Folge 115 - Mindset_ Wie sehr kann ich mich auf mein Denken verlassen_
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Angewohnheit 1: Das Gehirn wühlt in der Vergangenheit.
Die erste Angewohnheit des Gehirns ist, primär in der Vergangenheit zu wühlen, um Informationen aufzubereiten und Entscheidungen zu treffen. Es greift auf gespeicherte Erfahrungen zurück, um die Gegenwart zu interpretieren und die Zukunft abzuleiten. Diese retrospektive Arbeitsweise ist jedoch für zukunftsgerichtete Entscheidungen oft unzureichend.
“Das eine ist, unser Gehirn hat primär den Job oder hat eigentlich die einzige Möglichkeit, in der Vergangenheit zu wühlen, wenn es darum geht, Informationen aufzubereiten”
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Bevor es losgeht mit dieser Folge von Business Gladiators Unplugged hier ein Hinweis in eigener Sache für alle meine Podcast Hörerinnen und Podcast Hörer.
Am achtzehnter erster. Um achtzehn uhr eins veranstalte ich mein erstes Live Webinar in diesem Durchbruch zwei tausend drei und zwanzig alle Infos für dich auf philippmarathaner com Durchbruch zwei tausend drei und zwanzig und jetzt viel Spaß mit dieser Folge. Wie sehr kann ich mich auf mein Denken verlassen? Wie sehr kann ich mich tatsächlich auf mein Denken verlassen? Die Frage mag skurril anmuten, aber ich habe mir vor kurzem gedacht, es wäre an der Zeit, einen Podcast dazu aufzunehmen.
Vielleicht bist du eine meiner Follower und Followerinnen auf Instagram, dann hast du meinen Beitrag gesehen, der ein Video ist mit dem Motto Brain is a bitch. Das mag nicht ganz nobel sein, aber irgendwie bin ich im Auto gesessen und dann kam mir der Gedanke, dass es schon wirklich lustig ist, dass wir immer so auf unseren Körper hinhauen und Wahnsinn, mein Körper lässt mich im Stich und wenn wir krank sind, dann lässt der Körper nach und wir sind total sauer, weil wir nicht so performen können, wie wir wollen Und immer ist der Körper der Bad Guy, aber unser Gehirn ist immer der Good Guy. Unser Gehirn ist immer der oder dasjenige, was uns weiterbringt und und wir kämen nie auf die Idee, dass wir Herr das Gehirn, warum produzierst du eigentlich so viele Ideen, die mich immer an den Rand des Zusammenbruchs treiben? Oder Herrs Gehirn, warum machst du mir eigentlich so viel Druck? Also wir könnten gut und gerne auch das Gehirn endlich einmal als das identifizieren, was es ist, nämlich der absolute Bad Guy in diesem Spiel.
Aber stattdessen schieben wir alles immer auf den Körper, der irgendwie hinterherhinkt und wo wir uns dann selber immer kasteien, weil wir nicht so performen, wie wir wollen. Die Wahrheit ist aber ich finde, das Gehirn verdient viel mehr Aufmerksamkeit und zwar nicht in dem Sinne, wie du jetzt vielleicht glauben magst, wo ich hör mehr auf das, was du denkst, sondern Aufmerksamkeit dahingehend, dass wir endlich einmal uns damit beschäftigen, wie wir unser Gehirn, wie wir unser Denken enttarnen. Das ist die neue Folge hier von Business Gladiators Unplugged, eine Mindset Folge wieder.
Ich hoffe, du hast Freude dran. Mein Name ist Philipp Maderthaner und ich trete hier jede Woche an für dich, um dich zu unterstützen, Großes zu bewegen, was zu erreichen. Und wir machen immer einen wunderbaren Feldzug durch einen bunten Strauß an Themen von Führungsthemen, Kommunikationsthemen, aber eben auch Mindset Themen. Diesmal ist es ein Mindset Thema.
Nä wie sehr kann ich mich auf mein Denken wirklich verlassen? Und ich muss ganz ehrlich sagen, es gibt einen wunderbaren Spruch, den ich immer gern zitiere in dem Kontext. Und das ist Du könntest einfach einmal aufhören zu glauben, was du denkst.
