Folge 79 - Wie meistere ich schwierige Zeiten mit meinem Team?
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Alleiniges Meistern schwieriger Phasen schadet Unternehmen und Team
Der Versuch einer Führungskraft, schwierige Phasen komplett alleine zu meistern, birgt ein hohes Risiko, dem Unternehmen und dem Team zu schaden. Isolation führt zu Fehlentscheidungen, mangelndem Commitment und einer Schwächung der gesamten Organisation. Die Einbindung des Teams ist daher essenziell.
“Wenn du es ganz alleine meisterst, ist die Wahrscheinlichkeit, dass du deinem Unternehmen und deinem Team schadest, enorm hoch.”
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Wie meistere ich schwierige Phasen gemeinsam mit meinem Team? Hallo und willkommen bei Business Gladiators unplugged. Ich bin Philipp Maderthaner und das ist mein Podcast. Wir sprechen heute über die Wie binde ich mein Team in schwierigen Phasen ein?
Ich habe eine Beobachtung gemacht in den, man muss es fast sagen, in den vergangenen ein bis zwei Jahrzehnten.
Es macht mich nicht jünger, das zu sagen, aber es ist eine Tatsache ist, Ich habe viel Zeit in der Politik verbracht, viel Zeit auch in durchaus hierarchischen Systemen verbracht und habe eine Beobachtung wirklich daraus. Immer dann, wenn es schwierig ist, igeln sich Führungskräfte und Leader ein. Sie ziehen sich zurück, sie machen ihren Kreis enger, sie erweitern nicht den Vertrauenskreis, sondern sie werden extrem schmal, sprechen vielleicht nur mit den allerengsten Vertrauten. Die Tür ist öfter geschlossen und im schlimmsten Fall machen sie die Dinge mit sich selbst aus. Und das ist genau nicht das, was es braucht, wenn dein Unternehmen vielleicht durch eine schwierige Phase geht. Dieses Zurückziehen, die verschlossene Tür. Ich würde wirklich fast sagen als Sinnbild dafür, dass eine Führungskraft, ein Leader, ein Geschäftsführer, eine Geschäftsführerin, ein Gründer, eine Gründerin in den Rückzug geht. Diese Symbolik der geschlossenen Tür ist wirklich sinnbildlich dafür, was in diesen Phasen nicht passieren soll. Es gibt niemanden, der mehr Auswirkung und Ausstrahlung ins Unternehmen hat als die Gründungspersönlichkeit, die für Führungskraft. Und deswegen ist die geschlossene Tür vor allem eins, ein Zeichen massiver Unsicherheit. Wenn die Tür öfter zu ist beim Chef, bei der Chefin, dann wissen Mitarbeiterinnen und uh, da ist was im Busch. Und je länger diese Phase dauert des Einigelns, des Zurückziehens, umso unsicherer wird die Mannschaft, umso unsicherer wird das Team. Und genau das willst du nicht. Unsicherheit führt zu Reibungsverlust und Reibungsverlust führt zu Schwäche. Und was du in schwierigen Phasen als Unternehmen brauchst, ist wenig überraschend. Das genaue Gegenteil. Du brauchst maximale Stärke, du brauchst Geschlossenheit im Team. Du brauchst ein Team, das an deiner Seite steht.
Du brauchst ein Team, das mit dir gemeinsam die Herausforderung annehmen will. Und dafür ist Einigeln die falsche Strategie. Ich will heute mit dir darüber sprechen, was du tun kannst, um dein Team in solchen Phasen einzubinden und es beginnt mit einem ersten entscheidenden Schritt und das ist tell it as it is.
Not worse than it is, not better than it is. Tell it as it is. Sag es einfach, wie die Lage ist.
Schaff Klarheit in deinem Team. Wo steht das Unternehmen? Was ist die Herausforderung, vor der ihr steht? Und was ist das, was in den nächsten Wochen, Monaten oder Jahren zu tun ist?
Du unterschätzt deine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wenn du glaubst, dass ihnen diese Wahrheit nicht zumutbar ist. Und Wahrheit meine ich im Sinne von Klarheit. Ich spreche nicht von Emotion. Und oft ist es so, dass gerade die Unternehmerinnen, die Unternehmer emotional erschüttert sind, wenn im Unternehmen was schief läuft. Ich kann das aus eigener Erfahrung sagen, immer dann, wenn in meinem Unternehmen was schief läuft oder eine Schieflage ist, ich hasse es. Ich hasse es. Es gibt nichts, was mich mehr nervt, fertig macht und auch emotional bewegt.
Und natürlich brauche auch ich als Gründer, als Unternehmer meine Zeit, um diese Emotionen in den Griff zu kriegen. Das ist komplett normal. Das ist reine Übung. Manchmal dauert es länger, manchmal dauert es kürze. Das ist komplett normal.
