssten, wie wir tun. Das ist gut. Aber ich möchte es dazu sagen, weil viele, die in deiner Situation sind, die so große Weggabelungen nehmen, glauben wirklich, man könnte sich das mit mantraartiger Selbstbekräftigung, könnte man irgendwie das beeinflussen und die Wahrheit. Ja, ich glaube an Optimismus. Ja, ich glaube auch dort oder da an Mantras, aber am Ende musst du immer bereit sein, die Konsequenz zu tragen.
Und wenn du das nicht bist, darfst du das nicht tun. Das ist mein erster Punkt. Der zweite Punkt ist, und der ist der, auf den du ansprichst, Maria, ist natürlich, Sicherheit gibt es nicht im Business. Wenn die Zukunft eine Eigenschaft hat, dann ist, dass sie ungewiss ist. Die Frage ist, wie kommen wir trotzdem zu einer guten Entscheidung? Ich möchte ein paar Dinge, ein paar Dinge, die sagen, das eine ist und das ist das, was du tust, Fragen. Also ich sage da eins, wenn ich in Themen drinnen bin, wo ich mich nichts auskenne, wo ich aber stark davon abhängig bin, dann bohre ich denen ein Loch rein, das nur so scheppert. Also gehe ich in eine Tiefe mit meinen Fragen, mit dem Anspruch im Endeffekt wirklich selber Expertise aufzubauen und am Ende dann zu schauen und bin ein großer Freund, auch meinen Bauch zu befragen. Kommt da jetzt ein Gefühl von Sicherheit auf oder nicht? Aber am Ende Fragen und selber reintauchen ist das Einzige, was du tun kannst. Das andere, was du tun kannst, ist, und das heute für mindestens genauso wichtig ist, du hast gesagt, du arbeitest mit Partnern, du arbeitest mit Agenturen, Track record auch hier, ich vertraue jemandem, der sagen kann, bin der done dead. Also das habe ich schon gemacht, fünfmal, zehnmal, ein hundert Mal und es ist gut gegangen und es war erfolgreich. Das ist etwas, was für mich ein valider Sicherheitsfaktor ist, versus es birgt um die Ecken und macht das nächste, macht wieder Chakalaka und sagt, das machen wir schon. Das ist es nicht.
Also Fragen ist das eine, Track Record ist das andere und und das dritte ist, kannst du durch Tests, und da hast du jetzt schon ein bisschen was gesagt, kannst du durch Test, durch Versuch und Irrtum ein Indiz dafür erhaschen, dass das eine gute Entscheidung sein könnte.
Ich meine, weil du Agentur hast, weißt du das? Im Marketing ist das ganz üblich, bevor ich ein großes Marketingbudget ausgebe, teste es einmal. Im Kleinen ist ja das, was witzigerweise teilweise die großen Unternehmen, bei denen Marketing nur immer eine geschmäcklerische Sache ist, wo irgendjemand sagt, die kann gefällt uns, die gefällt uns nicht.
Die Profis machen es anders. Die Profis schicken eine Kampagne in einem kleinen Segment in einen Realtest und wenn es funktioniert, dann wird es ausgerollt. Also das heißt, faktische Sicherheit gibt es nicht, aber es gibt Annäherungsverfahren an die Sicherheit und die Annäherungsverfahren Löcher in den Bauch.
Fragen auf der einen Seite, Track Record auf der zweiten Seite und Versuch und Irrtum auf der dritten Seite. Das ist mein zweiter Punkt rund um das Thema, wie kann ich Sicherheit aufbauen. Wo es in Wahrheit aber keine gibt. Mein letzter Punkt ist Risikostreuung. Was meine ich damit? Bin mir nicht sicher.
Ich habe jetzt keine Details zu deiner Situation. Du redest von Systemen, die du umstellen musst und neu anbinden musst. Viele Unternehmer tappen immer wieder in die Falle, dass sie glauben, sie müssen Dinge alles alleinig machen. Was meine ich jetzt damit? Auch wenn es darum geht, eine Innovation im Unternehmen zu implementieren, dass man diese Dinge immer für sich machen muss.