Und die Wurzel dieses Spruchs liegt darin begründet, dass ich wirklich glaube, dass unser Gehirn nicht immer der beste Ratgeber ist für alle Situationen. Ich glaube, unser Gehirn hat Angewohnheiten, die nicht unbedingt immer unserem Erfolg zuträglich sind. Und ich möchte heute drei dieser Angewohnheiten identifizieren, mit drei dieser Angewohnheiten unser Gehirn einmal bloßstellen und enttarnen als das, was es ist, nämlich manchmal auch ehrlicherweise eine Bremse. Das eine ist, unser Gehirn hat primär den Job oder hat eigentlich die einzige Möglichkeit, in der Vergangenheit zu wühlen, wenn es darum geht, Informationen aufzubereiten, zu Entscheidungen zu kommen, zu Einschätzungen zu kommen, was ein Gehirn nicht ist. Ich glaube, das sollte jedem von uns klar sein. Ein Gehirn ist kein wirksamer Mechanismus, um in die Zukunft zu schauen. Alles, was im Gehirn gespeichert ist, sind Informationen aus der Vergangenheit.
Und der beste Beweis dafür, finde ich persönlich, ist, du drehst irgendwann, ausnahmsweise irgendwann am Abend, ich habe keine Ahnung, wann das ist, ich schaue nicht fern den Wetterbericht auf und schaust, was die da abends so erzählen. Und dann gehst du am nächsten Tag auf die Straßen und vergleichst einmal, was wirklich passiert. Wir sind also nicht einmal in der Lage, das Wetter von morgen wirksam vorherzusagen. Und dann glauben wir wirklich, wir können mit Entscheidungen durch unser Gehirn in die Zukunft projizieren.
Das ist vollkommener Schwachsinn. Das Gehirn speichert Informationen aus der Vergangenheit und versucht auf dieser Basis abzuleiten, was in der Zukunft pass. Die Wahrheit ist aber, die Zukunft ist das Ergebnis so vieler Verkettungen äußerer Umstände und Entwicklungen, die weit außerhalb unserer Kontrolle liegen, dass ein rein Vergangenheitsbasiertes Instrument eigentlich nicht wirklich dienlich ist.
Das zweite ist, unser Gehirn hat vor allem einen Job, nämlich die Vermeidung. Vermeidung von Schmerz, Vermeidung von Niederlagen, Vermeidung von Fehlern. Unser Gehirn ist ein extrem defensiver Mechanismus und das rührt einfach evolutionär daher, dass wir irgendwann einmal als Menschen einfach darauf programmiert werden, dass wir, wenn wir in der Höhle sind und der berühmte Säbelzahntiger oder was auch immer nähert sich, dass unser Gehirn uns rechtzeitig sagt, so jetzt laufen und flüchten. Das heißt, das Gehirn ist natürlich in gewisser Weise ein Verteidigungsmechanismus, ein Verteidigungsmechanismus und natürlich auch ein Lebenserhaltungsmechanismus, der sie vor allem der Vermeidung von Schmerz widmet oder Vermeidung eben in der heutigen Zeit von Niederlagen, Fehlern und so weiter. Das heißt auch natürlich, das Gehirn erwischt automatisch immer wieder extrem gute Gründe, warum wir was nicht tun sollten.
Zögern, zweifeln, all das sind Dinge, die unser Gehirn gut und gerne produziert. Aber es gibt Momente, da macht es einfach Sinn zu sagen, Gehirn halt die Klappe, jetzt ist wirklich an der Zeit, dass ich aktiv werde, dass ich über meinen Schatten springe, dass ich mir was traue und es einfach zu tun. Und du hast es schon gemerkt, Vergangenheit, Vermeidung. Das dritte V in der Reihe ist der Vorwand. Ich habe es schon ein bisschen eingeleitet. Was unser Gehirn immer wieder macht, ist uns einfach extrem gute Gründe bringen, warum wir irgendwas nicht tun sollten. Das Gehirn ist der perfekte Mechanismus, um sich Dinge zurechtzubiegen. Das Gehirn hat eine Tendenz dazu, alles in Linie zu bringen.
Das heißt, wenn du irgendeine Meinung hörst, die vielleicht nicht zu dem Weltbild passt, das du in dir trägst, dann tut das Gehirn alles dran, dich gleich einmal einzuschleifen und zu sagen, warum das vielleicht eh nicht richtig ist oder warum das eh nichts anderes ist als das, was du selber denkst. Das heißt, das Gehirn produziert Vorwände, damit du nicht in permanenter Unruhe bist. Das Gehirn agiert nach dem Motto, was nicht passt, wird passend gemacht. Und das ist natürlich schwierig, weil es behindert unsere Fähigkeit zur Reflexion. Deswegen glaube ich wirklich, diese drei Dinge, die unser Gehirn so tut, nämlich einerseits immer in der Vergangenheit wühlen, sich einfach auf vergangene Informationen beziehen, andererseits an permanenter Vermeidung zu arbeiten und drittens permanent auch Vorwände zu produzieren, die unser Verhalten rechtfertigen, macht unser Gehirn zu einem Mechanismus, das nicht wirklich ein zuträglicher Wegbegleiter immer ist für Erfolg und Erfüllung. Und jetzt wirst du natürlich berechtigterweise Philipp, Aber wenn ich mich auf mein Denken nicht mehr verlassen kann, worauf dann?