Aber wenn du die Emotion im Griff hast und fähig bist, einen klaren Blick auf die Dinge zu haben, eben einfach ausdrücken zu können, was es ist und wie die Lage ist, dann ist das Wichtigste, dass du dein Team in diese Standortbestimmung hereinholst. Ein zweiter Schritt ist, und ich habe das gerade vor kurzem, falls du meine Kanäle auf Instagram oder LinkedIn verfolgt hast, mit meinem engsten Führungsteam und unserer mittleren Führungsebene gemacht. Ich habe mich zurückgezogen in Führungskräfteklausur. Wir haben uns zurückgezogen mit einer gehörigen Portion Unzufriedenheit im Gepäck. Unzufriedenheit an unterschiedlichen Stellen im Unternehmen, wo wir einfach nicht finden, dass wir unser Potenzial gerade heben, wo wir nicht finden, dass wir gerade gut unterwegs sind oder gut genug unterwegs sind. Und deswegen haben wir die Führungskräfte eingepackt und haben eine gemeinsame, schonungslose Standortbestimmung gemacht.
Da gibt es viele Modelle, ganz schlichte Modelle, wo du wenig überraschend einfach die Frage stellst, einmal ganz offen den Raum, Wo läuft es gerade nicht? Ich bin übrigens ein großer Freund davon, auch die Gegenfrage zu Wo läuft es gerade? Absolut. Es ist ja immer beides. Ich halte nichts von diesen, muss ich so sagen, von diesen depressiven Klausuren der Chefetagen, wo man sie zwei Tage lang nur erzählt, wie furchtbar es ist. Wer will denn in so einer Stimmung gute Ergebnisse erzielen? Ich glaube, du brauchst beide Perspektiven.
Du musst wissen, wo läuft's und wo greifen wir am besten nicht hin, weil es eigentlich gut unterwegs ist und wo läuft es nicht. Wenn du es etwas granularer machen willst, dann kannst du eine klassische SWOT Analyse machen, also Stärken, Schwächen, Chancen, Riskenanalyse in vier Quadranten. Das Modell brauchst du nur googlen, falls du es nicht kennst, ist ein ganz schlichtes Modell, das einfach die Standardbestimmung in diese vier Bereiche einordnet. Und ich habe das mit meinem Team, mit meinem Führungsteam bei dieser Klausur gemacht und wir haben eine schonungslose Abrechnung mit selbst gemacht, im Positiven wie im Negativen. Und ich darf dir berichten, viele meiner Führungskräfte und vor allem auch die mittlere Führungsebene waren erstaunt, zu welcher Selbstkritik wir fähig sind. Normalerweise erlebst du in Unternehmen ja eigentlich nur Unternehmen, die eher alles immer ein bisschen beschönigen wollen oder wo die kritischen Stimmen nicht so erwünscht sind.
Aber wir haben uns gnadenlos eingeschenkt. Wir haben uns gnadenlos damit beschäftigt, was läuft nicht. Und ich sag dir eines es gibt nichts Befreienderes.
Es waren wirklich die Rückmeldungen im Team so, dass sie gesagt haben, ja okay, jetzt liegt es am Tisch, jetzt ist die Klarheit da. Es hat sich was entladen. Einer hat gesagt, die Elefantenherde in the room, also nicht nur the elephant in the room in der Einzahl, sondern die Elefantenherde im Raum ist jetzt einfach manifestiert und liegt klar auf dem Tisch. Und damit ist es auch so, dass du was tun kannst, dass du was angreifen kannst. Und ich glaube, der Effekt ist mit einem Team nicht zu unterschätzen. Ein Team trägt so oder ein Team nimmt so viele Eindrücke auf im Laufe eines Tages, einer Woche, eines Monats, eines Quartals. Und ein Team macht sich natürlich sein Bild, jeder und jeder Einzelne in deinem Unternehmen macht sich sein oder ihr Bild darüber, was läuft oder nicht läuft. Und das mal abzufragen, das auch mal auf den Tisch zu legen und zu okay, ich möchte es hören, schenkt mir das einmal richtig ein, auch mir als Unternehmer, als Gründer und legen wir das mal auf den Tisch. Es hat eine enorm reinigende Kraft, wenn die Dinge dann mal ausgesprochen sind. Damit sind sie noch nicht gelöst, aber damit sind sie mehr ausgesprochen. Und dann hast du, und das ist meine dritte Empfehlung, dann hast du die Möglichkeit, gemeinsam auch mit dem Team zu überlegen, was können wir tun. Ich glaube wirklich einer der größten Fehler von Führungskräften ist, dass sie glauben, dass sie immer alleine die Lösungen finden müssen, dass sie immer die sein müssen, die am gescheitesten sind.