Ich bin ein großer Freund von Kooperation. Also auch die Frage zu Kann ich das, was wir hier vorhaben, Kann ich mich mit anderen zusammenschließen, die vielleicht das gleiche Problem haben, die gleiche Situation haben und vielleicht nicht zwingend mir dann das ganze Geschäft abgraben? Kann ich mich mit anderen zusammenschließen und dieses groben große Unterfangen zu einem gemeinsamen machen, wo damit das individuelle Risiko für den Einzelnen geringer ist? Und da bin ich ein großer Freund davon, weil ich glaube wirklich, die Zeiten vom Einzelkämpfertum sind im Wesentlichen vorbei oder jedenfalls zu Ende gehend. Wir leben in einer unglaublich vernetzten Welt, wo immer mehr Unternehmen sich zusammenschließen für temporäre Partnerschaften, für bestimmte Zweckpartnerschaften.
Und das ist einer der wirksamsten Wege, um Risiko auch zu zerstreuen. Also muss ich wirklich etwas selber machen oder kann ich es mit anderen machen? Oder auch die Frage Muss ich selber machen? Oder kann ich auf etwas aufbauen, was jemand anderes schon gemacht hat?
Weil natürlich gilt wie immer beim Risiko klar, wenn du ein hundert Prozent Risiko nimmst, kriegst du am Ende ein hundert Prozent von der Upside. So wenn du vielleicht nur mehr fünfzig Prozent Risiko nimmst, kriegst du vielleicht nur mehr fünfzig Prozent von der Upside. Aber du bist vielleicht auch nicht mehr existenziell gefährdet, wenn es nichts wird.
Das heißt, meine drei Punkte wären im Wesentlichen Erstens wirklich nur mal diese innere Bin ich bereit, bei so einer großen Frage die Konsequenzen zu tragen, wenn es schiefgeht? Und wenn nein, darfst du nicht rein? Erster Punkt. Zweiter Objektive Sicherheit gibt es nicht. Es gibt Annäherungsverfahren, nämlich dreierlei Fragen, Track Record Tests. Und der dritte und letzte Punkt Kann ich Risikostreuung machen durch Kooperation?
Das wäre meine drei Gedanken in der Frage wie näher ich mich solchen Fragen an, wo ich vielleicht auch nicht die hundertprozentige Expertise habe, wo ich aber stark davon abhängig bin, was ökonomisch eine große Anfordernis ist. Das wären jetzt drei Module, wie ich mich annähere. Maria, was resoniert von denen bei dir am meisten?
Also Frage eins kann ich mit Ja beantworten. Das höre ich bei dir, weil ich mich lang damit beschäftigt habe und weil ich weiß, dass man diesen Weg gehen muss und den will ich auch ein hundert Prozent gehen. Die zweite Frage kann ich auch mit Ja beantworten.
Das haben wir von Anfang an so gemacht, haben uns mit Experten, mit Kollegen, mit Agenturen, also wirklich, wirklich viel, viel Kooperationen und Kollegen ausgetauscht, haben auch selber getestet. Zum Dritten ist es immer eine Herausforderung. Hundertprozentig kann man sich nicht sicher sein, aber wenn das Bauchgefühl, ja, man ist am richtigen Weg, glaube, dann ist es auch gut so.
Du hast auch noch ganz konkret gesagt, vor allem kann ich der Agentur vertrauen und schau dazu, ich hab selber Agentur und deswegen erlaube ich mir in voller Freiheit zu sprechen darüber.