Und meine Antwort ist extrem schlicht. Es gibt so was wie eine Nenne es Bauchintelligenz, nenne es Intuition, nenne es Herzensintelligenz, du kannst es nennen, wie du es willst, Eingebung, whatever. Es gibt eine Intelligenz, die nicht in unserem Hirn ist, nennen wir es einfach einmal dein Bauchgefühl, deine Intuition. Mit dem tun sich von uns viele wahrscheinlich am leichtesten und es ist extrem gescheit, oft darauf zu hören. Warum?
Weil wir mit unserem Gehirn ja in Wahrheit auch nur eine bedingte Anzahl an Informationen verarbeiten können. Das heißt, das Gehirn ist ja nicht wirklich auch der beste Prozessor, um manche Entscheidungen zu treffen, während wir oft mit unserer physischen Körperintelligenz, eben zum Beispiel dem sogenannten Bauchgefühl, ein Vielfaches an Informationen, Impulsen bestreiten können und verarbeiten können, als das unser Hirn in der Lage ist zu tun. Das heißt, nicht immer ist das Gehirn dein idealer Wegbegleiter, sondern manchmal ist es einfach wirklich reinzuhören in dich.
Was sagt deine Bauchstimme. Und die Übung, diese Stimme auch wirklich zu hören, ist eine Lebensübung. Das Gehirn wird immer probieren, lauter zu schreien und am Anfang wirst du deine Bauchstimme vielleicht nie hören, aber die Übung verlangt, dass du dich immer wieder hinsetzt und bei wichtigen Dingen auch deine Bauchstimme befasst, in dich reinhörst, in die Stimme reinhörst und was da ist.
Und wenn du merkst, da fängt schon wieder irgendwas zum Quatschen an, das kannst du nicht und da wird sicher was schiefgehen, dann merkst du ah ja, da spricht wieder das wunderbare Gehirn. Warum merkst du das? Weil deine Körperintelligenz nicht diskutiert. Die ist sehr binär ausgerichtet.
Sie sagt im Regelfall, die Energie ist an oder sie ist aus. Go for it oder lass es sein. Das heißt automatisch, wenn in deinem Kopf die Gedanken kreisen und da herumdiskutiert wird, dann weißt du schon, oh oh, mein Gehirn leitet mich wieder und ich bin nicht in meinem Bauchgefühl drinnen, nicht in meiner Intuition, nicht in meinem Urvertrauen, dass ich eigentlich alles habe, was es braucht, um richtige Entscheidungen zu treffen, weil diese andere Form der Intelligenz spricht zu dir immer binär. Ja oder nein. Go for it oder lass es sein.
Und diese Übung empfehle ich dir am Ende dieser Podcast Folge, weil ich wirklich glaube, dass es die entscheidendste Übung für unser Leben ist. Auf unser Gehirn können wir uns in den wenigsten Fällen wirklich verlassen. Es wird uns immer defensiv wahrscheinlich gut beschützen, aber es wird uns die großen Erlebnisse, die großen Erlebnisse, die nur dann eintreten, wenn wir über uns hinauswachsen, wann wir uns was trauen, wann wir unserer Bestimmung folgen. Diese Erlebnisse wird uns unser Hirn nicht bescheren. Und insofern ein Hoch auf die Bauchstimme, ihr Lieben und danke fürs Zuhören bei dieser vielleicht besonderen Folge. Ich weiß es nicht, was wir damit wieder bewirken.
Ich kriege immer so wunderbare Nachrichten am Ende der Podcast Folgen von euch, meinen Zuhörerinnen und Zuhörern und ich muss wirklich sagen, ich freue mich total, weil sie bestärken und bekräftigen mich, das hier weiter zu tun. Und deswegen habe ich wirklich eine Bitte. Schreib mir, schreib mir auf Instagram, schreib mir auf Facebook, schreib mir auf LinkedIn, schreib mir auf WhatsApp unter drei hundert drei und dreiig tausend fünf hundert fünf und fünfzig schick mir eine Audionachricht. Ich freue mich darüber, weil dann kriege ich so ein Gespür dafür, wer das hört.
Und schick mir dein Feedback. Was nimmst du mit, was setzt du um, was machst du draus? Oder was hast du selber für eine Frage, die ich dir vielleicht beantworten kann?
Hier bei Business Gladiators Unplugged. Nächste Woche gibt es wieder eine Folge. Ich freue mich drauf, wenn du dabei bist. Bis dann, alles Liebe und bye bye.