Und ich habe mich diesmal auch zur Klausur hingesetzt und habe an unterschiedlichen Stellen Freunde, ich muss euch ehrlich sagen, ich habe keine Ahnung noch auf die Antwort, aber es könnte sein, dass ihr sie habt, weil da sitzt so viel Expertise am Tisch, so viele geniale Menschen am Tisch und ich würde mir wünschen, die Antwort ist da. Also haut alles auf den Tisch, bringt alles ein. Vielleicht haben wir die Chance, gemeinsam die Antwort zu finden. Also diese Einbindung deines Teams in schwierigen Phasen ist genau die gegenteilige Strategie zum Einigeln. Die gegenteilige Strategie zur geschlossenen Tür ist, die Tür aufzumachen, aufzutreten und dich hinzustellen in voller Kraft und Klarheit vor dein Team und zu Freunde, das ist die Lage.
So schaut es aus aus meiner Sicht. Hier stehen wir, Das sind die ersten Themen, die ich identifiziert habe. Das ist das, wo ich glaube, dass wir eigentlich hinmüssen.
Und ich möchte jetzt mit euch daran arbeiten, wie wir dahin kommen. Ich habe noch nicht alle Antworten. Ich will und werde sie finden. Daran führt kein Weg vorbei. Und ich weiß, die Lösung liegt in euch und deswegen werde ich euch einbinden. Deswegen werde ich euch hier ins Boot holen. Deswegen werdet ihr mitwirken und deswegen gehen wir gemeinsam in den zweiten Schritt und machen eine gnadenlose Standortbestimmung. Ihr sagt mir wo läuft's, wo läuft es nicht?
Und vielleicht ein Wort an dieser Das ist kein demokratischer Prozess. Es geht nicht darum, dass die Teams jetzt entscheiden, was sind die prioritären Probleme. Du als Führungskraft, als Gründer, als Unternehmerin, als Unternehmer musst natürlich dann die Entscheidung treffen, welchen Themen widmen wir uns. Aber du sollst dein Team einbinden in der Frage wo stehen wir, Wo sind die Probleme gelagert? Welche Probleme fallen uns auf? Wo sind Chancen, die wir wahrnehmen können? Wo sind Risiken, denen wir ins Auge sehen müssen? Wo sind Schwächen, die wir einfach mit uns mittragen. Das heißt, im zweiten Schritt holst du dein Team rein und machst die gnadenlose Standortbestimmung, um im dritten Schritt gemeinsam mit ihnen auch an Lösungen zu arbeiten. Ich habe eines gesehen, das ist das in Change Prozessen, wo es darum geht, ein Unternehmen aus einer schwierigen Phase herauszuführen. Es oft so ist, dass die Lösungen im stillen Kämmerlein entwickelt werden und dann wundert man sich, warum das ganze Team kein Commitment drauf hat, die Lösungen mit aller Kraft in Angriff zu nehmen. Es ist ja ganz einfach. Es gibt diesen berühmten Spruch wie Zeig es ihnen, sag es ihnen oder lass es sie selber erfahren. Und den Unterschied Eine PowerPoint Präsentation holt niemanden ab. Du kannst dir den Mund fusselig präsentieren. Wenn du ein guter Redner, eine gute Rednerin bist, dann kannst du vielleicht ein Feuer entzünden.
Aber das wahre Commitment in deinem Team auf Umsetzungskraft, auf Veränderungskraft wirst du dann erreichen, wenn du sie auch bei der Entwicklung der Lösungen und bei der Verortung der Probleme mit ins Boot holst. Das ist also der Dreischritt, den ich dir empfehle, wenn es darum geht, dein Team einzubinden, statt dich einzuigeln, um eine schwierige Phase zu meistern. Du musst es nicht alleine meistern. Im Gegenteil, wenn du es ganz alleine meisterst, ist die Wahrscheinlichkeit, dass du deinem Unternehmen und deinem Team schadest, enorm hoch. Ich hoffe und wünsche dir natürlich, dass du aktuell nicht in einer schwierigen Phase bist.
Solltest du sein, hoffe ich, dass dir dieser Blick auf die Dinge geholfen hat. Solltest du es nicht sein, dann heb dir die Folge auf. Ich weiß aus eigener Erfahrung, Unternehmertum ist ein Wellenspiel. Das heißt, es geht immer wieder rauf und runter. Das heißt, wenn irgendwann eine Situation aufkommt, wo du dir denkst, da möchte ich jetzt alleine damit fertig werden, dann ist das vielleicht die richtige Folge für dich.
Wenn du einen anderen Tipp für eine richtige Folge hast, dann schreib mir unbedingt auf allen Kanälen, LinkedIn, Facebook, Instagram, wo auch immer du möchtest. Ich liebe Voice Nachrichten auf LinkedIn, einfach weil sie so Voice Nachrichten auf Instagram verzeih, weil sie einfach so eine persönliche Kraft haben und ich damit wirklich meine Community auch spüren kann. Und ich freue mich wirklich sehr darüber. Noch mehr freue ich mich, wenn du nächste Woche wieder dabei bist, hier bei Business Gladiators Unplugged.
Mein Name ist Philipp Maderthaner und ich freue mich sehr über dein Zuhören. Bis nächste Woche, alles Liebe und bye bye.