Das eine ist sozusagen Track record macht einen Partner vertrauenswürdiger. Das gilt auch für die Agentur, wenn sie sagen kann, bin dead, done date, ist es das eine. Das ist natürlich, ich bin sehr und viele Agenturen machen, manche müssen, manche wollen das immer mehr. Ich bin sehr ein Freund, auch bei so größeren Partnerschaften, die wirklich tief ins Geschäftsmodell gehen, ein anderes Honorarmodell zu finden mit der Agentur, das die Agentur stärker auch mit in die Pflicht nimmt. Positiv, wenn es die Upside ist, negativ, wenn es die Downside nimmt. Das ist schon was, was man sich in solchen Situationen überlegen kann, weil ich sage jetzt mal einen reinen Dienstleister, der nach Stunden dir dann die Rechnungen serviert. Also du bist, also egal was passiert, du bist vielleicht bankrott, aber die Agentur ist fein raus. So ein Modell würde ich bei so großen, tiefgehenden Partnerschaften nicht wählen, muss ich ganz ehrlich sagen. Und wenn du Agentur hast, die sich da was zutraut, dann wird sie da auch bereit sein. Aber das wäre schon was, was ich nochmal überlegen würde. Es hat nichts mit Misstrauen zu tun, nur ich weiß es ja am Ende. Ein Dienstleister ist ein Dienstleister und klar, dann kommt was Unerwartetes im Projekt. Okay, gut, da müssen wir noch mal ein paar extra Stunden draufhauen, das kostet noch mal mehr. Also ich glaube, was ich nicht wenn es ganz tief reingeht in ein Geschäftsmodell und in eine intensive Partnerschaft Was ich nicht tun würde, ist ein Modell wählen, wo am Ende du vielleicht bankrott bist und die Agentur fein raus. Das würde ich nicht tun. Und das hat nicht mit Misstrauen zu tun, sondern einfach mit Ich bin generell immer ein bisschen skeptisch sozusagen Dinge, die ich nenne es immer eine vitale Lebensader meines Geschäfts sind sehr weit auszulagern. Ich finde immer, du kannst Sachen gut auslagern, die du jetzt nicht oft brauchst oder wo die Expertise sich nicht lohnt zu halten.
Wenn es eine vitale Lebensader ist, die ständig was braucht, bin ich kein großer Freund von Auslagern. Und wenn, dann muss es eine wirklich unternehmerische Partnerschaft sein, die mehr die über das hinausgeht, dass man ja der eine macht und ich zahle halt den Aufwand. Das wäre mir da zu wenig. Macht Sinn. Ja, macht Sinn. Macht Sinn. Super. Maria, ich danke dir sehr.
Danke fürs Dabeisein. Ich hab grad, bevor die Kamera losgegangen ist, gesagt, weil du gesagt hast, es ist eine kleine Überwindung. Ich bin wirklich allen dankbar, die bereit sind, sich im Podcast zuzuschalten, weil der Podcast lebt von den Fragen der Leute und von der Bereitschaft auch sich daherzusetzen und zu OK, ich habe eine Frage, es gibt was, da bin ich unsicher.
Und das zu tun vor Publikum, da gehört extrem viel dazu. Und gleichzeitig stiftet jede und jeder von euch so viel Nutzen, weil ja, ich gebe die Antworten, aber wenn es keine Fragen gibt, kann ich keine Antworten geben. Und deswegen wirklich stellvertretend Maria, an dich für alle, die da dabei sind, großes Danke. Freue mich, wenn die Antwort Nutzen stiftet und freue mich natürlich, wenn du und alle, die heute zuhören, nächstes Mal wieder dabei sind.
Bis nächste Woche bei Philipp Marathan unplugged. Alles Liebe Maria und alle, die zuhören. Ciao, ciao. Wenn dir dieser Podcast gefällt, wenn er dir Freude bereitet, Nutzen stiftet und du ihn vielleicht sogar regelmäßig hörst, dann habe ich heute eine Bitte an Ich brauche deine Unterstützung, damit der Podcast Podcast aufs nächste Level schafft.
Was du dafür tun kannst, ist ganz Du abonnierst ihn auf deiner bevorzugten Plattform, Du hinterlässt mir in den Kommentaren, wann dir eine Folge gefallen hat und du teilst ihn auf Social Media. Ich will, dass das mehr ist als ein Podcast. Ich will eine Community von Menschen, die großes bewegen wollen. Und ich bin extrem dankbar, wenn du mir dabei Hilfst.